Maskenpflicht: Gummiband in einer Stadt im MK schon ausverkauft

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Masken mit Totenkopf näht eine Frau derzeit.

Werdohl/Neuenrade –

Die Werdohler Bürgermeisterin Silvia Voßloh (CDU) hatte sich schon am Samstag an die Nähmaschine gesetzt und Stoffmasken in verschiedener Ausführung für ihre Familie genäht. „Das war für mich nur eine Frage der Zeit“, kommentierte sie die Entscheidung des Landes, ab Montag, 27. April, eine Maskenpflicht für den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) und die Geschäfte einzuführen. 

Ebenso vorausschauend habe sie im Werdohler Rathaus gehandelt. Für Feuerwehr, Ordnungsamt und Jugendamt sind FFP2-Schutzmasken besorgt worden, eine größere Zahl von einfachen Schutzmasken für die Mitarbeiter im Rathaus liegen in Reserve. 

Coronavirus im MK: Besser geringer als gar kein Schutz

Momentan ist das Rathaus für den Besucherverkehr geschlossen, aber es könne ja durchaus bald zu Lockerungen kommen, schätzt die Bürgermeisterin. Darauf wollen sie und ihr Team vorbereitet sein. Persönlich befürworte sie die Maskenpflicht. „Etwas Schutz ist besser als gar kein Schutz“, weiß sie um die begrenzten Fähigkeiten der selbst genähten Stoffmasken. 

Ob jetzt mit eingelegtem Papiertaschentuch, mit Kaffeefilter oder ohne, immerhin etwas mehr Schutz vor gegenseitiger Ansteckung böten die Masken als mit freiem Gesicht. Waschbare Masken aus Stoff seien zudem umweltverträglicher als Einwegmasken. 

Sie selbst habe verschiedene Modelle ausprobiert: Das Schnabel-Modell, das Modell mit Falten, mit Gummi und mit Band zum Festknoten. Für ein paar Verzierungen war auch noch Zeit.

Vorbereitet: Werdolhs Bürgermeisterin Silvia Voßloh.


 „Gummiband ist gerade in Werdohl ausverkauft“, hat sie selbst erfahren müssen. Ihre Einkäufe in der Mittagszeit habe sie mit einer ihrer selbst gemachten Masken erledigt. Es gibt auch schon Praxiserfahrungen: Da die Köpfe der Menschen unterschiedlich groß seien und naturgemäß abweichende anatomische Gegebenheiten vorlägen, passe dem einen ein bestimmtes Maskenmodell besser als das andere. Ein Problem sei auch die Brille.

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In den sozialen Medien hat sich schon seit Montag ein Marktplatz für selbstgenähte Masken gebildet. Viele Werdohlerinnen haben sich spontan an die Nähmaschinen gesetzt und Masken hergestellt. Der durchschnittliche Preis für eine Maske liegt bei fünf Euro, die Menschen helfen sich damit untereinander. Von diesen Frauen will keine Geld verdienen, es geht ihnen um die Gesundheit aller.

Coronavirus im MK: Kontrolle der Pflicht zu klären

Gute Stoffreste sind begehrt, es wird schon alte Bettwäsche benutzt. Es gibt sogar Werdohler Masken mit Totenköpfen. 

Bleibt die Frage nach der Überwachung der Maskenpflicht durch die Stadtverwaltung. So ganz genau könne das noch nicht beantwortet werden, sagte die Bürgermeisterin. Aber es sei selbstverständlich, dass das Ordnungsamt die Einhaltung der bestehenden Vorschriften überwache. 

Ansatzpunkt sind hier die Geschäftsinhaber, die dafür sorgen müssen, dass sie nur Kunden mit Masken in die Ladenlokale ließen.

Auch in Neuenrade bereiten sich die Verantwortlichen auf die ab Montag bestehende Maskenpflicht vor. Nähere Ausführungsbestimmungen des Landes lagen der   Leiterin des Neuenrader Ordnungsamtes, Sabine Rogoli, allerdings zunächst noch nicht vor. „Ich nehme aber an, dass wir die Einhaltung der Maskenpflicht kontrollieren müssen“, sagte Rogoli. 

Coronavirus im MK: Warten auf Details zur Pflicht

Außerdem glaubt sie, dass das Nicht-Tragen einer Maske ein Bußgeld-Tatbestand werde. Was nun an detaillierten Maßnahmen in Sachen Maskenpflicht zu unternehmen sei, das gelte es abzuwarten, bis sich die übergeordnete Behörde gemeldet habe.

Die weitere Vorgehensweise werde in den täglichen Corona-Runden im Rathaus abgestimmt. Bis Montag haben auch die Bürger, Geschäftsleute und der ÖPNV Gelegenheit, sich vorzubereiten. 

Im Neuenrader Rathaus trägt ohnehin jeder Mitarbeiter bei Publikumsverkehr längst eine schützende Gesichtsmaske. „Da sind wir inzwischen gut ausgestattet“, sagt Rogoli. Vorhanden seien Einwegmasken, viele Mitarbeiter würden aber auch selbstgenähte Exemplare tragen. Zudem seien die professionelleren FFP2-Masken für die Bereitschaft im Haus vorhanden.

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