Teilweise sogar Maskenpflicht

Schutz vor dem Coronavirus: Diese Maßnahmen treffen die Schulen

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In der Werdohler Realschule wurden neue Desinfektionsspender angebracht. Dort beginnt am Donnerstag wieder der Unterricht für die Zehntklässler.

Werdohl/Neuenrade/Balve – Ab Donnerstag öffnen die weiterführenden Schulen wieder. Zwar längst nicht für alle Schüler, immerhin aber für jene, die sich gerade in der finalen Phase befinden, also in den Abschlussklassen und Abiturjahrgängen.

Damit sie in der Schule sicher unterwegs sein können, gelten strenge Regeln. Die Waldorfschule in Neuenrade führt sogar die Maskenpflicht ein. 

Albert-Einstein Gesamtschule 

An der Albert-Einstein-Gesamtschule werden die rund 160 Schüler in zwei Gruppen eingeteilt, die nacheinander unterrichtet werden. Freiwillig ist der Schulbesuch für die Abiturienten, verpflichtend für die Zehntklässler. Allerdings nur für jene, die nicht zur Corona-Risikogruppe gehören. Die Zehntklässler, die gefährdet sind, erhalten die Materialien weiterhin online, erklärt Schulleiter Sven Stocks. Unterricht gibt es nur in den Prüfungsfächern. 

Inzwischen hat die Schule einen Hygieneplan aufgestellt. Die Räume werden täglich gereinigt und die Tische desinfiziert. Darüber hinaus sollen die Toilettenanlagen öfter geputzt werden, die die Schüler ab morgen nur noch einzeln betreten dürfen. In der Schule wurden Desinfektionsspender angebracht. 

Coronavirus in Werdohl: Türen stehen offen

Die Lehrer sollen ihre Klassen in der Pause auf den Schulhof begleiten. Dort ist für jede Gruppe ein eigener Bereich vorgesehen. So sollen die Gruppen getrennt bleiben. Die Türen im Schulgebäude stehen offen, damit möglichst wenige Türklinken angefasst werden müssen. Die Lehrer beaufsichtigen bereits den Eingangsbereich, um schon bei der Ankunft der Schüler auf die Einhaltung der Sicherheitsabstände zu achten. Stocks betont, dass es für den Erfolg der Maßnahmen am wichtigsten sei, dass jeder Verantwortung übernimmt und auf sich und andere aufpasst: „Ich baue darauf, dass die Schüler aktiv mitwirken.“ Die Schule habe einen guten Rahmen geschaffen. 

Realschule Werdohl 

Das Schulleitungsteam und das Lehrerkollegium stecken noch in den Vorbereitungen, sind aber voll im Zeitplan, wie Schulleiter Oliver Held erklärt. Auch hier soll ab morgen der Unterricht in zwei Blöcken stattfinden. 46 Zehntklässler werden in vier Gruppen auf die Abschlussprüfungen vorbereitet. 

Etwas schwierig ist die Lehrersituation. Rund 30 bis 35 Prozent des Kollegiums fallen nach der Vorgabe des Ministeriums in die Gruppe der Risikopersonen und müssen weiterhin daheim bleiben, wie Held berichtet. Dementsprechend bricht ein großer Teil des Kollegiums weg, gleichzeitig werden aber mehr Lehrer gebraucht, weil die Kurse in Gruppen geteilt werden. „Bis zu den Sommerferien werden wir daher wohl noch weit weg von normalem Unterricht sein“, sagt Held. Die Zehntklässler erwartet zunächst eine Hygieneeinweisung. Es wird ihnen auch erklärt, wie genau die Prüfungen ablaufen sollen. 

An der Realschule hält man es ebenfalls so, dass den Schülern getrennte Bereiche auf dem Schulhof zugeteilt werden. Einbahnstraßenregelungen auf den Fluren und im Treppenhaus werden vorbereitet, aber vermutlich erst notwendig sein, wenn auch die jüngeren Schüler wieder unterrichtet werden. Bis es so weit ist, hat jede der vier Gruppen des Abschlussjahrgangs einen eigenen Eingang in das Schulgebäude. In der Nähe der Tür sind Desinfektionsspender angebracht. Handläufe, Türgriffe und Tischoberflächen werden täglich gereinigt. 

Hönnequell-Schule Neuenrade

Die Einbahnstraßenregelung in der Neuenrader Hönnequell-Schule ist inzwischen fertig eingerichtet, wie Schulleiterin Eva Päckert berichtet. Einer der beiden Zugänge wird ab morgen als Eingang, der andere als Ausgang benutzt. Die Flure und Treppen sind jeweils nur in eine Richtung nutzbar. „Anders wäre die Abstandsregelung nicht einhaltbar“, sagt Päckert. 

Die Kurse der Abschlussklassen werden halbiert. 13 Schüler dürfen pro Raum unterrichtet werden. Vorerst in den Hauptfächern Mathe, Deutsch und Englisch und voraussichtlich ab nächster Woche auch in den Wahlpflichtfächern und in Spanisch. Darüber hinaus sollen auch Schüler berücksichtigt werden, die einen Hauptschulabschluss anstreben, für den Arbeitslehre und Naturwissenschaften wichtige Fächer sind. 

