Der Kontakt fehlt

Seit Wochen keine Treffen: Stammtische hoffen auf Corona-Lockerungen

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Die Pflanzaktion des Bürgerstammtischs an der Lennepromenade liegt in diesem Jahr aufgrund der Coronakrise auf Eis. Ob, wann und in welchem Rahmen sie eventuell noch stattfinden könnte, ist derzeit noch ungewiss.

Werdohl/Neuenrade/Balve – „Klar, ganz besonders vermissen in dieser Zeit alle die Dönekes – und die gemeinsamen Erinnerungen an vergangene Zeiten“, stellt Bernd Buntenbach fest.

Der Neuenrader ist mit seinen 73 Jahren das „Nesthäkchen“ innerhalb der fünfköpfigen Gruppe, die sich normalerweise alle 14 Tage zum gemütlichen Beisammensein im Kaisergarten trifft. 

In den Zeiten der Corona-Krise ist das natürlich anders: „Wir rufen uns regelmäßig an, um zu erfahren, ob es allen gut geht.“ Bisher sei das auch so, freut sich Buntenbach. Und damit es auch so bleibe, würden sich die Senioren auch bei einer eventuellen Öffnung des Kaisergartens nicht sofort wieder dort treffen. „Schließlich sind außer mir bereits alle Mitte 80 und gehören zur Risikogruppe“, beschreibt Buntenbuch die Situation der Mitglieder des kleinen Stammtischs, der aus einem Mitte der 1950er-Jahre gegründeten Kegelclub hervorgegangen ist. 

Coronavirus in Neuenrade: Bürgerstammtisch in den Startlöchern

Dagegen stehen die Mitglieder des Werdohler Bürgerstammtischs sozusagen schon in den Startlöchern. Insbesondere, weil sich die engagierten Bürger nicht ausschließlich um die Pflege der Gemeinschaft, sondern auch regelmäßig um das Erscheinungsbild ihrer Stadt bemühen. „Normalerweise würden wir in diesen Tagen Anfang Mai gemeinsam die Blumen an der Lennepromenade pflanzen“, sagt Stammtischsprecher Ralf Kronfeld. 

Sollte der Versevörder Hof – dort kommt der Werdohler Bürgerstammtisch regulär an jedem Montag ab 19 Uhr zusammen – demnächst wieder öffnen, werde sich die Gruppierung dort auch möglichst bald treffen. Kronfeld vermutet, dass es innerhalb der kommenden zwei Wochen soweit sein könnte. Er hat bereits entsprechende Überlegungen angestellt: „Ein Treffen mit 30 Personen ist dort natürlich nicht möglich. Vermutlich würden wir unseren Stammtisch mit Voranmeldung planen und vielleicht zehn bis maximal zwölf Personen könnten teilnehmen.“ Dass auch in diesem die Hygienevorschriften in Zusammenhang mit dem Coronavirus eingehalten würden, sei natürlich selbstverständlich, unterstreicht der Werdohler. 

"Dorfkümmerer" sind weiterhin aktiv

Augenblicklich stünden die Aktiven des Bürgerstammtischs jedenfalls nicht regelmäßig in Kontakt. „Außer zufälligen persönlichen Kontakten findet nichts statt“, sagt Kronfeld. 

Die „Dorfkümmerer“ Helmut Schäfer (r.) und Werner Kleine. Die Gruppe ist auch während der Coronakrise in Zweierteams aktiv.

Im Balver Ortsteilen Mellen ist das anders: Die „Dorfkümmerer“, die sich an jedem ersten Mittwoch im Monat vorrangig zu Arbeitseinsätzen treffen, sind trotz der Coronakrise aktiv. „Allerdings sind wir nur in Zweiergruppen unterwegs“, erklärt Helmut Schäfer, einer der Aktiven. Er unterstreicht: „Wir sind an der frischen Luft und können reichlich Abstand halten. Wenn einer von uns im Beet harkt und der andere einige Meter weiter fegt, ist das kein Problem. Wir achten sehr darauf, die Hygienevorschriften einzuhalten.“ 

Kontakt über den Dorfverteiler

Insgesamt gehörten circa zwölf Personen zu den „Dorfkümmerern“, die über den Dorfverteiler in Kontakt stünden. Schäfer: „Es ist keine geschlossene Gruppe.“ Normalerweise könne jeder Interessierte jederzeit dazustoßen und die engagierten Mellener unterstützen. Das ist derzeit nicht möglich.

Mehr zum Coronavirus und den Auswirkungen auf die Region lesen Sie hier im MK-Liveticker.

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