"Baggersee" macht Probleme

Einhaltung der Corona-Regeln: Viel Arbeit für die Ordnungsämter

Maske auf und Abstand halten: Ordnungsamtsmitarbeiter Horst Scherk kontrollierte in Neuenrade im Bereich der Geschäfte.

Werdohl/Neuenrade – Um die Corona-Pandemie einzudämmen, greift der Gesetzgeber auch in die Freiheitsrechte der Menschen ein: Abstandsgebot, Verzehr-Radius um Eisdielen, Verbot der Grüppchenbildung – und seit dieser Woche auch noch Maskenpflicht unter anderem in Geschäften, Bussen und Bahnen.

Jede Menge Arbeit also für die städtischen Ordnungsämter, um die Einhaltung der Vorschriften zu überwachen. 

Die Werdohler Ordnungsamtsleiterin Andrea Mentzel zieht eine – zumindest teilweise – positive Bilanz. Denn die Inhaber und Pächter der Restaurants und Cafés im Stadtgebiet halten sich an das Schließungsgebot, Mentzel und ihr zwölfköpfiges Team konnten bislang keine Verstöße feststellen. 

Bußgelder gegen 33 Privatleute verhängt

Ganz anders sieht es mit Privatleuten aus. 33 Bußgelder wurden bislang verhängt. Überwiegend ging es dabei um das Abstandsgebot im öffentlichen Raum. Kontrolliert wurde und wird täglich, zu zweit sei man unterwegs. In der Regel würde man die Werdohler bei Verstößen ansprechen. Meist seien die Bürger einsichtig. Aber es gebe eben auch jene, die ein zweites Mal auffielen – da sei das Ordnungsamt dann nicht kulant. 

Am Wochenende gab es unter anderem Probleme am Düsternsiepener Weg in Pungelscheid. Hier unterstützte die Polizei das Ordnungsamt, sprach am Samstag um kurz nach Mitternacht Platzverweise und Anzeigen gegen fünf Personen aus. Die Gruppe hatte in einem Auto gemeinsam Alkohol konsumiert und die Nachbarschaft lautstark unterhalten. 

Coronavirus in Werdohl: "Politik der Ermahnung" nun beendet

Speziell an Orten, die nicht ohne weiteres einsehbar sind, kontrolliert das Ordnungsamt sehr regelmäßig. Mentzel nannte hier unter anderem „das Schulzentrum“ oder „bestimmte Ecken an der Lenne“. Die Ornungsamtsleiterin weist ausdrücklich darauf hin, dass die Politik der Ermahnung nun beendet sei. Inzwischen, so lässt sie durchblicken, müssten die Beschränkungen und Regeln bei den Bürger angekommen sein. Auch vor dem Hintergrund der Lockerungen würden Verstöße nun „direkt“ geahndet und Bußgeldverfahren „sofort“ eingeleitet. 

Auch die Mitarbeiter des Neuenrader Ordnungsamtes haben kontinuierlich in ihrer Stadt kontrolliert, waren unter anderem im Innenstadtbereich und auf dem Kohlberg unterwegs. Dort habe immer wieder relativ viel Personenverkehr geherrscht, gleichwohl regelkonform. Marcus Henninger von der Stadt Neuenrade, in dessen Ressort auch Ordnungsangelegenheiten fallen, hat dafür eine Erklärung: „Wenn viel los ist, gibt es immer auch eine soziale Kontrolle.“ 

Gastronomie: Bislang keine Verstöße

Verstöße durch Gastronomen habe es auch in der Hönnestadt bislang noch nicht gegeben. Privatleute hätten aber sehr wohl schon Ärger mit dem Ordnungsamt bekommen. Im Gespräch mit den Mitarbeitern hätten diejenigen, die in nicht erlaubten Grüppchen unterwegs waren, zumeist jedoch schnell Einsicht gezeigt. „Manchmal war klar, dass die Begegnungen Zufall waren, an anderer Stelle hatte man sich offensichtlich verabredet“, bilanziert Henninger. So wurden einige Bußgelder erhoben. Henninger: „Es blieb aber überschaubar. Die Kontrollen liefen ruhig ab, wer erwischt wurde, zeigte sich einsichtig – in der Regel.“ So berichtet Henninger von einen Fall, „der etwas heftiger“ war. Den genauen Hergang wollte der Stadtmitarbeiter nicht erläutern. Zu körperlichen Attacken sei es jedoch nicht gekommen, so Henninger auf Nachfrage. 

Dabei gibt es in Neuenrade offenbar einen Hotspot, um den sich die Ordnungsbehörde immer wieder kümmern musste: der „Baggersee“ an der Winterlit. Der Steinbruch am Rande der ehemaligen Zementfabrik zieht offensichtlich immer wieder Besucher an. Merkwürdigerweise „überwiegend Auswärtige“, zeigt sich Henninger erstaunt. Gar aus dem Kreis Soest und dem Ruhrgebiet wurden dort Personen angetroffen. „Das scheint ein Geheimtipp zu sein“, vermutet Henninger, der auch darauf hinweist, dass das Betreten des Geländes ohnehin verboten sei.

bereits im vergangenen Sommer hatte es einen skurrilen Einsatz an diesem Baggersee gegeben. 

Weg zum Baggersee versperrt

Jedenfalls werde jetzt auch seitens des Besitzers sehr genau darauf geachtet, dass sich dort niemand aufhält. Der Weg zum Baggersee wurde durch das Zuschütten mit grobem Schotter und Geröll erschwert. Die Beschilderung wurde auch verbessert. „Zudem hat der Besitzer angekündigt, den Aufenthalt im Steinbruch massiv sanktionieren zu wollen“, so Henninger. 

Bleibt die Sache mit der Maskenpflicht, die seit Montag ebenfalls von den Ordnungsbehörden überprüft wird. So war in Neuenrade Horst Scherk unterwegs, um zu kontrollieren. Seine Bilanz: „Alle halten sich an die Regeln.“

Mehr zum Coronavirus und den Auswirkungen auf die Region lesen Sie hier im MK-Liveticker.

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