Danke-Abend für Ehrenamtliche in Eveking

Sorgte für ein gelungenes Kabarett-Menü: Martin Funda. ▪

WERDOHL ▪ Zu einem so genannten Danke-Abend – dem Vierten in dieser Form – hatte Pfarrer Dirk Grzegorek am Freitagabend alle ehrenamtlichen Helfer und deren Partner aus seinem Gemeinebezirk in die evangelische Friedenskirche in Eveking eingeladen.

Versprochen hatte er neben einem „lecker Essen“ vor allem eine „würzige“ Zugabe – ein Kabarett-Menü mit Martin Funda aus Sprockhövel, den der Geistliche aus dem Versetal noch aus seiner Studienzeit kennt.

Gemeinsam waren beide seit 1986 einen kleinen Teil des Lebensweges miteinander gegangen, nachdem Funda sein Musikstudium abgebrochen und sich der Verkündigung des Wortes Gottes verschrieben hatte. Die Musik hat er sich dennoch erhalten. Um sie herum – oder auch umgekehrt, je nach Sichtweise – baute er sich ein Kabarett-Programm, das – wie könnte es anders sein – „im Dunstkreis der Kirche“ angesiedelt ist, wie er selbst sagt.

Und so lernte der begeisterte Zuhörer im Schnellprogramm, dass es sich gehört, die Mütze abzunehmen, wenn man die Kirche betritt, während andere, „anständige“ Leute, noch zu Hause im Bett liegen.

Was eine paradoxe Intervention ist, wurde im Vorbeigehen geklärt – und auch die Tatsache, dass manch Zuhörer schon in dem Alter ist, in dem der Pfarrer zum Geburtstag vorbeischaut, wurde wohlwollend mit Beifall bedacht. Dass man einen evangelischen Pfarrer daran erkennt, dass er Sachen macht, die er nicht kann, mag den Hausherrn vielleicht mit Schmunzeln zum Nachdenken anregen; vielmehr jedoch noch die Frage: Lese ich denen was aus der Bibel vor – oder waren die damals noch mit dabei?

Neu war auch die Erkenntnis, dass der Regenbogen keine Erfindung von Greenpeace ist, sondern bei den Juden geklaut wurde und Kirchenmusik im Laufe der Jahre Lagerfeuer-kompatibel geworden ist. Letzteres hielt Martin Funda nicht davon ab, die Rapper-Rolle einzunehmen, einen interreligiösen Dialog auf der Geige zu wagen und den „Sinn des Lebens“ höchst eigenwillig zu interpretieren. Mit einem Satz: Was sich als Einladung für die rund 80 erschienenen Helfer als völlig unspektakulär darstellte, entwickelte sich als spannender, unterhaltsamer Abend, der durchaus noch eine Zugabe verdient – vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt. ▪ Von Rainer Kanbach

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