Betrieb läuft vorerst weiter

Coronavirus zwingt dieses Unternehmen im MK in die Insolvenz

+
Die Firma Karl Hesmer, die in Dresel Maschinen und Präzisionswerkzeuge baut, hat Insolvenz anmelden müssen.

Werdohl – Das Coronavirus hat in der Werdohler Wirtschaft sein erstes Opfer gefunden: Die Werkzeug- und Maschinenfabrik Karl Hesmer GmbH in Dresel hat Insolvenz anmelden müssen.

Wie es mit dem Unternehmen, das 26 Mitarbeiter beschäftigt, weitergeht, ist derzeit offen. 

Rechtsanwalt Peter Harkämper vom Lüdenscheider Büro Becher und Partner, das mit der Abwicklung des vorläufigen Insolvenzverfahren beauftragt worden ist, nannte als Grund für die drohende Zahlungsunfähigkeit des Werdohler Traditionsunternehmens einen Auftragsrückgang, der auf die Coronakrise zurückzuführen sei. Seinen Worten zufolge hatte Karl Hesmer seine Mitarbeiter auch schon in die Kurzarbeit geschickt, um noch die Kurve zu kriegen. Letztlich waren wohl alle Rettungsmaßnahmen erfolglos, es blieb nur der Gang zum Insolvenzgericht. 

Coronavirus in Werdohl: Löhne sind für drei Monate gesichert

Durch die Zahlung von Insolvenzgeld durch die Bundesagentur für Arbeit seien die Löhne zumindest für die nächsten drei Monate gesichert, erklärte Rechtsanwalt Harkämper weiter. Auch Kündigungen seien bislang nicht ausgesprochen worden. Und für die Zukunft des Unternehmens sieht Harkämper ebenfalls nicht ganz schwarz. Dass sich der seit mehr als 80 Jahren in Werdohl ansässige Werkzeug- und Maschinenbauer aus eigener Kraft aus dem Insolvenzverfahren befreien könne, sei zwar trotz vorhandener Aufträge „eher schwierig“, sagte Harkämper. Wenn jedoch ein Investor einsteige, könne das Unternehmen möglicherweise dauerhaft gerettet werden. 

Geschäftsführer und Inhaber der Firma Karl Hesmer ist seit dem 1. Juli 2017 der heute 44-jährige Michael Nitsch. Mit einem Fünf-Achs-Fräszentrum hatte er nach seinem Einstieg im Sommer 2017 bereits eine Erweiterung des Produkt-Portfolios vorgenommen. „Wir können Motorgehäuse für Klassik-Fahrzeuge erstellen, also Aluminium-Gussteile für Oldtimer“, hatte er damals verkündet und eine Vergrößerung der Belegschaft auf etwa 50 Mitarbeiter sowie eine Steigerung des Jahresumsatzes als Ziele ausgegeben. 

Kunden aus Deutschland, Brasilien und China

Kunden kommen aus ganz Deutschland und dem europäischen Ausland, einige Hesmer-Maschinen laufen aber auch in Brasilien und China.

Mehr zum Coronavirus und den Auswirkungen auf die Region lesen Sie hier im MK-Liveticker.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare