AEG-Lehrer werden regelmäßig getestet

Coronavirus: In Werdohl kommt der Arzt ins Lehrerzimmer

Corona-Test an der Albert-Einstein-Gesamtschule durch Dr. Gotthardt.
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Die Abstriche für die Reihentestung des Lehrerkollegiums der Albert-Einstein-Gesamtschule nahm Dr. Paul Gotthardt am Mittwochvormittag im Schulgebäude.

„Es war schwierig, an die Tupferröhrchen zu kommen“, erklärt Dr. Paul Gotthardt. Der Neuenrader Allgemeinmediziner ergänzt: „Ich musste ganz schön darum betteln.“

Werdohl – Über die Röhrchen würden die Laborkapazitäten reglementiert, erläutert der Arzt. „Doch nun sind die Kapazitäten für die kommenden Wochen gesichert.“

Alle zwei Wochen werden die Lehrkräfte der Albert-Einstein-Gesamtschule (AEG) auf das Coronavirus getestet. Dafür kommt der Arzt jeweils in das Schulgebäude am Riesei. Den Auftakt machte Gotthardt am Mittwochvormittag. „Grund dafür ist das ministerielle Angebot“, stellt Gotthardt klar. Nach diesem können sich Lehrer alle zwei Wochen auf eine Covid-19-Infektion testen lassen. Mit der jüngsten Erkrankung eines Siebtklässlers habe die Testreihe für die gut 40 Lehrer an der Schule nichts zu tun.

Coronavirus in Werdohl: Schulleitung wurde am Sonntag informiert

Schulleiter Sven Stocks war am Sonntag über den Corona-Fall informiert worden. Aufgrund der Sitzpläne an der Schule konnten fünf weitere Siebtklässler ermittelt werden, die als Kontaktpersonen erster Kategorie eingestuft worden sind und die sich in häusliche Quarantäne begeben mussten. Sie werden wahrscheinlich in der kommenden Woche zuhause durch das Gesundheitsamt des Kreises auf das Virus getestet. Auch die übrigen Schüler der Klasse, die weiterhin ganz normal zum Unterricht kommen dürfen, sollen wahrscheinlich nächste Woche getestet werden.

Bei der Finanzierung gibt es ein ganz schönes Durcheinander.

Dr. Paul Gotthardt, Allgemeinmediziner aus Neuenrade

Das Landesgesundheitsministerium zahlt die Tests für die Lehrer der Gesamtschule. „Bei der Finanzierung gibt es aber ein ganz schönes Durcheinander“, klagt der Neuenrader Hausarzt. „Für die Lehrer zahlt das Ministerium. Für die Erzieherinnen in einer Kita zahlt die Kommune. Und für Tests in allen Fällen, bei denen es um eine Quarantäne geht, kommt der Kreis auf“, gibt Gotthardt einige Beispiele.

Viele Lehrer zeigen sich verwundert

Und schon öffnet der Arzt ein neues Röhrchen, sammelt mit dem darin enthaltenen Tupfer im Rachen eines Pädagogen Speichel ein und verschließt das Behältnis wieder. Wie fast alle Lehrer, wundert sich auch dieser: „Das war es schon? Nehmen Sie nicht auch noch eine Probe aus der Nase?“

Gotthardt erklärt zum wiederholten Male geduldig: „In der Nase kriegt der Tupfer mehr von den Tierchen ab.“ Der nach seinem Ägypten-Urlaub im März selbst an Covid-19 erkrankte Hausarzt nennt den Virus scherzhaft „Tierchen“. Dann verdeutlicht er: „Da haben wir also eine höhere Treffsicherheit. Aber es ist deutlich unangenehmer. Und der Test im Mund reicht vollkommen aus.“ Nicht wenige Mitglieder des AEG-Kollegiums reagieren auf diese Nachricht erleichtert.

Ergebnis mit dem Smartphone abrufen

Jeder Lehrer erhält nach der Prozedur, die Gotthardt an diesem Mittwoch im Minutentakt durchführt, einen personalisierten QR-Code. Der Allgemeinmediziner erklärt: „Wenn Sie ein Smartphone haben, können Sie darüber am Wochenende, spätestens aber Anfang nächster Woche das Testergebnis abrufen.“

Auskunft gebe dieser Test übrigens lediglich über akute Infektionen, nicht über solche, die der Getestete bereits überstanden habe. Bei der Test-Premiere hatten die Pädagogen zum Teil viele Fragen. Einige waren aber auch schon geübt, hatten sie sich privat bereits vorher einmal testen lassen.

Nach gut einer Stunde ist alles erledigt

Viele bedankten sich bei Gotthardt, da ein Besuch des Kollegiums in einer Arztpraxis vom Zeitaufwand einem Halbtages-Ausflug gleich käme. So geht diese Aktion an der AEG für alle in einer guten Stunde über die Bühne.

Mehr zum Coronavirus und den Auswirkungen auf die Region lesen Sie hier im MK-Liveticker.

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