Schützen sind sauer

Coronavirus: Auch Frühjahrskirmes in Werdohl fällt aus

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Die Frühjahrskirmes in Werdohl ist stets gut besucht. In diesem Jahr findet sie nicht statt.

Werdohl – Kein Tag der Rettungskräfte, kein verkaufsoffener Sonntag, keine Kirmes: Auch letztere wurde nun abgesagt. Die Schützen sind sauer.

Nicht nur der Tag der Rettungskräfte einschließlich des verkaufsoffenen Sonntags ist wegen der möglichen Verbreitung des Coronavirus für den 29. März abgesagt worden – auch die Frühjahrskirmes, die unter der Regie des Werdohler Schützenvereins auf dem Parkplatz an der Goethestraße stattfinden sollte, wird es in diesem Jahr nicht geben.

Ordnungsamt verbietet Kirmes

„Wir würden unsere Kirmes gerne wie geplant durchführen, aber wir dürfen nicht“, erklärte Andreas Schreiber, Vorsitzender des Werdohler Schützenvereins, auf Anfrage der Redaktion. Er habe einen Anruf vom Ordnungsamt erhalten, ergänzt Geschäftsführer Thomas Reiche: „Es hieß, die Kirmes könne wegen des Coronavirus nicht stattfinden.“ 

Verstehen kann Reiche die Entscheidung nicht. „Ich sehe bei unserer Kirmes nur eine sehr geringe Ansteckungsgefahr. Schließlich findet die Veranstaltung unter freiem Himmel statt.“ Diese Ansicht vertritt auch Schreiber. „Außerdem kommen auf keinem Fall zeitgleich 1000 Menschen zusammen.“ 

Es gebe keine überdachte Passage, in der die Menschen längere Zeit dicht gedrängt beisammen ständen, wie es beim Gertrüdchen in der Nachbarstadt Neuenrade der Fall gewesen wäre

Aus diesem Grund habe er am Wochenende Schausteller Langhoff am Telefon noch beruhigt: „Bei uns in Werdohl wird es keine Absage wie in Neuenrade geben.“ 

"Risiko ist zu groß"

Dass es jetzt doch so gekommen sei, erstaune ihn sehr: „Die Fahrt in öffentlichen Verkehrsmitteln ist sicher gefährlicher als ein Besuch der Frühjahrskirmes“, stellt der Vereinsvorsitzende fest. 

Andrea Mentzel, die Leiterin des Werdohler Ordnungsamtes, kann den Unmut verstehen – argumentiert aber ganz klar: „Es geht uns einfach um den Schutz der Bevölkerung. Überall dort, wo es uns möglich ist, müssen wir verhindern, dass sich das Virus eventuell ausbreiten kann.“ Daraus resultiere eben, dass große Veranstaltungen abgesagt werden sollten. Mentzel: „Das Risiko ist einfach zu groß."

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