Coworking-Space: Nur mäßiges Interesse

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Ein Coworking-Space-Angebot stieß im Ausschuss nicht auf große Gegenliebe.

Werdohl - Die Idee, in den Räumen der ehemaligen Sportschule Zirnsak im städtischen Gewerbehof an der Neustadtstraße einen sogenannten Coworking Space einzurichten, fiel am Montag im Ausschuss für Umwelt und Stadtentwicklung praktisch durch.

Wirtschaftsförderer Andreas Haubrichs konnte die Idee, Miet-Arbeitsplätze für Freiberufler in einem gemeinsam genutzten Büro anzubieten, nicht überzeugend vermitteln. 

Ganz bewusst habe er nur die Idee vorgestellt, so Haubrichs, belastbare Zahlen könne erst ein geschätzt 12 000 Euro teures Gutachten liefern. Auch dann sei nicht garantiert, ob ein Coworking Space in Werdohl funktionieren könne. Die Entscheidung wurde in die Ratssitzung verschoben, in der der Haushalt verabschiedet wird. 

Viele offene Fragen

Bei so vielen offenen Fragen zeigten die Politiker im Ausschuss nur mäßiges Interesse an der unausgereiften Idee. Christoph Plaßmann sagte für die CDU, dass seine Fraktion an diesem Tage nicht zustimmen werde. 

Haubrichs machte auf die Politiker am Montag nicht den Eindruck, besonders engagiert für diese Idee zu kämpfen. „Wenn Sie das hier nicht wollen, beschäftigen wir uns mit etwas anderem“, sagte er nach seinem Vortrag über Beispiele von Coworking Spaces in Berlin, Köln, Prüm und Sümmern. Mehr Einsatz zeigte Fachbereichsleiter Thomas Schroeder, der Vorgesetzte von Haubrichs. Coworking Spaces gebe es nicht von der Stange, für Werdohl müsse ein passgenaues Konzept entwickelt werden. Es könne auch sein, dass es am Ende nicht erfolgreich werde. Schroeder räumte ein, dass es im Augenblick mehr Fragen als Antworten gebe. Allerdings könne Werdohl auf dem Weg in die Zukunft einen Schritt machen: „Wir könnten Chancen heben, die man im Augenblick noch nicht erkennen kann.“ 

Wilhelm Jansen von der SPD, der in der Vergangenheit häufig von der Verwaltung neue Ideen und ein Vorangehen eingefordert hatte, begrüßte den Vorschlag. Es sei gut, wenn sich die Verwaltung mit solchen Zukunftsprojekten beschäftige. Allerdings sei man noch nicht so weit, an diesem Tage zu entscheiden. 

Oßenberg: „Sehr wenig Fleisch am Knochen“ 

Volker Oßenberg sah für die WBG „sehr wenig Fleisch am Knochen“ und erkannte, dass es wohl kaum weitere Informationen geben könne, bevor nicht ein Gutachten in Auftrag gegeben würde. 

Fachbereichsleiter Schroeder machte im Verlauf der Diskussion klar, dass seiner Meinung nach ein kommunaler Coworking Space in der Größenordnung der Stadt Werdohl niemals kostendeckend laufen werde. In Werdohl werde aller Voraussicht nach nur ein subventioniertes Angebot funktionieren, das sei im besten Sinne Wirtschaftsförderung. Ein Coworking Space im Gewerbehof sei sicher keine Sache, bei der die Stadt Gewinne erwirtschaften werde – was im Übrigen auch gar nicht Ziel der Stadt sein dürfe. 

12 000 Euro ein geschätzter Wert

Die 12 000 Euro für ein Gutachten seien ein geschätzter Wert, räumte der Fachbereichsleiter ein, allerdings sei der Wert nicht vollkommen aus der Luft gegriffen. Bis zu den Haushaltsplanberatungen werde er sicher nicht in der Lage sein, weitere Informationen liefern zu können. Allerdings sei die Südwestfalen-Agentur von der Idee „nicht abgeneigt“, möglicherweise könne man den Coworking Space zu einem Regionale-2025-Projekt entwickeln. 

„Wir sollen also eine innovative Idee mit vollem Risiko fördern?“, brachte Volker Oßenberg die Skepsis aller Fraktionen auf den Punkt. Zumindest am Montag widersprach ihm niemand.

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