„Normaler Krisenbetrieb“

Coronavirus: So ist die Lage in den Flüchtlingsheimen

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Die hygienischen Verhältnisse in Übergangswohnheimen sind schwieriger, wenn viele Personen in häuslicher Gemeinschaft leben. Die überwiegende Teil der Flüchtlinge in den Kleinstädten ist allerdings in Wohnungen untergebracht.

Werdohl/Neuenrade/Balve – Effektiv überwachen oder nachweisbar kontrollieren lassen sich die Corona-Schutzbestimmungen in den hiesigen Flüchtlingsunterkünften nicht. In allen drei Städten vertrauen die Behörden auf die Verantwortlichkeit der dort lebenden Personen für sich selbst. 

Werdohls Allgemeine Bürgermeisterin-Vertreterin Vanessa Kunze-Haarmann formuliert es so: „Wir hoffen, dass sich alle Personen in den Wohnungen an der Osmecke an die Maßnahmen zum Eigenschutz halten. Wir hoffen das Beste.“ 

Zu Beginn der Pandemie wurden in allen Unterkünften und Wohnungen mehrsprachig die Hinweise auf Abstände und Hygiene verteilt. Das sei überall angekommen, die Mitarbeiter der Stadt seien täglich in den Einrichtungen. 

Coronavirus in Werdohl: Übergangswohnheim aktuell nicht belegt

Das große Übergangswohnheim Im Winkel ist momentan nicht belegt, 30 einzelne Personen wohnen in den vier Häusern Osmecke 13 a-d. Im Grasacker wohnen sieben Personen in häuslicher Gemeinschaft, sie arbeiten auch zusammen in einer Kolonne. 

Für die Menschen dort gelte dasselbe wie für alle großen Familien auch. Natürlich wissen alle mit Mundschutz und Desinfektion umzugehen, aber ob sie dies in den eigenen vier Wänden auch tatsächlich tun, lasse sich genauso wenig wie in einer privaten Wohnung kontrollieren. Die überwiegende Zahl an Flüchtlingen lebt ohnehin in Familienverbünden in Wohnungen. 

In Neuenrade gibt es noch nicht einmal eine große Übergangswohneinrichtung. Ira Valsamidou von der Stadtverwaltung zählt auf: Eine vierköpfige Familie und eine Einzelperson lebt in zwei Wohnungen, sechs Männer leben in zwei Dreier-Wohngemeinschaften in zwei Wohnungen. Alle Flüchtlinge seien schon vor Monaten informiert worden. 

Netzwerk funktioniert "supergut"

In Balve leben 38 Einzelpersonen in der städtischgen Übergangswohneinrichung In der Helle bei Sanssouci, alle anderen in Familienverbünden in Wohnungen. Bürgermeister Hubertus Mühling spricht von einem „normalen Krisenbetrieb“. Abstände und Belegung In der Helle seien schon lange angepasst, die Flüchtlinge entsprechend informiert, das sei mittlerweile auch bei jedem so angekommen. Das Netzwerk für die Flüchtlinge funktioniere „supergut“.

Mehr zum Coronavirus und den Auswirkungen auf die Region lesen Sie hier im MK-Liveticker.

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