Die Räume werden, genauso wie die Sitzplätze, den Schülern fest zugewiesen. „Die Tische werden mit den Namen beschriftet“, sagt Päckert. Für die Wege auf Treppen und Fluren empfiehlt die Schulleiterin, Masken zu tragen. Auch im Unterricht sei das möglich, wenn es jemand möchte, zum Beispiel im Fremdsprachenunterricht aber wegen der genauen Aussprache nicht unbedingt praktikabel. Stattdessen wird im Unterricht Abstand gehalten – und regelmäßig gelüftet. Die Räume und insbesondere häufige Kontaktflächen werden täglich desinfiziert. Dasselbe gilt auch für die Flure und Toiletten. 

In den Klassenräumen wurden zum Teil neue Armaturen an den Waschbecken installiert. Solche, die man drücken kann und nicht drehen oder kippen muss. Auch für die Lehrer gibt es eine Umstellung: Das Lehrerzimmer wurde weitgehend leer geräumt, um hier ebenfalls die Abstände einhalten zu können. Bei Bedarf wird ein zweiter Raum mitgenutzt. 

Waldorfschule Neuenrade

In der freien Waldorfschule Neuenrade herrscht ab morgen Maskenpflicht. Darauf hat sich das Schulleitungsteam geeinigt. In der Schule werden Einwegmasken bereitgestellt. Mehrwegmasken aus Stoff gibt es für die Lehrer. Sechs Lehrkräfte, die unter anderem Unterricht in Handarbeit geben, haben diese jüngst genäht. 

Darüber hinaus gibt es in der Waldorfschule klare Regelungen, wie sich die Schüler durch das Gebäude bewegen sollen. Geschäftsführer Klaus Giljohann spricht von „Rechtsverkehr“. Doppelflügelige Türen zum Beispiel dürfen immer nur auf der in Laufrichtung rechten Seite durchlaufen werden. 

Lehrerinnen der Waldorfschule haben Mundschutze für sich und ihre Kollegen genäht.

Die Pausen finden versetzt statt, sodass sich die Schüler auf dem Schulhof und auf den Gängen so wenig wie möglich begegnen. Desinfektionsspender an den Ein- und Ausgängen wurden angebracht. Die Räume und speziell die Kontaktflächen wie Handläufe, Tische oder Türklinken werden täglich gereinigt und desinfiziert. 

Im Unterricht wird es so sein, dass die elfte Klasse in zwei kleineren Gruppen unterrichtet wird. Weil die 13. Klasse ohnehin nur zwölf Schüler hat, sei das bei ihr nicht notwendig, wie Giljohann erklärt. Dafür werde sie in einem anderen Schulgebäude unterrichtet und – weil für sie keine Präsenzpflicht besteht – auch weiterhin von zu Hause aus. Schon vor drei Wochen hatte die Waldorfschule eine Möglichkeit des Teleunterrichts eingerichtet. 

Das sieht bei den Elfern anders aus. Pro Tag soll es, so ist es bisher geplant, sechs Unterrichtsstunden geben, die sich vor allem auf die Hauptfächer konzentrieren. Klaus Giljohann betont, dass noch geschaut wird, ob auch Teile des Unterrichts für die Elfer in das Onlineangebot ausgelagert werden können. 

Die Lehrerkonferenzen finden in letzter Zeit ebenfalls als virtuelle Zusammenkünfte statt. Einige Lehrer waren jedoch in den vergangenen Wochen auch in der Schule aktiv und haben dort unter anderem die Aula renoviert. 

Die Busverbindung zur Waldorfschule soll ab morgen – jedenfalls von den Fahrzeiten her – wie gewohnt laufen. Eine entsprechende Absprache sei mit der Märkischen Verkehrsgesellschaft (MVG) getroffen worden. 

Realschule Balve 

58 Schüler gehen ab Donnerstag wieder in der Balver Realschule in den Unterricht. Sie werden in vier Gruppen eingeteilt. Jeder bekommt seinen eigenen Tisch zugewiesen, der auch mit Namen beschriftet wird. Ein Wechsel der Sitzplätze sei im Nachhinein nicht möglich, kündigte Schulleiterin Nina Fröhling an. Dies diene dazu, im Fall des Falles die Infektionskette schneller nachvollziehen zu können. 

In den Fluren und insbesondere im Eingangsbereich wurden Desinfektionsspender platziert, sodass beim Betreten und Verlassen sowie in den Pausen die Möglichkeit zum Sterilisieren der Hände besteht. Apropos Pausen: Diese finden für die Gruppen versetzt statt, sodass sie sich auf den Fluren nicht begegnen. Auf dem Schulhof sollen die Lehrer verstärkt darauf achten, dass die Abstände eingehalten werden. Auf Absperrband, um Bereiche für die Gruppen abzutrennen, wolle man vorerst verzichten. „Das wäre ja wie im Gefängnis – die Situation ist so schon schwierig genug. Wir trauen unseren Schülern genügend Vernunft zu, dass sie sich auch so an die Regeln halten“, betonte Fröhling optimistisch, dass der Ernst der Lage allen bewusst sei. So hofft sie auch darauf, dass die Schüler in den Bussen und auf dem Weg zur Schule auf sich und andere achten. 

In der Schule werde sich manche Tücke vermutlich erst im laufenden Betrieb herausstellen. Bei den Maßnahmen hat die Realschule auch die Lehrer bedacht: Damit es im Lehrerzimmer nicht zu eng wird, können sie auch in de Schulaula ausweichen.

Mehr zum Coronavirus und den Auswirkungen auf die Region lesen Sie hier im MK-Liveticker.

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