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Corona: Taxi-Branche weiter in der Krise

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Von: Michael Koll

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Taxifahrer im Wartestand: Samed Ayhan, Geschäftsführer des Taxi-Unternehmens MS, hat derzeit nur wenig zu tun. Coronabedingt fallen viele Veranstaltungen aus, die Menschen bleiben daheim.
Taxifahrer im Wartestand: Samed Ayhan, Geschäftsführer des Taxi-Unternehmens MS, hat derzeit nur wenig zu tun. Coronabedingt fallen viele Veranstaltungen aus, die Menschen bleiben daheim. © Koll, Michael

„Seit im Dezember die Inzidenzzahlen wieder gestiegen sind“, sagt Samed Ayhan, Geschäftsführer des in Werdohl und Neuenrade beheimateten Taxi-Unternehmens MS, „sind die Fahrgastzahlen wieder gesunken.“

In Covid19-Zeiten hat die Branche deutlich weniger zu tun. 2020 hatte der Balver Taxi-Unternehmer Josef Torino Vangeli bereits seinen Geschäftsbetrieb eingestellt. 2021 folgte das Neuenrader Citycar, die Firma von Jörg Knips.

Dennoch konstatiert Ayhan: „Wir liegen derzeit wieder bei einem Auftragsvolumen in einer Größenordnung von nur 20 Prozent im Vergleich zur Vor-Corona-Zeit.“ Er führt weiter aus: „So war es auch schon im Frühsommer des vorigen Jahres. Danach wurde es streckenweise mal etwas besser, doch das ist seit dem Herbst wieder vorbei.“

Meist nur zwei von neun Fahrzeugen im Einsatz

Der MS-Geschäftsführer hat folglich zumeist nur zwei seiner neun Fahrzeuge im Einsatz. Auf die Hilfe von Aushilfsfahrern kann er zumeist verzichten – das war vor der Pandemie ganz anders, vor allen Dingen am Wochenende. Nun aber sitzt Ayhan oft selbst am Steuer. „Man kann ja nicht mehr voraussehen, was kommt“, klagt er. „Früher hast Du gesagt: Da ist diese oder jene Veranstaltung. Da hast Du gewusst, dass es viele Fahrten geben wird. Heute unternehmen die Leute – wenn überhaupt nur etwas im privaten Rahmen. Und davon weiß ich vorher ja nichts.“

Am Neujahrsmorgen sei das beispielsweise so gewesen: „Da hatten wir morgens, so etwa um vier Uhr herum, mal zwei, drei Stunden lang mehr zu tun“, berichtet der Taxi-Unternehmer. Dieses Aufflackern des Fahrgast-Aufkommens konnte die Bilanz der vergangenen Monate allerdings nicht ausgleichen – bei Weitem nicht.

Die Menschen „sind vorsichtiger geworden“

„Die Leute sind einfach vorsichtiger geworden – vor allem geht niemand mehr in Kneipen“, hat Ayhan beobachtet. Und wer dort ein paar Bier getrunken hatte, wurde nicht selten am Ende des Tages sein Kunde und rief bei Taxi MS an. Nun klingelt das Telefon des Berufsfahrers kaum noch. Eine Ansteckungsgefahr müssten die Passagiere in seinen Fahrzeugen nicht befürchten. Ayhan erzählt: „Meine fest angestellten Fahrer sind alle geimpft. Nur einer muss noch warten, bis das halbe Jahr herum ist. Der ist genesen, wird sich im April dann auch impfen lassen.“

Der Geschäftsführer des heimischen Taxi-Betriebs ergänzt schließlich mit einem resigniert klingendem Unterton: „Ein Aushilfsfahrer, der für uns manchmal unterwegs ist, ist als Einziger nicht geimpft.“ Doch auch der dürfe bei ihm nur hinters Steuer, wenn er einen tagesaktuellen negativen Corona-Test vorweist, unterstreicht der Geschäftsführer sogleich.

Impfstatuts wird kaum nachgefragt

Die wenigen Auftraggeber, die er momentan noch habe, fragten jedoch ohnehin nicht nach dem Impfstatus, sagt Ayhan zunächst. Dann fällt ihm aber doch noch ein, „dass sich einmal ein schon etwas älterer Fahrgast danach erkundigt hat“. Gerne würde Samed Ayhan häufiger von seinen geimpften Fahrer berichten. Deshalb hofft er auf den kommenden Sommer und wieder mehr Aufträge und darauf, dass sein Telefon wieder häufiger klingelt.

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