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Darum brennt nur ein Osterfeuer in Werdohl

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Von: Carla Witt

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In Werdohl wird an den Osterfeiertagen nur ein einziges Osterfeuer entzündet. Die Versetaler Schützen laden Karsamstag dazu ein.
In Werdohl wird an den Osterfeiertagen nur ein einziges Osterfeuer entzündet. Die Versetaler Schützen laden Karsamstag dazu ein. © Michael Koll

Nur ein Osterfeuer wird am kommenden Wochenende in Werdohl entzündet: Der Versetaler Schützenverein hat sich als einziger Verein um die Genehmigung für ein Brauchtumsfeuer bemüht. „Andere Osterfeuer wurden nicht beantragt“, berichtet eine Mitarbeiterin des Werdohler Ordnungsamtes.

Werdohl ‒ Im Jahr 2019 – vor dem Beginn der Corona-Pandemie – waren immerhin noch drei Osterfeuer genehmigt und entzündet worden. Dass sich in diesem Jahr ausschließlich die Versetaler Schützen zur Brauchtumspflege entschlossen haben, hängt nicht nur mit der Corona-Entwicklung zusammen.

„Wir hätten gerne ein Osterfeuer organisiert, aber die Zeit war einfach zu knapp“, erklärt Andreas Schreiber, Oberst des Werdohler Schützenvereins. Auf dem Platz an der Dammstraße – dort bauen die Schützen normalerweise den Holzstoß auf – lagert jede Menge Bauaushub. Unter anderem sind die großen Erdhaufen durch die Arbeiten an der benachbarten Lennebrücke angefallen.

Allerdings: „Die Verantwortlichen der Stadt Werdohl hatten uns angeboten, den Bauaushub in Absprache mit den beteiligten Baufirmen abzutransportieren und woanders zu lagern“, erklärt Schreiber. „Doch als wir Kontakt aufgenommen hatten, war noch nicht klar, ob das Osterfeuer coronabedingt überhaupt von der Stadt genehmigt werden darf.“

Für die Schützen bedeutete das: Abwarten, wie sich die Infektionszahlen entwickeln. Denn schon einmal hatten die Grünröcke reichlich Holz an der Dammstraße gesammelt – und mussten das Brauchtumsfeuer dann coronabedingt absagen. „Wir standen 2020 vor dem Problem, wie wir das ganze Brennmaterial entsorgen sollten“, erinnert sich Schreiber. Zum Glück habe die Stadt damals die Erlaubnis erteilt, den Holzstoß zu einem späteren Zeitpunkt doch noch zu entzünden: „Wir haben das Feuer im Sommer kontrolliert und unter Aufsicht abbrennen lassen, natürlich ohne Publikum.“

In eine solche Lage wollten sich die Schützen nicht noch einmal manövrieren. Als dann schließlich deutlich wurde, dass die Veranstaltung hätte stattfinden dürfen, sei die Zeit einfach zu knapp gewesen: „Wir sind darauf angewiesen, dass die Werdohler uns unterstützen und Brennmaterial anliefern. Wenn es zum Beispiel beim Abtransport der Erde zeitlich nicht ganz gepasst hätte, dann hätten wir die Werdohler mit ihrem Holz womöglich wieder wegschicken müssen.“ Folglich beschlossen die Grünröcke am 15. März, auf die Traditionsveranstaltung zu verzichten. Oberst Schreiber unterstreicht: „Aber daran hat letztlich niemand Schuld. Wir sind dankbar, dass uns die Stadt Werdohl unterstützt hätte.“

Auch die Werdohler Pfadfinder werden auf ihr Osterfeuer auf dem Biwak-Platz am Kettling verzichten. Die Aktiven wollten nicht in die Planung einsteigen, ohne zu wissen, welche Corona-Regeln am Veranstaltungstag gelten würden. „Wir wollten uns die ganze Arbeit nicht umsonst machen. Und als wir Bescheid wussten, war es zeitlich zu eng“, erklärt Kim-Ayleen Fenner, Vorstandsmitglied des Stammes St. Michael. Denn schließlich gehe es nicht nur um das Aufschichten des Holzstoßes, auch für Speisen und Getränke hätten die Pfadfinder sorgen müssen. Ebenso wie die Werdohler Schützen, hoffen sie nun im kommenden Jahr endlich wieder ein Brauchtumsfeuer planen und durchführen zu können.

Die Versetaler Schützen haben den Holzstoß für ihr Osterfeuer am Schützenheim Altenmühle am Gründonnerstag aufgeschichtet. Am Karsamstag beginnt dann um 17 Uhr am Schützenheim Altenmühle der Fackelzug, das Feuer soll dann gegen 18 Uhr entzündet werden.

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