Generell hohe Bereitschaft

Corona-Schutzimpfung: So ist der Stand bei den Seniorenheimen in Werdohl und Neuenrade

In mehreren Senioreneinrichtungen in Werdohl und Neuenrade stehen jetzt die Termine für die Corona-Schutzimpfung fest.
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In mehreren Senioreneinrichtungen in Werdohl und Neuenrade stehen jetzt die Termine für die Corona-Schutzimpfung fest.

Von den fünf Seniorenheimen in Werdohl und Neuenrade sind die allermeisten gut auf die bevorstehende Corona-Schutzimpfung für die Bewohner und Mitarbeiter vorbereitet. Drei Einrichtungen können sogar konkrete Termine für den Besuch der Impfärzte nennen.

Seit dem zweiten Weihnachtstag werden bundesweit Bewohner und Personal von Seniorenheimen gegen das Coronavirus geimpft. Dort ist das Infektionsrisiko nach Auffassung der Ständigen Impfkommission (Stiko) am größten. Zudem hätten gerade betagte Menschen bei einer Covid-19-Erkrankung das Risiko eines schweren Verlaufs, was wiederum die Krankenhäuser belaste, begründet die auf Schutzimpfungen und Infektionskrankheiten spezialisierte Expertengruppe am Robert-Koch-Institut (RKI)

Im Märkischen Kreis, wo es rund 60 Pflegeheime gibt, ist bisher allerdings erst in sieben Einrichtungen in Iserlohn (2), Hemer, Schalksmühle, Balve. Halver und Meinerzhagen geimpft worden. Begründet wird das mit den umfangreichen Vorbereitungen, die die Einrichtungen zunächst selbst treffen müssen, bevor sie ihren exakten Bedarf an Impfdosen an die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe melden und Termine mit den Impfärzten vereinbaren können.

In Werdohl gibt es vier Seniorenheime

In Werdohl gibt es vier Seniorenheime, von denen zwei nach eigener Auskunft schon alle vorbereitenden Arbeiten für die Impfung erledigt haben. „Wir sind mit den Vorbereitungen fertig“, verkündete Sonia Tabiadon vom Seniorenzentrum an der Stadtklinik. Unter den 70 Senioren, die dort in drei Wohngruppen untergebracht sind, sei die Impfbereitschaft ausgesprochen groß. Tabiadon sprach von „100 Prozent“, die sich beim ersten Impftermin am 12. Januar das Vakzin spritzen lassen möchten.

Nicht ganz so groß sei die Bereitschaft beim Personal. Der Anteil der Mitarbeiter, für die schon feststehe, dass sie sich impfen lassen wollen, betrage 60 Prozent, sagte die Einrichtungsleiterin. Sie führt das auf eine verspätete Aufklärung und die vielen Negativmeldungen zurück, die um die Impfung kursierten. Unter Druck gesetzt würden die Mitarbeiter aber auf keinen Fall. Tabiadon: „Sie sollen mit ruhigem Gewissen eine Entscheidung für sich treffen. Sie können ja auch im Laufe des Jahres noch nachgeimpft werden.“

Nach gerade überstandener Infektion soll nicht geimpft werden

Ebenfalls alle Vorbereitungen abgeschlossen hat das Evangelische Altenhilfezentrum Wichernhaus; dort soll am 13. Januar geimpft werden. Einrichtungsleiterin Kerstin Medenbach bezeichnete die Impfbereitschaft unter den Bewohnern und den Mitarbeitern als hoch, sprach von „70 bis 80 Prozent“, hatte aber keine genauen Zahlen parat. Auch würden von den derzeit 57 Bewohnern nicht alle geimpft, weil einige ja gerade eine Coronainfektion überstanden hätten, erinnerte sie an den Ausbruch der Krankheit im Wichernhaus vor wenigen Wochen. Aus demselben Grund würden jetzt auch nicht alle Mitarbeiter geimpft. Die Stiko empfiehlt, Menschen mit überstandener Sars-CoV-2-Infektion zunächst nicht zu impfen.

So wird geimpft

Die Corona-Schutzimpfung ist für alle freiwillig und kostenlos. Verabreicht wird sie intramuskulär. Das bedeutet, dass eine sehr kleine Impfstoffmenge von lediglich 0,3 Millilitern in aller Regel in den sogenannten Deltamuskel am Oberarm gespritzt wird. Die Impfung verläuft weitgehend schmerzfrei. Im Anschluss werden die Geimpften 15 Minuten lang – in Einzelfällen auch länger – beobachtet.

Kurz vor dem Abschluss der Vorbereitungsarbeiten steht das Seniorenzentrum Haus Versetal. „Uns fehlen noch vier Einverständniserklärungen, die von den Betreuern der betreffenden Bewohner unterschrieben werden müssen“, erklärte Leiterin Susanne Thöne am Mittwoch. Die fehlenden Unterschriften erwarte sie bis Freitag. Sie könne aber schon jetzt unter den 59 Bewohnern eine hohe Impfbereitschaft von 95 Prozent feststellen. Unter den Mitarbeitern sei die Bereitschaft zur Impfung nicht ganz so hoch, liege aber immerhin bei etwa 80 Prozent. Impftermine gibt es für das Haus Versetal noch nicht, allerdings steht nach Thönes Worten schon fest, dass der Werdohler Arzt Dr. Hussein Al Shami die Impfungen durchführen wird.

Forsthaus antwortet auf Anfrage nicht

In Werdohl gibt es darüber hinaus noch das Seniorenheim Forsthaus in Trägerschaft der Vita Vitalis GmbH mit Sitz in Werdohl. Es hat laut Pflegeatlas des Märkischen Kreises Platz für 34 Senioren. Eine Anfrage über den Stand der Vorbereitungen auf die Corona-Schutzimpfung hat die Einrichtung bislang nicht beantwortet.

Im Evangelischen Seniorenzentrum in Neuenrade soll nach Auskunft von Leiterin Petra Wegener am 13. Januar geimpft werden. Die Bereitschaft, sich den Impfstoff spritzen zu lassen, sei bei den 74 Bewohnern des Hauses „sehr hoch“, sie liege bei „gut 90 Prozent“, sagte Wegener. Unter den Mitarbeitern sei die Impfbereitschaft mit etwa 80 Prozent nicht ganz so groß, aber auch damit sei sie sehr zufrieden, sagte die Einrichtungsleiterin.

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