Kontaktpersonen nochmals untersucht

Corona-Fall in Werdohler Kita: Ergebnisse des zweiten Tests liegen vor

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Eine Mitarbeiterin des Märkischen Kreises hat gestern Morgen noch einmal Abstriche aus dem Rachenraum der schon einmal getesteten Kinder und Erzieherinnen der Kita Momo genommen.

Werdohl – [Update 16. Juli] Die Gesundheitsdienste des Märkischen Kreises haben die Mädchen und Jungen sowie die Erzieherinnen der Kita-Gruppe, in der in der vergangenen Woche ein Kind positiv auf das Coronavirus getestet worden war, am Mittwoch noch einmal untersucht. Mittlerweile liegen die Ergebnisse vor.

Auf einem abgetrennten Bereich des Schulhofes in Kleinhammer wurden von allen 14 Kindern und den beiden Erzieherinnen noch einmal Abstriche genommen. 

Die Stadt Werdohl hatte dafür eigens Sichtschutzwände der Feuerwehr aufgestellt, damit die Entnahme von Untersuchungsmaterial aus der Schleimhautoberfläche des Rachens zwar draußen, aber doch in einem vor Blicken einigermaßen geschützten Raum stattfinden konnte. In zwei Gruppen hatte das Kreisgesundheitsamt die zu untersuchenden Kinder und Erwachsenen zum Abstrich bestellt, damit ein Zusammentreffen mehrerer Kontaktpersonen möglichst vermieden wurde. Nach rund einer Stunde hatte die Mitarbeiterin des Märkischen Kreises alle Speichelproben entnommen. Ein Ergebnis soll nach Worten von Gesundheitsamtsleiter Volker Schmidt bis spätestens Donnerstagabend vorliegen. 

Coronavirus in Werdohl: Eltern reagieren irritiert auf zweite Untersuchung

Doch warum wurden die Kinder überhaupt noch einmal getestet, nachdem sie doch erst am vergangenen Freitag auf eine Covid-19-Erkrankung untersucht worden waren? Einige Eltern reagierten etwas irritiert auf diese zweite Untersuchung ihres Kindes innerhalb von nur fünf Tagen. „Wir haben den zweiten Abstrich genommen, um auf der sicheren Seite zu sein“, erklärte Schmidt. „Bei einem sehr frühen Test ist eine Infektion oft nicht nachweisbar, weil keine Symptome feststellbar sind und keine Viruslast vorliegt.“ Es könnte also sein, dass bei einer der in der vergangenen Woche negativ getesteten Person inzwischen Covid-19-Erreger nachgewiesen werden können. 

Ob das der Fall ist, sollte möglichst schnell untersucht werden. Wenn auch jetzt wieder alle Proben negativ seien, ende für die als Kontaktpersonen eingestuften Kinder und Erzieherinnen am Donnerstagabend bereits die 14-tägige Quarantänezeit, sagte der Leiter des Kreisgesundheitsamtes am Mittwoch. Damit wären die Kontaktpersonen nach dem Test am vergangenen Freitag also de facto nur eine Woche in Quarantäne gewesen. „Die Quarantänezeit wird immer vom Ursprungsfall aus berechnet“, klärte Volker Schmidt auch an dieser Stelle auf. Laut Bundesgesundheitsministerium entspricht sie der maximalen Dauer der Inkubationszeit, also der Zeit zwischen einer möglichen Ansteckung mit dem Virus und dem Auftreten von Symptomen. 

Quarantäne wird bei positiven Testergebnissen verlängert

Sollte diese abschließende Untersuchung ein positives Testergebnis erzeugen, hätte dies nur Konsequenzen für die betroffene Person und deren häusliche Lebensgemeinschaft im Quarantänezeitraum, sie müssten also länger in Quarantäne bleiben. Die Betreuungsgruppe der Kita Momo könnte dann trotzdem wie geplant am Freitag wieder ihren Betrieb aufnehmen. Und die Familien der negativ getesteten Kinder könnten in den Urlaub fahren. 

Dass sich, wie in Werdohl, auch Kinder mit dem neuartigen Coronavirus anstecken, ist bisher eher selten, aber doch möglich. „Gerade kleinere Kinder sind oftmals symptomlos. Die Virologen streiten noch darüber, warum das so ist, es gibt darüber noch keine abschließenden Erkenntnisse“, sagte Schmidt. Auch sei in dem Fall des Werdohler Kindes der Ursprung der Infektion nicht genau zu lokalisieren. „Im Elternhaus des Kindes gab es Symptome einer Covid-19-Erkrankung, deshalb ist auch das Kind getestet worden“, erklärte Schmidt, warum die Infektion bei dem Kind überhaupt aufgefallen ist.

Testergebnisse liegen jetzt vor

Am Donnerstagnachmittag (16. Juli) lagen bereits die Laborergebnisse der zweiten Testreihe vor. „Alle Testergebnisse waren negativ“, teilte  Kreis-Pressesprecherin Ursula Erkens auf Nachfrage mit. Damit könnten die betroffenen Familien nun beruhigt in den Urlaub fahren.

Mehr zum Coronavirus und den Auswirkungen auf die Region lesen Sie hier im MK-Liveticker.

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