„Das lädt hier alles richtig zum Bummeln ein

Vor den vier Kassen standen die Kunden – trotz zügiger Bedienung – in langen Reihen. Ein wahrlich imposanter Andrang hielt alle Mitarbeiter auf Trab. Ständig wurden die Regale wieder aufgefüllt. - Foto: Koll

Werdohl -  Die Schlangen stehen bis hin zu den Kühltruhen. An allen vier Kassen wird zügig kassiert. Die Lärmpegel ist erstaunlich niedrig, die Geräuschkulisse durchaus angenehm. „Ja, jetzt zum Mittag hin ist hier der Ansturm deutlich weniger geworden“, atmet Heiko Tank, Leiter des neuen Edeka-Marktes im Insel-Gebäude, spürbar auf.

Eine halbe Stunde habe sie dennoch an der Kasse gestanden, berichtet eine Kundin. Sie ist aber ganz entspannt und schwärmt vom „Einkaufserlebnis“, welches sie gerade gehabt habe. Eigens aus Neuenrade sei sie gekommen. Und da es der erste Öffnungstag sei, habe sie sich schon von vornherein viel Zeit mitgenommen.

Eine ganze Stunde sei sie durch den Laden geschlendert. Ihr Fazit: „Die Aufteilung ist wirklich schön. Es wirkt gar nicht so riesig, wie es wohl ist. Man kommt sich nicht verloren vor, verirrt sich nicht. Und das Angebot ist toll. Das alles lädt so richtig zum Bummeln ein.“

Sogar die Suche nach einen Parkplatz sei unproblematisch. Das Parkhaus sei so groß, dass sie sofort einen Stellplatz für ihr Auto gefunden habe, freut sich die Neuenraderin. Ein Mann allerdings warnt sie vor: „Beim Herausfahren brauchen Sie Geduld.“ Die Ampel sei derart geschaltet, dass nach maximal drei Wagen wieder das Rotzeichen erleuchte.

Laden-Inhaber Tank berichtet: „Bis 13 Uhr hatten wir schon mehr als 1000 Kunden.“ Nicht mitgerechnet sind dabei diejenigen, die lediglich zum „nur mal Gucken“ gekommen sind – so wie Christina Sabanci-Henkes, die jedoch sofort betont: „Ich komme sicher zum Einkaufen wieder.“

Im Laden herrscht beinahe eine entspannte Atmosphäre. Überall stehen Mitarbeiter und füllen unaufhörlich die Auslagen wieder auf. Ein junger Verkäufer erklärt einer Kundin geduldig, dass die Wasserkocher aus dem Angebot leider schon ausverkauft, morgen Früh aber wieder erhältlich seien.

Ein paar Meter weiter fotografiert ein überwältigter Kunde mit seinem Smartphone die scheinbar endlosen Regalgänge. Ein anderer kommt um die Ecke und sagt staunend zu seiner Frau: „Hier gibt es ja auch Staubsauger.“ In Richtung Kassen schieben die Kunden reihenweise prall gefüllte Einkaufswagen. Der Andrang ist wahrlich imposant.

Inhaber Tank sitzt in seinem Büro vor einem Bildschirm, auf welchem er über 16 Kameras einen Einblick in jeden Winkel des Ladens erhält. Dann springt er auf und läuft dahin, wo es gerade „brennt“: Die Lautsprecheranlage an der Infotheke funktioniert nicht. Auch, so verrät Tank, die Rolltreppe habe noch ihre Aussetzer. „Doch der Monteur ist bereits informiert.“ Er berät sich im Büro noch schnell mit ein paar Mitgliedern seines Teams, dann sprintet er auch schon wieder los. „Das ist eine aufregende Zeit für mich“, gesteht er.

Auch nebenan in der Lotto-Annahmestelle lässt der Ansturm nach einem arbeitsreichen Vormittag gerade etwas nach. Verkäuferin Madeleine Hennig ist begeistert. Sie habe bereits erste Pakete angenommen. Das Geschäft ist zugleich DHL-Station.

Ganz besonders gefreut habe sie sich über ein Erlebnis: „Es kam ein Kunde, der erzählte, er sei schon ganz weit gefahren, habe in vielen Geschäften nach einer bestimmten Zeitschrift gesucht – immer vergeblich.“ Sie strahlt: „Aber bei uns hat er sie gefunden.“

Von Michael Koll

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