Umsatzrückgänge erwartet

Neues Programm: So reagiert die VHS Lennetal auf die Corona-Pandemie

+
192 Seiten umfasst das neue Kursprogramm der VHS Lennetal, das gestern in der Hauptgeschäftsstelle in Werdohl vorgestellt wurde. Ausfallen muss coronabedingt keiner der Kurse. Allerdings wurde die Teilnehmerzahl bei den Angeboten reduziert.

Lennetal – So wie vermutlich alle Bildungseinrichtungen steht die Volkshochschule (VHS) Lennetal in diesem Jahr coronabedingt vor neuen Herausforderungen.

„Die Menge der Herausforderungen ist überschaubar. Aber ihr Ausmaß bleibt abzuwarten“, sagt Holger Sellien, Leiter der VHS Lennetal. Die Schule sei aber willens für die Bildungsinteressierten vieles möglich zu machen. 

Trotz aller Unsicherheiten stellte Sellien gemeinsam mit seiner Kollegin Caren Tittel gestern auch das neue Kursprogramm vor. Es trägt den Titel „Alles bleibt. Anders?! Neue Wege, interessant, erstaunlich“, und nimmt damit schon im Titel Bezug auf die Corona-Situation. „Wir als VHS bleiben. Wir müssen und wir wollen unseren Bildungsauftrag weiter wahrnehmen“, betont Holger Sellien. Dies wird im kommenden Semester nur mit Einschränkungen möglich sein. Aber immerhin: Ausfallen muss wegen Corona zumindest planmäßig kein Kurs. 

Coronavirus in Werdohl: Weniger Teilnehmer pro Kurs

Stattdessen wurde die Kursgröße reduziert, damit in den Räumen ausreichend viel Platz für die Einhaltung von Sicherheitsabständen ist. „Weil wir die Tische mit Abstand gestellt haben, können die Kursteilnehmer im Unterricht ihre Masken absetzen“, erklärt Caren Tittel. Ansonsten gelte natürlich Maskenpflicht. Von den Klassenräumen werden in jedem Kurs Sitzpläne angefertigt. 

Mehr zum Coronavirus und den Auswirkungen auf die Region lesen Sie hier im MK-Liveticker.

Kleinere Kurse bedeuten automatisch auch weniger Teilnehmer. Menschen in Kurzarbeit fehle unter Umständen in diesem Jahr der finanzielle Spielraum für die Teilnahme an Kursen. Für die VHS bedeutet das Umsatzrückgänge. Gleichzeitig wird wegen der diversen Auflagen in Lösungen investiert. Wie drastisch der finanzielle Einbruch ausfallen wird, kann Holger Sellien zurzeit noch nicht beziffern. „Aber es wird definitiv spürbar sein.“ 

Finanzielle Unterstützung durch das Land

Die Landesregierung hat schon ihre Unterstützung zugesagt: Die Fördersumme, die die VHS erhält, die aber normalerweise an die Anzahl von Unterrichtsstunden gekoppelt ist, wird in vollem Umfang gezahlt. 

Auch wenn sich die VHS langfristig nicht von Präsenzunterricht entfernen möchte, setzt sie jetzt mehr auf digitale Angebote wie zum Beispiel die vhs.cloud. Sie ist auf die Bedürfnisse von Volkshochschulen zugeschnitten. Man kann virtuelle Klassenräume mit Terminkalendern und Schulungsunterlagen einrichten. Die Teilnehmer können im Videochat unterrichtet werden und Fragen stellen. Währenddessen können Dokumente von Kursteilnehmern allein und/oder gemeinsam bearbeitet werden. Zudem gibt es die Möglichkeit ein Whiteboard zu nutzen, auf das jeder wie an eine Tafel schreiben kann. Wo es sinnvoll ist, soll das System im kommenden Semester zum Einsatz kommen. Einige Dozenten wurden bereits dafür geschult. Die vhs.cloud soll für das sogenannte „Blended Learning“, eine sich ergänzende Mischung aus Präsenz- und Online-Angeboten, genutzt werden. 

Sport darf nicht zu anstrengend sein

Die Kurse im Bereich Gesundheit und Fitness werden ebenfalls verkleinert. Wegen des erhöhten Aerosolausstoßes, der sich bei sportlicher Aktivität kaum vermeiden lässt, müssen größere Abstände eingehalten werden. Kommt die Teilnehmergruppe richtig außer Atem, „sollen die Kursleiter die Intensität des Trainings zurückfahren“, sagt Sellien. 

An die Kursteilnehmer im kommenden Semester richtet er einen Appell: Wer interessiert an der Teilnahme sei, solle sich immer anmelden, damit die VHS einen Überblick hat, wo viel Bedarf besteht. „Wir würden dann gegebenenfalls neu planen, um diesen Bedarf zu decken“, betont der Schulleiter. 

Gute Zusammenarbeit mit den Kommunen

Großen Dank hat Sellien für die fünf Kommunen Werdohl, Neuenrade, Altena, Plettenberg und Nachrodt-Wiblingwerde übrig, in denen die VHS Lennetal aktiv ist. „Wir arbeiten sehr intensiv zusammen, für die gute Zusammenarbeit möchten wir wirklich danken.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare