In der Coronakrise

Gemeinsame Aktion von christlichen und islamischen Gemeinden kommt nicht zustande

Fahrettin Alptekin (Mitte), der Vorsitzende der islamischen Werdohler Ditib-Gemeinde, weist die Muslime darauf hin, die Moschee nicht zu besuchen.

Werdohl - Fahrettin Alptekin, der Vorsitzende der islamischen Werdohler Ditib-Gemeinde, weist die Muslime darauf hin, die Moschee nicht zu besuchen und zuhause zu bleiben. „Evde kal“ heißt das auf Türkisch.

Gleich nach Ausbruch der Krise wurden Freitagsgebete und Koranschule abgesagt. Weil dennoch immer wieder Menschen in die Moschee an der Freiheitstraße kamen, musste Alptekin das Gebäude abschließen. Auf Deutsch und Türkisch sind Hinweise angebracht, wer wie und wo zu erreichen ist. 

Dasselbe gelte auch für die Milli-Görüs-Moschee an der Altenaer Straße. Die Ditib-Gemeinde beschäftigt die Imame Özgür Yalci (links) und Engin Teke. Beide verbreiten ihre geistlichen Worte und Predigten in türkischer Sprache über Facebook und auf einem eigenen Youtube-Kanal. 

Coronavirus in Werdohl: Versuch eines gemeinsamen Projekts

Über diese Kanäle werden auch die Koranschüler erreicht. Alptekin hat versucht, gemeinsam mit den christlichen Kirchen in Werdohl demonstratives Glockenläuten und Corona-Krisen-Gebetsrufe zu organisieren. Mit seiner Idee sei er an Bürgermeisterin Voßloh und den Demografie- und Integrationsbeauftragten Michael Tauscher herangetreten. Passiert sei nach zwei Wochen nichts. In Werdohl lebten rund 3000 Muslime. 

Alptekin: „So eine gemeinsame Aktion von Christen und Muslimen funktioniert in Balve, in Iserlohn, in Hagen und in großen Teilen des Ruhrgebiets, nur nicht in Werdohl.“ Er könne ein Vermittler für die beiden großen Moscheegemeinden der Stadt sein. „Hauptsache ist doch, dass wir ein gemeinsames Zeichen setzen“, so Alptekin.

Mehr zum Coronavirus und den Auswirkungen auf die Region lesen Sie hier im MK-Liveticker.

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