Ab sofort wieder Hausaufgaben

So lief der erste Schultag für alle Grundschulklassen in Werdohl

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Die Kinder stehen auf markierten Plätzen auf dem Schulhof der Grundschule Königsburg und werden von der Klassenlehrerin hereingewunken. Einige Klassen kommen so durch den Hintereingang, einige durch den Haupteingang.

Werdohl – Eine überaus bekannte Pensionärin empfing am Montagmorgen ab Viertel vor acht die ersten Jungen und Mädchen in der Grundschule Königsburg.

Sibille Böddecker hatte die städtische Gemeinschaftsgrundschule mit den beiden Standorten Königsburg und Kleinhammer jahrelang geleitet, seit März arbeitet sie stundenweise als Vertreterin für eine erkrankte Kollegin. 

Ihre Nachfolgerin, Schulleiterin Nina Manns, war am Montag in Kleinhammer unterwegs, um dort den ersten vollen Schultag mit allen Klassen zu regeln. An der Feldstraße auf der Königsburg konnte deshalb Sibille Böddecker Kinder und Eltern durch die Eingangsprozedur dirigieren. 

Coronavirus in Werdohl: Genaue Startzeiten vorgegeben

Allen acht Klassen in den vier Jahrgängen waren genaueste Startzeiten vorgegeben. Jedem Elternhaus war vorab mitgeteilt worden, welches Kind wann an welchem Eingang der Schule zu stehen hatte. So wurden zuerst um 7.45 Uhr die Erstklässler ins Gebäude gelotst. Die 1a kam über den Schulhof, die 1 b durch den Haupteingang. Alle Kinder trugen beim Eingang Masken, auch die Lehrerinnen waren mit Mund- und Nasenschutz ausgerüstet. Die Jungen und Mädchen wirkten beim Eingang eher etwas angespannt und waren sehr bemüht, alles richtig zu machen. So ganz einfach war das nicht, aber die Lehrerinnen und der Türkischlehrer sorgten dafür, dass sich die Kinder im Einbahnstraßensystem zurechtfinden konnten. Bald war auch das erste Lachen zu hören. 

Am Haupteingang der Schule an der Feldstraße steht Türkischlehrer Dogan Bicer und lotst die Jungen und Mädchen klassenweise in die Schule.

Zuerst mussten alle Kinder auf ihre jeweilige Toilette: Hände nass machen und einseifen, hieß es, dann ab in die Klassen. Die Hände sollten auf dem Weg dorthin trocknen, damit kein Stau vorm Waschbecken entsteht. 

Anweisungen wohl nicht überall angekommen

Die Anweisungen für diesen ersten Schultag hatten wohl nicht alle Eltern empfangen oder verstanden. So waren zum eigentlich vereinbarten Beginn gerade mal sechs Jungs einer ersten Klasse im Gebäude. 

Flatterband und Tische markieren eine Einbahnstraßenregelung auf dem Schulflur.

Die unterschiedlichen Herkünfte wurden hier wieder deutlich: Wenn weder Deutsch noch Türkisch Erfolg zeigte, half das Gestikulieren mit den Händen. Zu berücksichtigen ist, dass die Erstklässler in diesem Schuljahr praktisch kaum Unterricht hatten. Das erste Halbjahr war kurz und liegt lange zurück, ab Mitte März fiel der Schulbesuch ganz aus. Erst vor Kurzem kamen die Kinder pro Klasse und Woche einen Tag in die Schule. 

Täglich Unterricht bis zu den Sommerferien

Das ist wohl auch ein Grund für die Bildungsministerin gewesen, den Grundschülern wenigstens noch bis zu den Sommerferien täglichen Unterricht anzubieten. Mit Covid-19 ist niemand infiziert, die Altersgruppe der Grundschüler gilt als am wenigsten anfällig. 

Im Klassenraum der 2a tragen weder Lehrerin Anne Degenhardt noch die Kinder ihre Masken.

Klassenlehrerin Anne Degenhardt erklärte es ihrer 2 a so: „Wir sind jetzt ein Team ohne Maske.“ In der Klassengemeinschaft dürfen alle die Maske absetzen, Kinder dürfen zu zweit nebeneinander an den Tischen sitzen. Die gut eingeübten Regeln der Hygiene gelten weiterhin: „Wir dürfen niemanden anatmen, anhusten oder anniesen. Und wir fummeln auch nicht mit den Fingern im Gesicht von anderen herum.“ 

So etwas wie Normalität

Nach ein paar Minuten kehrte so etwas wie Normalität in die Klasse ein. Die Kinder verhielten sich so wie zu früheren Zeiten ohne Corona. Deshalb auch die Ansage der Klassenlehrerin: „Ab sofort bekommt ihr auch wieder Hausaufgaben.“ Unerwartet: Gemurrt wurde nicht. 

Die Erst- und Zweitklässler bekommen ab sofort vier Stunden am Tag Unterricht, die Dritt- und Viertklässler fünf Stunden. Und während die ersten schon in der Klasse saßen, dirigierte Sibille Böddecker die älteren Kinder: „Stopp bitte, Hände nass machen, waschen und ab in Deine Klasse.“

Mehr zum Coronavirus und den Auswirkungen auf die Region lesen Sie hier im MK-Liveticker.

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