Neue Regel- und Verteilanlage

Das „fette“ H-Gas kann nach Werdohl und Plettenberg kommen

Nach gut einem Jahr Bauzeit ist die Westnetz-Anlage zum Messen und Regeln des H-Erdgases fertig, nur ein paar Straßenbauarbeiten in der Lothmecke stehen noch an. Die Westnetz-Anlage ist vorn im Bild, dahinter die schon lange bestehende Anlage von Open Grid Europe.
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Nach gut einem Jahr Bauzeit ist die Westnetz-Anlage zum Messen und Regeln des H-Erdgases fertig, nur ein paar Straßenbauarbeiten in der Lothmecke stehen noch an. Die Westnetz-Anlage ist vorn im Bild, dahinter die schon lange bestehende Anlage von Open Grid Europe.

Um das Sauerland weiterhin sicher mit Erdgas versorgen zu können, wurde an der Stadtgrenze zwischen Werdohl und Plettenberg eine neue Gasdruckregel- und Messanlage (GDRM) errichtet. Zukünftig wird dort das höher kalorische „fette“ H-Erdgas in die Netze eingespeist.

Die Anlage des Unternehmens Westnetz liegt an der kleinen Stichstraße „In der Lothmecke“, die von der B 236 abzweigt. Es ist hier die letzte Straße auf Werdohler Stadtgebiet.

In der zweiten Jahreshälfte von 2019 wurde von Westnetz dazu eine neue Gashochdruckleitung entlang der Bundesstraße B 236 zwischen Werdohl und Plettenberg errichtet, die das H-Gas von der neuen Anlage in der Lothmecke in das Erdgasnetz zur Versorgung des Sauerlandes einspeisen soll. Die Anlage ist seit kurzer Zeit betriebsbereit, erklärte Westnetz-Sprecherin Julia Snelinski auf Anfrage.

Möglichst geringer Eingriff in Natur und Umwelt

„Um möglichst kurze Leitungswege zu ermöglichen und einen möglichst geringen Eingriff in Natur und Umwelt zu gewährleisten, wurde der für den Bau der Anlage eher etwas herausfordernde Standort In der Lothmecke gewählt,“ sagte Snelinski. So konnte eine kilometerlange Trassenführung der Anschlussleitungen durch die nahen Wald- und Naturschutzgebiete vermieden werden.

Im Inneren der Gasdruckregelanlage Lothmecke sieht man nur dicke grüne Gasrohre und ein paar Steuerungselemente zu erkennen.

Zur Zeit werden noch Arbeiten an der Straße durchgeführt. Die durch den Bau der Anlage und der Leitungen in Mitleidenschaft gezogene Straßenoberfläche wird erneuert.

Anlage kann bis zu 100.000 Haushalte versorgen

Solche GDRM-Anlagen wie die in Werdohl sind nötig, um den Gasbezug hinsichtlich Menge und Druck zu regeln, hinzu kommt die Absicherung der nachgeschalteten Erdgasnetze gegen unzulässige Drucküberschreitung. Auch das Eichrecht spielt eine Rolle: Eine genaue Bestimmung der eingespeisten Erdgasmengen und deren Energieinhalt ist vorgeschrieben, um so bei Stadtwerken und privaten sowie industriellen Endkunden eine genaue Gasabrechnung zu ermöglichen. Die Westnetz-Anlage In der Lothmecke kann bis zu 100 000 Haushalte im Jahr mit Erdgas versorgen.

Umstellung in der Region Sauerland ab Sommer 2021

Erforderlich macht diese Baumaßnahme der Netzentwicklungsplan (NEP Gas) der Bundesnetzagentur, welcher die Umstellung der Erdgasnetze vom L-Gas zum H-Gas vorsieht. Dabei steht das L für Low Caloric Gas, das H für High Caloric Gas, und benennt den unterschiedlich hohen Methangehalt wie Brennwert als Qualitätsmerkmal des Produktes Erdgas.

Aufgrund der langfristig rückläufigen L-Gas-Reserven aus den Niederlanden wird das bestehende Erdgasnetz schrittweise bundesweit auf H-Gas umgestellt.

Die Region Siegerland und Sauerland wird vom Sommer 2021 bis zum Herbst 2023 von Süden her von Erdgas-L auf Erdgas-H umgestellt.

Gestartet wird im Juli 2021 in der Region Burbach / Neunkirchen und die Umstellung endet in der Region Schwerte / Hagen/Iserlohn im September 2023.

Auch auf Plettenberger Stadtgebiet hatte Westnetz investiert: Ein neu errichtetes Schieberkreuz in Teindeln dient dazu, den H-Gas-Anschluss in der Lothmecke mit dem bestehenden Leitungsnetz zu verbinden. Errichtet wird in Teindeln ein neuer Netzkopplungspunkt, der die bestehende Gashochdruckleitung der Open Grid Europe mit der Hochdruckleitung des Verteilnetzbetreibers Westnetz neu verbindet.

Anlage von Open Grid Europe direkt nebenan

In der Lothmecke steht direkt oberhalb neben der neuen GDRM-Anlage von Westnetz eine Anlage von Open Grid Europe, die das vorgelagerte Ferngasleitungsnetz betreibt.

Ein Übergabepunkt in Form eines T-Stückes ist im äußeren Bereich zu erkennen, rechts von der Westnetz-Anlage steht das Betriebsgebäude von Open Grid.

Mit der Investition von Westnetz in die Gasnetze in Südwestfalen, so Snelinski, sichere das Unternehmen auch zukünftig die „sichere und ökonomische Versorgung von Haushalten und Industriekunden mit umweltfreundlicher Energie aus Erdgas“ und erneuerbaren Gasquellen wie Wasserstoff oder Biogas.

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