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Dank Sponsoren: Feuerwehr Kleinhammer erhält neue Ausrüstung

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Von: Thomas Krumm

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Hoch mit dem Ding! Generator und Hochleistungslampen bestanden die erste Funktionsprüfung bestens.
Hoch mit dem Ding! Generator und Hochleistungslampen bestanden die erste Funktionsprüfung bestens. © Krumm, Thomas

Das hatte Stil: Mit einem kleinen Fest am Gerätehaus hat sich der Löschzug Kleinhammer bei allen Sponsoren bedankt, die dazu beigetragen haben, die Ausrüstung der Feuerwehr mit zwei besonderen Anhängern zu verbessern.

Werdohl – Auch viele weitere Gäste konnten den Generator in Funktion erleben, den neuen Transportanhänger anschauen und sich die Geschichte dieser Ergänzung der Ausrüstung anhören.

In seiner Begrüßung dankte Zugführer Klaus Sbresny den zahlreichen Sponsoren. Den Vortrag der Geschichte, wie es dazu kam, überließ er dem stellvertretender Zugführer Markus Jacoby. Er kam dieser Aufgabe mit Humor, Schwung und Erzähltalent nach. Wie so vieles in der Region begann diese Geschichte mit der großen Flut im Juli 2021. Die Lage war bedrohlich, es wurden Schütten und Schaufeln gebraucht, und der OBI-Baumarkt in Lüdenscheid engagierte sich und stellte dringend gebrauchtes Material kostenlos zur Verfügung. „Bring ein großes Auto mit“, hieß es, bevor sich ein Kleineinsatzfahrzeug (KEF) auf den Weg nach Lüdenscheid machte. „Wir wurden aufs Freundlichste begrüßt“, erinnerte sich Markus Jacoby. „Wir gingen im Schlepptau durch den Laden. Als erstes wurden uns Schneeschaufeln angeboten.“ Diese sollten sich als sehr hilfreich erweisen, um durchflutete Wohnungen nach dem Abfließen des Wassers vom Schlamm zu befreien. Weil die Pumpen der Feuerwehr zwar für große Mengen Wasser geeignet sind, nicht aber für immer wieder in kleineren Mengen nachsickerndes Wasser, waren auch Tauchpumpen sehr gefragt. OBI rief zu einer Sammlung gebrauchter Tauchpumpen auf, und zwei Wochen später standen „40 bis 50 Tauchpumpen“ zur Verfügung.

Markus Jacoby (Mitte) erzählte lebendig die Geschichte, wie es zur Anschaffung der beiden neuen Anhänger kam.
Markus Jacoby (Mitte) erzählte lebendig die Geschichte, wie es zur Anschaffung der beiden neuen Anhänger kam. © Krumm, Thomas

Auch für die Feuerwehr-Löschgruppe Kleinhammer stellte sich nach diesen dramatischen Ereignissen die Frage, wie man sich für ähnliche Ereignisse in der Zukunft besser wappnen könne. „Wenn das heute wieder so regnen würde, würde das Gleiche passieren“, stellte Markus Jacoby fest. „Die technischen Hilfeleistungen werden immer mehr.“ Gebraucht werden im Katastrophenfall Pumpen und Motorsägen. Im Ahrtal waren viele Menschen nach der Flut ohne Strom. Der Löschzug Kleinhammer initiierte daraufhin eine Spendenaktion. Die Basis von 15 000 Euro legte die Allianzversicherung. Ihr Altenaer Mitarbeiter Oliver Diehl war bei einem Feuerwehr-Einsatz während der Flut ums Leben gekommen. Der TuS Versetal bedankte sich mit einer Spende dafür, dass die Feuerwehr ihm das Vereinsheim nach der Flut leergepumpt hatte. „Das hätten wir sowieso gemacht“, bemerkte Markus Jacoby. Viele weitere Sponsoren kamen hinzu. Familie Herr legte schließlich noch 8000 Euro drauf. Der Ankaufspreis von 68 000 Euro für ein Generatoren-Flaggschiff des Marktführers Endress blieb dennoch unerschwinglich. Doch es gab ein kleineres Modell für 26 500 Euro, und dafür reichten die Spenden. „Wir haben den selber abgeholt.“ 3500 Euro legte der Löschzug noch für eine Teleskopstange mit starken Leuchten hin, die die Fortsetzung von Rettungs- und Aufräumarbeiten bei Nacht ermöglichen. Generator und Leuchten durften am Gerätehaus ihre Funktionstüchtigkeit demonstrieren. Was noch fehlte, sei eine „hohle Nuss“ gewesen, um Sondermaterialien zu transportieren, also ein geräumiger Anhänger. Hier wurde sich der Löschzug mit einem Stuttgarter Hersteller einig. Was noch fehlt, ist eine Schmutzwasserpumpe. Das liegt aber nur an der Lieferzeit, die aufgrund des riesigen Bedarfs immer noch bei 18 Monaten liegt.

„Das Tal hält zusammen“, fasste Bürgermeister Andreas Späinghaus die erfolgreiche Spendenaktion und die Anstrengungen zur Erweiterung der Ausstattung des Löschzugs Kleinhammer zusammen. Die Stadt Werdohl sei der Feuerwehr derzeit „sehr nahe“. Damit meinte er intensive Kontakte zwischen Verwaltung und den Löschzügen, um die Feuerwehren der Stadt auf die neuen Herausforderungen vorzubereiten. Das schließe sowohl die Ausstattung mit Geräten und Fahrzeugen als auch Bemühungen um die Instandsetzung teilweise maroder Gebäude ein, erklärte der Bürgermeister im Gespräch. Eine große Aufgabe sei auch die Wiederherstellung von Löschteichen, von denen viele bei der Flut zerstört wurden.

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