Es gibt ein Hintertürchen

Keine Großveranstaltungen bis Ende Oktober: Verbot trifft auch Werdohl

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Viel los ist alljährlich beim Sauerländer Apfelfest auf dem Hof Crone, hier ein Foto aus dem Vorjahr. Weil Bund und Länder die Durchführung von Großveranstaltungen nun bis Ende Oktober verboten haben, ist auch das Apfelfest davon betroffen.

Werdohl – Wegen der Corona-Pandemie haben sich Bund und Länder darauf verständigt, das zunächst bis Ende August ausgesprochene Verbot von Großveranstaltungen nun bis mindestens Ende Oktober auszuweiten. Das wirft auch die Planungen von Veranstaltern in Werdohl durcheinander.

Ein Hintertürchen gibt es allerdings noch: Das Verbot gilt nur für solche Veranstaltungen weiter, bei denen eine Kontaktverfolgung und die Einhaltung von Hygieneregelungen nicht möglich ist. Lassen sich diese Vorgaben einhalten, dann wäre demnach theoretisch schon am 1. September eine Großveranstaltung möglich. 

Mit ziemlicher Sicherheit wird das Sauerländer Apfelfest auf dem Hof Crone dennoch ausfallen müssen. Es ist für den 18. Oktober geplant. Diese Veranstaltung zieht Jahr für Jahr mehrere tausend Besucher an. Diese müssten alle namentlich erfasst und genau gezählt werden. Zudem soll nach Wunsch von Bund und Ländern auch der Mindestabstand von 1,5 Metern weiterhin eingehalten werden. 

Eigentlich 25. Auflage in diesem Jahr

In diesem Jahr wäre das Angebot wegen des 25-jährigen Bestehens der Veranstaltung möglicherweise besonders groß ausgefallen; viele Familien aus Werdohl und dem ganzen Märkischen Kreis wären auf den Höhen Werdohls zusammengekommen. Daraus dürfte nun nichts werden, auch wenn das Naturschutzzentrum Märkischer Kreis, das das Apfelfest zusammen mit Bauer Christian Crone veranstaltet, den Termin noch nicht offiziell gestrichen hat. 

Eine Woche später stünde der Werdohler Bauernmarkt auf dem Programm. Es gab sogar schon Überlegungen, ihn in diesem Jahr erstmals zusammen mit dem Tag der Rettungskräfte durchzuführen, der ja im Frühjahr wegen der Corona-Ansteckungsgefahr bereits abgesagt werden musste. „Wir hatten den 25. Oktober ins Auge gefasst“, sagt Claas Marienhagen vom Werdohler Stadtmarketing. Zumindest aus der Doppelveranstaltung dürfte nun nichts werden. „Die wäre ja dann mit einem verkaufsoffenen Sonntag verbunden, weshalb wir natürlich viele Besucher erwarten“, gab Marienhagen Einblick in die Überlegungen. Unter den gegebenen Bedingungen wäre das wohl undenkbar. 

Coronavirus in Werdohl: Tag der Rettungskräfte wohl erst 2021 wieder

Trotzdem ist Marienhagen darüber offensichtlich nicht übermäßig traurig: Eine Durchführung des Tags der Rettungskräfte wäre unter Corona-Bedingungen ohnehin schwierig gewesen, berichtet er. Weil viele der potenziellen Teilnehmer – von der Feuerwehr über die Rettungsdienste bis zu den Hilfsorganisationen – zur systemrelevanten Infrastruktur gehören, hätten sie gar nicht teilnehmen dürfen. „Wir wollen ja auch nicht, dass gerade die Rettungskräfte krank werden“, sagt Marienhagen, der deshalb davon ausgeht, dass der Rettungskräfte-Tag in diesem Jahr überhaupt nicht mehr stattfinden wird. Ob der Bauernmarkt ohne den Tag der Rettungskräfte stattfinden kann, ist derzeit schwer abzuschätzen. Wenn das Ordnungsamt der Stadt Werdohl ihn als Marktveranstaltung einstuft und mit dem Wochenmarkt gleichsetzt, wäre eine Durchführung möglich. 

Marienhagen blättert aber auch schon ein wenig weiter im Terminkalender: Am 12. und 13. Dezember soll eigentlich der Werdohler Weihnachtsmarkt stattfinden. Sollte das Verbot für Großveranstaltungen auch dann noch gelten, würde der ebenfalls dem Coronavirus zum Opfer fallen. Gleiches könnte für den Versetaler Winterzauber am 21. und 22. November gelten. 

Berufsorientierungsmesse soll stattfinden

Ohnehin schon auf den November, vielleicht auch erst den Dezember hat das Organisationsteam um den Werdohler Wirtschaftsförderer Andreas Haubrichs und Sandra Horny (Stadtmarketing Neuenrade) die Berufsorientierungsmesse (Bom) verschoben. Damit solle, so Haubrichs, dem Wunsch der Schulen und auch des größten Teils der Arbeitgeber nach einer Präsenzveranstaltung Rechnung getragen werden. 

Die Verlängerung des Verbots von Großveranstaltungen möglicherweise auch über den 31. Oktober hinaus würde nach Ansicht von Haubrichs aber nicht zwangsläufig das Aus bedeuten. Zuletzt seien zwar rund 800 Besucher gekommen, „aber auch die waren ja nicht alle auf einmal da“, sagt der Wirtschaftsförderer. Durch eine geschickte Planung und Absprachen, vielleicht sogar durch eine Verlängerung auf zwei Tage, könne die Zahl der gleichzeitig anwesenden Personen auf ein vertretbares Maß reduziert werden, glaubt er. „Deshalb sehe ich schon Chancen, dass wir das irgendwie hinbekommen“, ist Andreas Haubrichs zuversichtlich.

Mehr zum Coronavirus und den Auswirkungen auf die Region gibt es hier im MK-Liveticker.

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