Danziger Hof steht vor dem Verkauf

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Der 1964 in Pungelscheid entstandene Danziger Hof mit dem acht Jahre später errichteten Anbau.

Werdohl - Es gibt eine gute und eine schlechte Nachricht: Solange die Immobilie „Danziger Hof“ in Pungelscheid nicht verkauft ist, läuft der Gastronomiebetrieb unter der Federführung von Frank (43) und Sandra Potrafke (38) uneingeschränkt weiter. Aber: Die Beiden wollen das Anwesen gemeinsam mit ihrer Mutter Ingeborg (81) in der Tat veräußern, um nach Vertragsabschluss eine neue Heimat an der Nord- oder Ostsee zu suchen.

Sollte sich ein ernsthafter Interessent bei ihrem Immobilienmakler Dirk Rohleder melden, der bereit ist, aktuell 185 000 Euro für das Objekt zu zahlen, dann geht – zumindest aus Sicht der Familie – nach exakt einem halben Jahrhundert eine Ära zu Ende. Der vor 20 Jahren verstorbene Herbert Potrafke hatte das Haus mit einer Gesamt-Nutzfläche von 520 Quadratmetern – davon knapp die Hälfte Gastraumfläche – 1964 errichtet und nur acht Jahre später wegen des erkannten Bedarfs um einen Anbau erweitert.

„Danziger Hof“, das war auch schon zu Zeiten, als es dem Gastronomiegewerbe in Werdohl noch blendend ging, eine erste Adresse. Und das ist auch heute noch so, denn während in Pungelscheid und im Versetal allmählich das Kneipensterben einsetzte, fanden Herbert Potrafke und später seine Kinder Wege, um die Existenz zu wahren und die Gäste zufrieden zu stellen. Es gab und gibt Platz genug für Versammlungen oder private Gesellschaften, und die Küche bietet Qualität. Das bleibt auch so, wie eingangs erwähnt, bis ein Käufer da ist. Und der kriegt nicht nur die Immobilie, sondern auch das komplette Inventar. „Nur Hut und Jacke nehmen wir mit“, so die eher etwas überspitzte Beschreibung der Situation.

„Wir wollen uns umorientieren“, so Frank Potrafke auch im Namen seiner Schwester. Die Mutter kann aus Altersgründen nicht mehr und ist voll und ganz mit dem Weg einverstanden, den die beiden Kinder einschlagen möchten. Und dieser Weg heißt: „Auf keinen Fall mehr Gastronomie“. Wie sie ihr weiteres berufliches Leben gestalten, lassen sie offen. Druck verspüren sie zumindest nach außen hin nicht. Und was den Verkauf des Objektes betrifft, so sind sie zuversichtlich – auch wenn ein erster Anlauf vor ein paar Jahren gescheitert war und aktuell als unseriös eingestufte Interessenten bereits vom Makler aussortiert werden mussten.

Natürlich betreiben Frank und Sandra Potrafke auch im Namen ihrer Mutter – sie ist die Chefin – gehörig Eigenwerbung: Der „Danziger Hof“ ist an keine Brauerei gebunden und automatenfrei. Es gibt eine Kegelbahn, und insgesamt können einschließlich überdachter Terrasse 145 Gäste aufgenommen werden. Hinzu kommt hinreichender Platz im Wohnbereich. Das alles, so beschreibt es der Makler, befindet sich „in gepflegtem Zustand“. - von Rainer Kanbach

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