Andrang vor dem Discounter

Schnelltests sofort vergriffen

Andrang vor dem Aldi: In Werdohl standen am Samstag etwa 16 Kunden vor dem Discounter Schlange.
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Andrang vor dem Aldi: In Werdohl standen am Samstag etwa 16 Kunden vor dem Discounter Schlange.

Warteschlangen vor den Aldi-Filialen in Werdohl, Balve und Altena: Aldi hat am Samstag als erster Discounter Corona-Schnelltests verkauft. Die begehrten Produkte waren innerhalb weniger Minuten ausverkauft.

Samstagmorgen, 6.56 Uhr, vier Grad minus, Aldi in Werdohl: „Ich hatte gedacht, es wären noch Kunden mehr da“, meint eine junge Frau. Mit gut 15 weiteren Kunden wartet sie auf die Öffnung der Filiale. Kaum gehen die Türen auf, kann ein interessantes Schauspiel beobachtet werden: Der Großteil der Wartenden geht geradewegs zur Kasse. Dort gibt es die Tests. Preis pro Fünfer-Packung: 24,99 Euro. Ausgegeben wird maximal ein Päckchen pro Kunde. Der eine oder andere geht anschließend noch einmal in den Discounter – um den regulären Einkauf zu erledigen.

Die Test-Vorräte sind knapp. „Wir haben nicht viele da”, heißt es an der Kasse. Warum stehen die Käufer für die Tests Schlange? Ein Paar begründet auf dem Parkplatz: „Für mehr Sicherheit, wenn wir ältere Verwandte besuchen.” Das frühe Aufstehen am Wochenende? Für diese Werdohler kein Problem: „Wir stehen eigentlich immer so früh auf.”

Mehr Sicherheit beim Verwandtenbesuch

15 Kilometer weiter heißt es an an diesem Morgen im Aldi an der Bahnhofstraße in Altena: „Alle Tests sind weg!” Gegen 7.25 Uhr – und damit kurz nach der Öffnung des Discounters – sind sämtliche Tests vergriffen. Immer mal wieder fragen Kunden noch an der Kasse nach. „Dann probiere ich es nächste Woche noch einmal“, meint einer der Kaufwilligen, die kein Glück hatten.

So entspannt nahmen das nicht alle hin. Deutschlandweit gab es Berichte über verärgerte Kunden. Filialen seien lediglich mit zehn Packungen beliefert worden, hieß es vielerorts.

In Balve waren zwölf Tests im Angebot

Auch in Balve bekamen nur die schnellen Kunden den Schnelltest: Bereits zehn Minuten nach der Öffnung des Aldi-Markts in der Hönnestadt waren dort die Tests vergriffen. „Wir wollen endlich unsere Kinder wieder besuchen“, erzählten Roland und Karin Kuhlmann aus Neuenrade, warum sie sich entschlossen hätten, einen solchen Schnelltest mit auf ihre Einkaufsliste zu setzen. „Dieser zertifizierte Test gibt uns Sicherheit.“ Die Neuenrader berichteten von sehr großem Interesse in dem Balver Aldi-Markt: „Wir waren unter den ersten sechs Kunden.“ Und nur zwölf Kunden konnten an diesem Tag einen solchen Test mit nach Hause nehmen. Alle anderen wurden auf neue Lieferungen in dieser Woche vertröstet.

Die Kuhlmanns jedenfalls waren froh, ein Test-Set mit nach Hause nehmen zu dürfen. „Hätten wir heute keinen Test kaufen können, hätten wir uns ab Montag in den Drogeriemärkten oder Apotheken darum bemüht“, erklärte Roland Kuhlmann. „Aber irgendwann wird es mit diesen Schnelltests so sein, wie im vergangenen Jahr mit dem Toilettenpapier: Jeder hat bald genug davon zu Hause.“

Andere Discounter und Drogerieketten wollen nachziehen

Wer am Samstag leer ausgegangen ist hat vielleicht schon in den nächsten Tagen mehr Glück: In dieser Woche werde in den Aldi-Filialen Ware nachgeliefert, erklärten die Mitarbeiter an den Kassen und von der Pressestelle des Unternehmens. Auch weitere Discounter und Drogerie-Märkte haben angekündigt, in den kommenden Tagen Tests anbieten zu wollen.

Aldi habe sich frühzeitig „mit dem Verkauf von Corona-Schnelltests befasst“ und dafür ein „gewisses Risiko in Kauf genommen“, hieß es auf Nachfrage von der Pressestelle. Der Discounter habe die Tests bereits vor der Zulassung durch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte beschafft. Hersteller des Tests ist die Aesku Group GmbH, das Produkt „Made in Germany“.

Dr. Axel vom Schemm von der Aldi-Pressestelle zeigte sich schon im Vorfeld des ersten Verkaufstages zuversichtlich: „Auf einen Ansturm sind wir gut vorbereitet, unsere Maßnahmen haben sich unter anderem im Weihnachtsgeschäft bereits bewährt.“ In allen Märkten seien zahlreiche Maßnahmen und Vorkehrungen umgesetzt worden.

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