Nicht nur Homeoffice und Händewaschen

Coronavirus: So schützen die Betriebe ihre Mitarbeiter

Ein Arbeiter in der Produktion bei Vossloh am Bahnhof. Das Unternehmen schützt die Mitarbeiter in der Coronakrise, so gut es geht. Während viele Büroangestellten ihre Arbeit von Zuhause erledigen können, müssen die Maschinen weiterhin von Menschen bedient werden.

Werdohl/Neuenrade/Balve – Die großen Unternehmen in Werdohl produzieren unter erschwerten Bedingungen bislang ohne Ausfall, auch Handwerksbetriebe können ihre Kunden weiter bedienen.

Für Beherbergungsbetriebe wie die Balver Antoniushütte lässt sich hier nur eine Mitarbeiterin zitieren: „Die Chefin hat keine Lust darüber zu sprechen, wie schlimm die Situation gerade ist.“ 

Im Werdohler Malerbetrieb von Christian Maus werden bis auf Weiteres alle Kunden weiter bedient und sämtliche Aufträge abgearbeitet. Einen Auftragsrückgang kann Maus nicht bemerken: „Wir haben aber auch ein Riesenpolster.“ Autos und Arbeitstrupps würden morgens auf dem Firmenhof separiert, körperliche Kontakte zwischen den Mitarbeitern und zu den Kunden unterlassen. Lieferprobleme gebe es nicht, auch die Kunden hätten nichts verschoben. Als Firmenchef fahre er selbst drei oder vier Mal am Tag zu Kunden und messe dort Aufträge aus. In der räumlichen Enge von aktuellen oder zukünftigen Baustellen ließe sich allerdings nicht immer der Zwei-Meter-Abstand einhalten. Die Mitarbeiter dürften nicht mehr in Gruppen zusammenstehen und sich besprechen, etwa 25 Beschäftigte hat Maus. „Wir werden eine eventuelle Schließung so lange wie möglich herausziehen“, so Maus. Wenn die Handwerker ihre Betriebe schließen müssten, werde er Kurzarbeitergeld beantragen. 

Schutz das wichtigste Anliegen

Vor ganz anderen Herausforderungen steht das Vossloh-Werk in Werdohl mit der Holding. Christian Renners ist Geschäftsführer der Vossloh Fastening Systems und hat „alle mit einem Laptop“ ins Homeoffice geschickt. Homeoffice sei schon lange für viele Mitarbeiter eingerichtet: „Jetzt bauen wir das aufs Maximale aus.“ Der Schutz der Mitarbeiter sei das wichtigste Anliegen des Unternehmens. „Wir tun alles dafür.“ Mitarbeiter in Produktion, Lager und Versand könnten natürlich nicht von zuhause aus arbeiten. Für alle Mitarbeiter der Produktion habe man Vorsichtsmaßnahmen ergriffen und entsprechende Schutzmaßnahmen eingerichtet. An manchen Öfen seien die einzelnen Arbeitsplätze weit entfernt voneinander, damit sei ein Sicherheitsabstand vorgegeben. 

Steven Schneider von Maler Maus kratzt Farbe von den Wänden, das Handwerksunternehmen arbeitet unter besonderen Hygienebedingungen weiter.

Die Produktion laufe bislang ganz normal und ohne Ausfälle, Renners: „Wir sind da aktuell zufrieden. Unsere Kapazität ist fähig, wir können arbeiten.“ Nicht überschaubar sei, wie lange die Zulieferer arbeiten könnten. Das Unternehmen müsse sich jeden Tag an neue Situationen anpassen. 

Schutzmaßnahmen werden verbessert

Die Baustelle auf dem Vossloh-Gelände ist vom Produktionsbetrieb getrennt, dort trage der Bauleiter die Verantwortung. Hier werde laufend daran gearbeitet, Schutzmaßnahmen für Kunden und Lieferanten zu verbessern. 

Der VDM-Unternehmenssprecher Philipp Verbnik berichtet aus seinem privaten Homeoffice in Haltern über die veränderten Arbeitsabläufe in den Werken in Werdohl und Altena. Intern habe das Unternehmen schon sehr früh einen „Pandemie-Plan“ veröffentlicht. Die Lage sei so dynamisch, dass man kaum Schritt halten könne. Täglich telefoniere eine Corona-Task-Force, es seien schon eine Menge Einschränkungen und Regeln für den Betrieb erlassen worden. 

Kantinen geschlossen

Jeder mit Laptop habe einen VPN-Zugang ins VDM-System und könne von seinem Zuhause aus arbeiten. VDM habe die Kantinen geschlossen, Dienstreisen bis auf das Allernotwendigste gestrichen, Meetings und Besprechungen abgesagt, Schichtübergabegespräche in der Produktion auf ein Minimum verkürzt, Zusammenkünfte aus Abteilungen und Werken eingeschränkt, Schulungen abgesagt und verlegt, Lieferungen in die Werke auf ein Minimum heruntergefahren. 

Etwa 40 Mitarbeiter von VDM seien als Rückkehrer aus Ski-Urlauben und als Kontaktpersonen infizierter Personen in freiwilliger häuslicher Quarantäne. Bislang gebe es keinen Corona-Krankheitsfall bei der VDM, die Produktion laufe regulär. Pressesprecher Verbnik arbeitet von seinem Wohnort Haltern, auch seine Frau arbeite im Homeoffice, der kleine Sohn sei ebenfalls zuhause.

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