Hoher Aufwand drumherum

Friseure öffnen wieder: Kunden in Werdohl und Neuenrade müssen jetzt mehr zahlen

Seit Montag gehört dieses Bild in allen Friseursalons zum Alltag: Der Mund-Nasen-Schutz ist für Friseurinnen und die Kunden Pflicht. Im Salon Magic Hair (Foto) müssen sich die Kunden die Hände beim Eintritt desinfizieren, andere Friseure setzen aufs Händewaschen.

Werdohl/Neuenrade – „Wir sind sehr froh, dass wir wieder öffnen dürfen. Aber das Arbeiten mit einer Maske ist wirklich nicht einfach“, sagt Ayla Oral.

Am Montag hat die Inhaberin des Friseursalons Ayla nach der Corona-Zwangspause wieder die ersten Kunden an der Sandstraße bedient – doch nicht alle Wünsche konnten erfüllt werden. 

„Viele Kunden sind ärgerlich, weil wir beispielsweise die Bartpflege überhaupt nicht durchführen dürfen“, berichtete Ayla Oral. Auch, dass die sogenannten Cut-and-go-Frisuren zumindest aktuell der Vergangenheit angehören, können längst nicht alle Werdohler nachvollziehen. „Wer sich direkt vor dem Friseurbesuch die Haare gewaschen hat, versteht nicht, dass wir das ab sofort hier noch einmal machen müssen.“ 

Waschen wird in Rechnung gestellt

Denn das Waschen vor einem Haarschnitt wird den Kunden natürlich in Rechnung gestellt – und teurer ist der Friseurbesuch jetzt ohnehin, denn durch die vielfältigen Auflagen entstehen den Friseuren Kosten, die sie auf die Kunden umlegen müssen. 

„Der Aufwand drumherum ist enorm“, beschreibt Maria Klöcker, Inhaberin des Salons Magic Haar an der Freiheit-straße. Jeder Kunde muss sich die Hände desinfizieren, bevor er überhaupt Platz nehmen darf. Auch die Personalien werden sorgfältig aufgenommen. „Damit man später nachvollziehen kann, wer den Salon zu welchem Zeitpunkt besucht hat“, berichtet Maria Klöcker. So hofft das Gesundheitsamt des Märkischen Kreises im Ernstfall etwaige Infektionsketten unterbrechen zu können. 

Coronavirus in Werdohl: Nicht alle Arbeitsplätze besetzt

Längst nicht alle Arbeitsplätze sind besetzt, die Abstandsregeln müssen eingehalten werden. Und selbstverständlich ist die Mund-Nase-Bedeckung sowohl für die Kunden als auch für die Mitarbeiter Pflicht. Das macht auch Maria Klöcker mitunter zu schaffen, die ebenso wie Ayla Oral Brillenträgerin ist. „Die Brille beschlägt immer wieder“, haben die Haarexpertinnen festgestellt. Hinzu kommt, dass die von Haartrockern aufgeheizte Luft im Salon das Tragen einer Maske nicht gerade angenehmer macht. „Da hilft nur regelmäßiges Durchlüften“, stellt Maria Klöcker fest. Doch schon jetzt denkt sie allerdings mit Schrecken an mögliche Hitzewellen im Sommer. 

Auch der Frieseursalon Ayla ist seit gestern wieder geöffnet. Inhaberin Ayla Oral ist froh, dass sie wieder arbeiten darf, berichtet allerdings auch von verärgerten Kunden.

Dennoch ist auch Maria Klöcker „sehr glücklich“ darüber, dass sie ihren Salon wieder öffnen darf: „Wir danken all unseren Kunden, die gewartet und uns die Treue gehalten haben.“ Allerdings: Wer sich bisher noch keinen Termin gesichert hat, für den hat das Warten noch kein Ende. „Wir sind quasi die nächsten drei Wochen ausgebucht“, stellt die Friseurmeisterin fest. 

In der Haarwerkstatt geht es erst am Dienstag los

Ähnliches gilt auch für die Haarwerkstatt in Affeln. „Wir haben in den kommenden zwei Wochen so gut wie nichts mehr frei“, berichtet Inhaberin Yvonne Wiesemann-Maul, die ihren Salon allerdings erst am heutigen Dienstag wieder öffnen wird. Termine habe sie bereits im Vorfeld vergeben, „nachdem klar war, dass wir wieder starten dürfen“. 

„Wir haben uns trotz der Krise dazu entschlossen, an dem freien Montag auch künftig festzuhalten“, sagt Wiesemann-Maul. Denn weniger Haarschnitte pro Tag würden nicht gleichzeitig auch weniger Arbeit bedeuten. „Es wird eine Herausforderung, obwohl wir sehr gut vorbereitet sind“, ist die Friseurmeisterin überzeugt. 

Mindestabstand kein Problem

Wer die Haarwerkstatt betritt, müsse sich zunächst die Hände waschen. „Dazu gibt es in der Haarwerkstatt gleich drei Möglichkeiten“, erklärt Wiesemann-Maul. Auch das Einhalten der Mindestabstände sei in Affeln kein Problem. „Es hat mehrere Vorteile, wenn man seinen Salon in einer ehemaligen Wohnung eröffnet: Wir haben vier abgeschlossene Räume, in denen wir arbeiten können,“ stellt sie fest. Lediglich beim Haarewaschen rechnet Wiesemann-Maul mitunter mit „einem kleinen Stau“. Dennoch werde das Haarschneiden mit Mundschutz quasi zur Nebensache. „Wir werden mehr putzen, desinfizieren und dokumentieren, als dass wir Haare schneiden“, ist die Friseurmeisterin überzeugt. 

Dazu komme die Angst einer möglichen Infektion mit dem Coronavirus, die zwangsläufig Folgen für die Haarwerkstatt in der Hönnestadt hätte. „Wir sitzen auf einem Pulverfass und müssen eigentlich ständig damit rechnen, dass wir wieder schließen müssen“, sagt die Friseurin.

Mehr zum Coronavirus und den Auswirkungen auf die Region lesen Sie hier im MK-Liveticker.

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