1. come-on.de
  2. Lennetal
  3. Werdohl

Chaos: Unterschiedliche Corona-Regeln in Nachbarstädten im MK

Erstellt:

Von: Carla Witt

Kommentare

Für Sportbegeisterte, die in der Kletterwelt Sauerland trainieren möchten, gilt ab sofort die 2Gplus-Regel.
Für Sportbegeisterte, die in der Kletterwelt Sauerland trainieren möchten, gilt ab sofort die 2Gplus-Regel. © Volker Heyn

Corona-Verordnungs-Chaos im MK: Weil die Leiterinnen zweier Ordnungsämter in Nachbarstädten die neuen Regeln unterschiedlich interpretieren, gilt nun für Kletterhallen, Fitness-Studios und Co. in einer Stadt 2Gplus und hinter der Stadtgrenze 2G.

Man kann getrost von einem Verordnungs-Wirrwarr sprechen: Die Leiterinnen der Ordnungsämter Werdohl und Altena sind sich nicht einig, was die Interpretation der Formulierungen für Sport in Innenräumen in der neuen Coronaschutzverordnung angeht.

Das führt dazu, dass die Stadtgrenze über geltende Regeln entscheidet: Während in der Werdohler Fitness AG von Axel Weber ab Dienstag, 28. Dezember, Geimpfte und Genesene weiterhin ohne zusätzlichen Test trainieren dürfen – vorausgesetzt, sie tragen eine medizinische oder eine FFP2-Maske – haben in der Kletterwelt Sauerland und in den Fitnessstudios in Altena nur sportbegeisterte Immunisierte Zutritt, die einen aktuellen negativen Corona-Test einer offiziellen Stelle vorlegen.

Duschen und Umkleiden werden geschlossen

Axel Weber ist natürlich froh, dass nicht jeder Kunde einen zusätzlichen Test benötigt. „Es ist durchaus möglich an den Geräten mit Maske zu trainieren“, unterstreicht er. Selbst wer auf dem Laufband lediglich Walken wolle, werde durch eine Maske nicht zu stark beeinträchtigt.

„Beim Laufen sieht das dann schon anders aus, das ist mit Maske schwierig. Wer das möchte, wird wohl nach draußen ausweichen, wenn er keinen Test machen kann oder möchte.“ Duschen und Umkleiden werde er aber natürlich wieder schließen, kündigt Weber an.

Sport mit Maske, aber ohne Test

Informiert hat ihn Werdohls Ordnungsamtsleiterin Andrea Mentzel. Auf Anfrage der Redaktion verweist sie auf Paragraph 4, Absatz 2, Ziffer 10 der Verordnung, der für Fitnessstudios zur Anwendung komme. Solange es sich nicht um Gruppensport handele und eine Mund-Nasen-Bedeckung getragen werde, sei ein zusätzlicher Test nicht erforderlich. „Dies wurde am Montag auch durch den Märkischen Kreis mit der Bezirksregierung Arnsberg so besprochen“, erklärt Mentzel.

Verordnung selbst für Fachleute undurchsichtig

„Ich sehe in diesem Bereich nach wie vor 2Gplus “, unterstreicht dagegen Altenas Ordnungsamtsleiterin Ulrike Anweiler, die unter anderem mit René Brehm von der Kletterwelt Sauerland über die Umsetzung der neuen Verordnung gesprochen hat.

Auch wenn es durchaus Spielraum für Interpretationen gebe: „Für mich steht dann der Sicherheitsaspekt im Vordergrund.“ Grundsätzlich sei es aber ärgerlich, dass die Coronaschutzverordnung nicht eindeutig sei. „Selbst für uns als Fachleute ist manches undurchsichtig. Manche Regelungen sind doppelt enthalten und jeweils anders formuliert.“

Kreis vorsichtig mit Einschätzung

Ein Anruf bei der Pressestelle des Märkischen Kreises verdeutlichte zusätzlich, dass es wünschenswert wäre, die Regeln beim nächsten Mal eindeutig zu kommunizieren. Erst nachdem sich Pressereferentin Ursula Erkens mit dem Gesundheitsamt in Verbindung gesetzt hatte, erklärte sie, man stimme wohl der Interpretation von Andrea Mentzel zu: Wenn beim Kraftsport eine Mund-Nase-Bedeckung getragen werde, sei 2G ausreichend.

Kletterwelt: Betreiber befürchtet Besucherrückgang

Würde sich diese Erkenntnis beim Altenaer Ordnungsamt durchsetzen, wäre René Brehm eine große Sorge los. Er befürchtet durch die erneute Verschärfung der Corona-Regeln einen weiteren Besucherrückgang in der Kletterwelt Sauerland auf Rosmart.

Schon die 2G-Regel mache sich bemerkbar. „Es kommen einfach weniger Kunden.“ Zusätzlich werde die Situation durch die Sperrung der Autobahn 45 verschärft. Sportler, die beispielsweise aus dem Ruhrgebiet kämen, müssten deutlich längere Anfahrtswege in Kauf nehmen.

Kletterer: Vielen ist 2Gplus zu aufwändig

Einige würden auch aus diesem Grund auf den Besuch in der Kletterhalle verzichten. Die 2Gplus-Regel komme jetzt noch obendrauf. „Ich habe von vielen schon gehört, ,2G machen wir noch mit, aber wenn wir dann noch zusätzlich einen Test benötigen, verzichten wir vorläufig auf Indoor-Aktivitäten‘“, erzählt René Brehm – und sagt: „Ich hoffe, dass sich das Öffnen überhaupt noch lohnt.“

Auch interessant

Kommentare