Kaum Abi-Bälle und Hochzeiten

Coronavirus: Friseuren fehlen die Saisonkunden

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Hochzeitsfrisuren gibt es in diesem Jahr weniger. Einige Paare haben ihre Trauungen verschoben, damit sie zu einem späteren Termin ohne Einschränkungen feiern können. Für die Friseure ist das eine Herausforderung, denn ihnen fehlen Einnahmen.

Werdohl/Neuenrade – „Abitur- und Hochzeitsfrisuren haben wir in diesem Jahr so gut wie gar nicht“, berichtet Maria Klöcker, Inhaberin des Friseursalons Magic Hair an der Freiheitstraße in Werdohl. Make-ups sind gar nicht erlaubt. Für Friseure ist die Situation auch nach der Wiederöffnung ungewiss.

"Als wir den Betrieb wieder aufnehmen durften, kamen sehr viele Kunden“, erinnert sich Klöcker. Inzwischen habe sich der Andrang normalisiert. „Es kommen wieder weniger Menschen, einige sind nach wie vor verunsichert und orientieren sich.“ Das Magic-Hair-Personal ist noch nicht vollzählig wieder im Einsatz. Daher sei eine wirtschaftliche Prognose für den Salon gerade noch schwierig. „Wir wissen noch nicht, wo die Reise hingeht“, schildert Klöcker, die mit einer Vollbesetzung Ende August oder im September rechnet. 

Es gibt aber nicht nur coronabedingte Schwierigkeiten wie Angst vor einer Infektion oder die lästige Maskenpflicht, die manche Kunden vom Friseurbesuch abhalten: Auch die WK-Schließung mache sich bemerkbar, berichtet die Friseurin. Das Werdohler Einkaufszentrum am Brüninghaus-Platz war Ende Juni dicht gemacht worden, weil die Inhaber keine wirtschaftliche zukunft mehr sahen. Zu groß sei vor allem der Konkurrenzdruck durch den Onlinehandel gewesen. Das WK Warenhaus zog viele Passanten in die Innenstadt und die Fußgängerzone und bescherte damit Einzelhändlern und Dienstleistern – wie zum Beispiel Maria Klöcker – Kunden. 

Coronavirus in Werdohl: Haarstylings fast gar nicht nachgefragt

Abiturfrisuren und Haarstylings für Abschlussfeiern, berichtet die Friseurin, seien in diesem Jahr fast gar nicht nachgefragt worden. Angesichts ausfallender Abschlussfeiern und Zeugnisübergaben unter diversen Schutzbestimmungen, wundert das nicht. Für Magic Hair ist es aber ein Verlust. „In Spitzenzeiten war eine Kollegin sonst den ganzen Tag mit solchen Frisuren beschäftigt. Die Sommermonate lassen sich sonst gut mit diesen Einnahmen überbrücken.“ 

Ähnlich wie um Abiturfrisuren steht es um Hochzeitsfrisuren. Einige Paare haben ihre Trauung angesichts der Auflagen für die Hochzeitsfeiern verschoben. Normalerweise seien diese Frisuren über das ganze Jahr ein festes Standbein des Salons. „Das ist jedes Mal ein kleines Kunstwerk und dafür nimmt man auch ein bisschen mehr“, erklärt Klöcker. Eine Gruppe sei ihr aber treu geblieben: „Die älteren Menschen kommen, die sind hart im Nehmen.“ Während der Zeit, als kein Bürgerbus fuhr, seien viele auf Taxis umgestiegen und hätten Magic Hair trotz aller Widrigkeiten die Treue gehalten. 

Friseursalon Elvira: Kundenfluss normalisiert sich

Ein ähnliches Bild ergibt sich im Friseursalon Elviras Haarmoden an der Ersten Straße in Neuenrade. Auch dort sei das Geschäft rund um die Abschluss- und Abiturfeiern in diesem Jahr größtenteils weggefallen, berichtet Christine Schmaus, Tochter der Geschäftsführerin. Insgesamt laufe der Betrieb im Salon aber wieder fast wie gewohnt – abgesehen natürlich von den vielen Bestimmungen zum Coronaschutz. „Im Moment geht es: Der Kundenfluss ist wieder normal“, betont Schmaus. Den Beginn der Sommerferien habe man wie jedes Jahr gemerkt. Viele Menschen sind verreist und machen Urlaub. 

Fehlen, berichtet Schmaus, würden auch die Haarschnitte, die sonst anlässlich des Schützenfestes im Neuenrader Friseursalon gemacht werden. „Aber deswegen verhungern wir nicht“, betont Christine Schmaus, dass sich die weggefallenen Aufträge mit neuen, anderen Aufträgen größtenteils die Waage halten.

Mehr zum Coronavirus und den Auswirkungen auf die Region lesen Sie hier im MK-Liveticker.

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