Betreiber setzt auf Web-App

Coronatests in Werdohl: Wartezeit entfällt, Ergebnis wird digital verschickt

Die CovCheck-App wurde im Corona-Testzentrum am Riesei in Werdohl erfolgreich eingeführt.
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Die CovCheck-App wurde im Corona-Testzentrum am Riesei in Werdohl erfolgreich eingeführt.

„Wir wollen das Verfahren am Corona-Testzentrum vereinfachen“, erklärt David Stania seine Motivation. „Wir wollen aber ganz bestimmt nichts ersetzen“, betont er. Was er meint, ist die Anmeldung im Testzentrum auf dem Riesei mit Hilfe einer App und ohne Blatt Papier auf einem Klemmbrett und einen Kugelschreiber.

„Am Plettenberger Testzentrum, das ja deutlich größer ist als hier, suchten die Mitarbeiter immer wieder nach den Autos der Getesteten“, berichtet Stania, wie er auf die Idee kam. „Das war schwierig. Vor allen Dingen dann, wenn es einen Zahlendreher im Kennzeichen gab, oder gar jemand versehentlich das Kennzeichnen seines Partners angegeben hatte, statt dem eigenen.“

Und so kamen er und sein Geschäftspartner Dr. Matthias Lohr dazu, eine sogenannte Web-App zu programmieren. Die beiden betreiben in Herscheid eine Firma für Online-Dienstleistungen mit dem Namen Powerhouse Solutions. Eine Web-App ist ein Anwendungsprogramm, das vor der Nutzung nicht erst heruntergeladen werden muss.

Bereits 1.600 Personen haben sich registriert

„Sie registrieren sich und nutzen das Angebot direkt im Internet“, verdeutlicht Lohr. In Werdohl hatten dies bis Freitag bereits 1 600 Personen gemacht bei der Neuerung CovCheck. Dabei handelt es sich um eine Anwendung (engl. Application, kurz App), die die Abläufe im Corona-Testzentrum am Riesei enorm beschleunigt – eben jenes Programm, das in Plettenberg schon eine Woche zuvor erfolgreich eingeführt wurde.

Das Ganze funktioniert folgendermaßen: Mit dem Smartphone, einem Laptop oder Desktop-Computer meldet sich der Interessent auf www.covcheck.info an. Nach der Registrierung erhält der Teilnehmer dann einen personalisierten QR-Code. Diesen zeigt er beim Besuch des Testzentrums am Riesei auf seinem Handy. „Das Ausfüllen des Anmeldebogens entfällt, der QR-Code wird vom Mitarbeiter vor Ort eingescannt – alles komplett kontaktlos“, verdeutlicht Stania einen Vorteil des Verfahrens.

Mit dem QR-Code erspart man sich das Ausfüllen des Anmeldebogens.

Nach der Testung kann der Werdohler dann direkt mit seinem Auto den Riesei-Parkplatz verlassen. Er muss nicht 20 Minuten auf sein Testergebnis warten. „Das wird auf der CovCheck-Homepage bereitgestellt und kann dort von ihm abgerufen werden“, erklärt Lohr.

Bei positiven Testergebnis muss der Proband nochmals kommen

Kerstin Severin, Corona-Beauftragte vom Institut für Arbeitsmedizin Plettenberg (IFAM), führt weiter aus: „Sollte das Testergebnis einmal positiv sein, erhält der Getestete zudem eine E-Mail von uns. Außerdem wird in dem Fall automatisch das Gesundheitsamt informiert.“ Lohr schließlich sagt: „In dem Fall muss der Proband noch einmal ins Testzentrum kommen, damit bei ihm auch noch ein PCR-Test durchgeführt werden kann.“

Stania berichtet von einer Anekdote: „Wir dachten zunächst, dass dieses Angebot nur von Jüngeren gut angenommen wird. Aber es nutzen 70 bis 80 Prozent aller Testwilligen.“ Er erzählt von einem älteren Mann: „Als der nach seinem Test auf dem Gelände blieb, dachten wir erst, er hätte den Ablauf nicht verstanden. Aber nach 20 Minuten kam er zurück, zeigte stolz sein Handy und sagte: ‘Sehen Sie, es hat funktioniert. Das Ergebnis ist angekommen – ich bin negativ.’“

Mitarbeiter vor Ort helfen bei Problemen

„Wenn einmal ein Besucher des Testzentrums Schwierigkeiten hat, die CovCheck-App zu nutzen, erklären ihm die stets gut gelaunten Helfer vor Ort auch, was zu tun ist“, versichert Bürgermeister Andreas Späinghaus. Und dann zeigt er hinter sich, wo gerade einer der Testzentrums-Mitarbeiter sein Handy zückt und das Display einem Autofahrer zeigt, der gerade auf dem Riesei ankommt und wohl nach der App gefragt hatte. Zudem erhält der interessierte Wagenlenker noch ein Flugblatt mit einer detaillierten Anleitung.

IFAM-Beauftragte Severin unterstreicht: „Mit dem Mobiltelefon können Sie dann auch Ihr Testergebnis beispielsweise beim Friseur vorzeigen – papier- und kontaktlos.“

Flugblatt soll in mehrere Sprachen übersetzt werden

Bürgermeister Späinghaus kommt noch einmal auf das Flugblatt zurück: „Das werden wir auch noch übersetzen und voraussichtlich in Rumänisch, Bulgarisch und Türkisch auflegen.“ Die Informationen des Flyers sollen künftig zudem noch auf der städtischen Internetseite abrufbar sein. Abschließend weist Stadtoberhaupt Späinghaus darauf hin, „dass alle Menschen, die auf der Königsburg wohnen, wenn sie das möchten, auch zu Fuß zum Testzentrum kommen dürfen“. Es handele sich zwar um ein Drive-in-Testzentrum, aber ein Auto mitzubringen, sei nicht vorgeschrieben.

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