Den Muttertag in diesem Jahr noch mehr verdient als sonst

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Verabschiedung: Wenn die Schicht im Lidl spontan früher beginnt als sonst, springt Andrea Kurschat (r.) gerne ein. Ihre Töchter Kim Alexia (l.) und Jill Sophie (m.) lernen dann alleine oder mit Vater Matthias zu Hause weiter.

Werdohl/Affeln – Mütter und Väter haben es in diesem Jahr wahrlich nicht leicht. Homeoffice, Homeschooling: Alles muss irgendwie unter einen Hut gebracht werden. 

Es gibt viele neue Herausforderungen, mit denen man konfrontiert wird – ganz besonders natürlich, wenn man in einem der systemrelevanten Berufe arbeitet.

So jemand ist Andrea Kurschat aus Affeln. Die 42-Jährige arbeitet in einer Lidl-Filiale. Zuhause hat sie zwei Töchter, Kim Alexia (15) und Jill Sophie (11). Beide gehen eigentlich noch zur Schule, müssen wegen Corona gerade aber zu Hause bleiben. Jill Sophie besucht die Waldorfschule in Neuenrade, Kim Alexia das Albert-Schweizer-Gymnasium in Plettenberg. Täglich gibt es im Wohnzimmer der Kurschats Videotelefonate mit Lehrern. 

Coronavirus: Immer in Bereitschaft

Andrea Kurschat ist immer in Bereitschaft, falls sie im Lidl einmal spontan einspringen muss. Das könne jetzt öfter passieren, denn viele Mitarbeiter seien an ihrer Belastungsgrenze angekommen. „Es ist schon stressig geworden“, sagt die Affelnerin und berichtet, dass sie schon beleidigt worden sei, warum es kein Toilettenpapier oder Mehl gebe. Das Verhalten der Kunden sei sehr wechselhaft und wende sich seit Beginn der Maskenpflicht leider eher zum Schlechten. Für die Verkäuferin ist eine Schicht mit Maske anstrengend: „Es graust einen wirklich, man bekommt nach drei Stunden Kopf- oder Halsschmerzen“, sagt Kurschat. Aber: „Wir haben auch viel Dank von den Kunden bekommen. Unsere Arbeit wird sehr geschätzt“. 

Was Andrea Kurschat vermisst, sind kleinere Familienausflüge, zum Beispiel in die Eisdiele. Aber das vermiest ihr die Laune nicht, denn sie sieht die positiven Dinge. Zum Beispiel, dass sie mehr gemeinsame Zeit mit ihrem Ehemann Matthias verbringen kann, der gerade in Kurzarbeit ist. Sogar der zeitweisen Nudelknappheit hat die Familie etwas Positives abgewonnen: „Wir haben wieder eine unheimliche Freude an Kartoffeln und hatten vergessen, wie toll die schmecken.“ 

"Ich bin das ganze Jahr Mutter"

Und freut sich Andrea Kurschat nun in diesem Jahr umso mehr auf den Muttertag? „Nein. Ich bin ja das ganze Jahr Mutter und nicht nur an einem Tag.“ Deshalb seien ihr die kleinen, alltäglichen Freuden und gemeinsame Zeit mit der Familie auch viel wichtiger als jedes Muttertagsgeschenk. „Aber ich freue mich natürlich, wenn an mich gedacht wird.“

Mehr zum Coronavirus und den Auswirkungen auf die Region lesen Sie hier im MK-Liveticker.

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