Pumpen verstopfen immer wieder

Coronakrise macht auch der Kanalisation Probleme

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Zellstofftücher sorgen immer wieder dafür, dass die Pumpen verstopfen und aufwendig gereinigt werden müssen.

Werdohl – Die Ersatzprodukte nicht in die Toilette werfen: Mit dieser eindringlichen Bitte wendet sich die Stadt Werdohl in aktuellen Zeiten der Toilettenpapier-Knappheit an die Bürger.

Denn die Corona-Pandemie sorgt mittlerweile auch für massive Probleme im städtischen Kanalisationssystem. 

So werfen aktuell viele Werdohler, die kein WC-Papier in den Läden bekommen haben, auch andere Hygieneartikel wie Papiertaschentücher, Haushaltsrollen und Feuchttücher in die Toilette. Diese Artikel sind jedoch auf Haltbarkeit produziert, enthalten zum Teil Plastikfasern und zerfallen im Gegensatz zu Toilettenpapier nicht im Wasser. Dies macht den 13 öffentlichen Pumpanlagen, die die Stadt Werdohl unter ihrer Regie betreibt, schwer zu schaffen. 

Coronavirus in Werdohl: Pumpen müssen gereinigt werden

Diese Pumpen zu reinigen ist Aufgabe des Tiefbauamtes und des Bauhofes – hier haben die Mitarbeiter in diesen Tagen viel zu tun. „Denn wir beobachten zunehmend, dass Pumpen sich aufgrund von Verstopfungen zusetzen und die Arbeit versagen. Die Pumpe in Ütterlingsen ist zuletzt an drei Tagen hintereinander ausgefallen und musste jeweils mühevoll aus dem Pumpenschacht gezogen und aufwendig gereinigt werden“, sagt Thomas Schmidt vom Sondervermögen Abwasser der Stadt Werdohl. 

Die Mitarbeiter des Tiefbauamtes und des Bauhofes haben mit der Pumpenreinigung aktuell viel zu tun.

Ursache sei immer eine Ansammlung von Zellstofftüchern gewesen. „Diese gelangen als Ganzes in die Pumpengehäuse und verstopfen diese. Diese reißfesten Materialien sind schon immer ein Problem innerhalb eines Kanalisationssystems gewesen“, erklärt Schmidt. 

Problem betrifft auch andere Kommunen

Dieses Problem betrifft jedoch nicht nur die Stadt Werdohl. Auch viele umliegende Kommunen und der Ruhrverband wenden sich derzeit mit der gleichen Bitte an die Bevölkerung. 

Die „neuralgischen Punkte“, wie Schmidt es nennt, gibt es im Werdohler Kanalnetz in der Pumpstation Ütterlingsen (Einzugsgebiet Ütterlingsen, Innenstadt, Köstersberg, Bausenberg, Herbscheid), in der Pumpstation Düsternsiepen/Almecke (Einzugsgebiet Düsternsiepen/Almecke) und in der Pumpstation Kettling (Einzugsgebiet Kettling mit Gewerbestraße/Gildestraße). Hier verstopfen die Pumpen besonders häufig. 

Hygieneartikel in die graue Tonne

Statt in die Toilette und so in die Kanalisation, sollten die Hygieneartikel in einem Behältnis gesammelt und dann über die graue Tonne entsorgt werden, bittet Schmidt abschließend alle Werdohler.

Mehr zum Coronavirus und den Auswirkungen für die Region lesen Sie hier im MK-Liveticker.

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