Wege aus der Tristesse

Das sind die Oster-Lichtblicke für Bewohner von Seniorenheimen

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Wichernhaus-Leiterin Kerstin Medenbach (rechts) und Mitarbeiterin Renata Zitzke (links) überbringen die Osterkarten der Gernegroß-Kinder an Margarete Helmert und Günter Horn.

Werdohl - Für die Bewohner von Senioreneinrichtungen könnte dieses Osterfest eine ziemlich trostlose Angelegenheit werden. Besuche von Angehörigen und Freunden sind aufgrund der Corona-Pandemie verboten. Es gibt aber Lichtblicke. Dafür sorgen die Einrichtungen selbst, aber auch Kinder aus der Stadt.

„Für unsere Bewohnerinnen und Bewohner ist das keine schöne Situation“, fühlt Sonia Tabiadon, Einrichtungs- und Pflegedienstleistung im Seniorenzentrum an der Stadtklinik, mit den alten Männern und Frauen. Gerade die bevorstehenden Ostertage würden zu einer Belastungsprobe für die Menschen, die von ihren Angehörigen abgetrennt sind aufgrund der gesundheitlichen Lage, die draußen in der Welt alles beherrscht.

Nicht anders sieht es im Seniorenzentrum Wichernhaus aus, weiß Kerstin Medenbach. Die Einrichtungsleiterin erinnert daran, dass sie schon seit dem 16. März keine Besucher mehr ins Haus lassen darf. Ausnahmen seien Gäste, die entweder kommen, um die medizinische Versorgung der Senioren sicherzustellen, oder Handwerker, wenn nicht aufschiebbare, notwendige Reparaturen anstehen.

„Corona macht auch vor den Feiertagen nicht Halt“, bedauert Kerstin Medenbach vom Wichernhaus. „Das ist belastend für unsere Bewohner“, weiß die gute Seele des Hauses. „Doch die Angehörigen bringen für ihre Liebsten Ostergestecke und Süßigkeiten an den Haupteingang, die wir dann auf die Zimmer bringen“, bemüht sie sich um Lichtblicke für „ihre“ Senioren.

Coronavirus: Ostergottesdienst auf DVD

Ein wenig Ablenkung schicken nun einige Kinder der interkulturellen Spielgruppe „Griffbereit“, welche an die städtische Kita Gernegroß angeschlossen ist, ins Wichernhaus. Gemeinsam mit ihren Eltern hatten die Mädchen und Jungen 75 Osterkarten für die Senioren gebastelt – versehen mit guten Wünschen. Die Bewohner des Seniorenzentrums freuen sich derzeit sehr über die bunten Grüße.

Die interkulturelle Gruppe „Griffbereit“ der Kita Gernegroß hat Ostergrüße für Senioren im Wichernhaus gebastelt.

Ein bisschen Alltag bringt indirekt die Evangelische Kirchengemeinde Werdohl ins Wichernhaus – in Form einer DVD. Auf dieser ist ein vorproduzierter Ostergottesdienst zu sehen, den Einrichtungsleiterin Medenbach mit ihrem Team an den Feiertagen in die Zimmer der Senioren spielen wird. Dort können die Bewohner den Gottesdienst verfolgen, ohne zusammen kommen zu müssen.

Medenbach verrät: „Wir lassen keine Gruppen von mehr als fünf Personen mehr aufeinandertreffen.“  Auch im Seniorenzentrum an der Stadtklinik treffen die Bewohner einander allenfalls im Speisesaal. Dort ist alles österlich dekoriert und Lichter sorgen zudem für eine festliche Atmosphäre, schildert Leiterin Tabiadon.

Videokonferenzen mit Angehörigen

Und der Fernseher ist auch in dieser Einrichtung dieser Tage besonders wichtig. „Wir richten für die Senioren Videokonferenzen mit ihren Angehörigen an den Feiertagen ein“, kündigt Tabiadon an.

Ganz so weit sind sie im Wichernhaus noch nicht. „Aber das Perthes-Werk hat Tablets bestellt, mit denen wir so was dann auch bald machen können“, verrät Einrichtungsleiterin Medenbach, dass Abhilfe bereits auf dem Weg ist.

Ansonsten ändert sich derzeit alles gefühlt im Stundenrhythmus. Matthias Germer, stellvertretender Geschäftsführer der Märkischen Kliniken und zuständig für das Seniorenzentrum an der Werdohler Stadtklink, hat nachgezählt: „Im Laufe der vergangenen drei Wochen haben wir 20 Erlasse des Bundesgesundheitsministeriums umgesetzt.“

Feiertagsstimmung kommt angesichts dessen bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern nicht auf. Umso mehr ist ihnen zu danken, wenn sie für die Senioren in den diversen Einrichtungen wenigstens ein kleines bisschen Normalität und Oster-Atmosphäre erzeugen.

Alle Informationen rund um das Coronavirus im Märkischen Kreis gibt es hier.

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