Coworking Space in Werdohl: Skepsis überwiegt

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Arbeiten im Coworking Space.

Werdohl - Die Ideen von Werdohls Wirtschaftsförderer Andreas Haubrichs, leer stehende Räume im städtischen Gewerbehof an der Neustadtstraße für einen sogenannten Coworking Space zu nutzen, haben die Politik bislang nicht überzeugen können.

Nachdem die Idee bereits im Ausschuss für Umwelt und Stadtentwicklung (Ustea) praktisch durchgefallen war, war am Montag auch im Hauptausschuss die Skepsis groß. 

Haubrichs Idee sieht vor, auf einer Fläche von etwa 450 Quadratmetern Miet-Arbeitsplätze für Freiberufler in einem gemeinsam genutzten Büro anzubieten. Coworking Spaces werden gern als das Arbeitsmodell der Zukunft dargestellt: Eine freiberufliche Grafikerin teilt sich einen Schreibtisch mit einem Start-up-Unternehmer und einem Programmierer, der von seinem Wohnort aus für ein Unternehmen in den USA arbeitet. So global sehen gemeinsam genutzte Büros in Großstädten aus. Weltweit sollen schon 1,7 Millionen Menschen in rund 19 000 Coworking-Spaces registriert sein, lautet das Ergebnis der Umfrage Global Coworking Survey. Auch in Deutschland ist das Modell auf dem Vormarsch. In Nordrhein-Westfalen gibt es Coworking Spaces beispielsweise in Dortmund oder Hamm, aber auch in Iserlohn. 

Auch ein Modell für Werdohl? 

Doch ist dies auch ein Modell für Werdohl? Wirtschaftsförderer Andreas Haubrichs glaubt daran. Die Politik ist aber noch zurückhaltend. Bei der CDU beispielsweise gibt es Skepsis, ob so etwas in Werdohl überhaupt Erfolg haben könnte und wie im Fall des Misserfolgs mit den Fördermitteln umgegangen werden müsste. „Was passiert, wenn das nicht angenommen wird? Dürfen die Flächen dann auch wieder anders genutzt werden?“, wollte CDU-Ratsherr Christoph Plaßmann wissen. 

Der SPD fehlen noch Informationen. „Was Herr Haubrichs im Ustea präsentiert hat, war sehr wenig. Das hat in unserer Fraktion keinen überzeugt“, sagte in der Sitzung des Hauptausschusses am Montag beispielsweise SPD-Fraktionschef Wilhelm Jansen. Ähnlich ist die Haltung in der WBG. „Wir sind nicht strikt dagegen“, sagte deren Fraktionssprecher Thorsten Hänel. „Wir brauchen aber einfach mehr Informationen, vor allem über die Fördermöglichkeiten.“ 

Fachbereichsleiter Thomas Schroeder, in dessen Zuständigkeitsbereich die Nutzung des Gewerbehofes fällt, sprach von einem „Signal, dass gute Aussicht auf Förderung“ des Vorhabens mit öffentlichen Mitteln bestehe. Um diese Mittel abrufen zu könne, bedürfe es aber zunächst einer konkreten Planung. Und ein solches Konzept sowie die Beauftragung von Dienstleistern und Beratern kosten nach Schätzungen der Verwaltung etwa 12 000 Euro. 

Zustimmung zunächst verweigert 

Im Hauptausschuss haben die Politiker ihre Zustimmung zu dem Vorschlag, dieses Geld schon 2019 bereitzustellen, zunächst verweigert. Die Thematik solle im Ustea noch einmal ausführlich beraten werden, fanden sie. Dieser Ausschuss kommt am 11. Dezember wieder zusammen.

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