Feier unter freiem Himmel

Corona-Lockerungen machen es möglich: Sommerfest im Haus Versetal

Mit Bewohnern und Angehörigen wurde im Haus Versetal am Wochenende Sommerfest gefeiert.
+
Mit Bewohnern und Angehörigen wurde im Haus Versetal am Wochenende Sommerfest gefeiert.

Eigens aus Süddeutschland angereist war Ulla Bengel. Die in der Nähe von Heilbronn lebende Tochter von Johann Kreutz kam am Samstag mit ihrem im Sauerland lebenden Bruder Frank Kreutz zum Sommerfest im Haus Versetal.

Mit am Tisch saß auch ein zweiter Bewohner des Werdohler Seniorenzentrums: Gerhad Schirmer. Dieser hatte Besuch von seiner Tochter Andrea Brockhaus und seinem Schwiegersohn René. „Die beiden Herren trinken gerne mal ein Pilsken“, rief Ulla Bengel. Gerüche vom Grill wehten herüber und der Werdohler Jürgen Kneist spielte im Garten auf seinem Saxofon.

Die Atmosphäre war entspannt. Das ist laut Bewohner Johann Kreutz jedoch keine Seltenheit. „Vor ein paar Wochen haben die Mitarbeiterinnen des Hauses an einem Morgen aus heiterem Himmel mitten auf dem Gang zu singen angefangen.“ Sein Freund Gerhard Schirmer erinnerte sich auch gerne zurück: „Volkslieder haben sie angestimmt.“ Die beiden Männer strahlten.

Ein großes Wiedersehen

Schirmer musste allerdings nicht nur bei dieser Anekdote lächeln. „Auch das Sommerfest ist doch sehr nett, zudem es ja auch nicht zu heiß ist“, stellte er fest. „Der Himmel hatte ein Einsehen mit uns“, war sein Fazit. Sein Kompagnon Kreutz unterstrich: „Wir freuen uns ganz besonders, dass wir die Bewohner einmal wiedersehen, die sonst an ihr Zimmer gefesselt sind.“

Jürgen Kneist spielte auf dem Saxofon.

48 der insgesamt 59 Betten im Haus Versetal sind derzeit belegt. Pflegedienstleitung André Sikora berichtete: „Einge der Bewohner sind ja erst während der Pandemie eingezogen. Die haben sowas wie ein Sommerfest hier noch gar nicht erlebt.“ Für die freue es ihn erst recht, „dass sie einmal erleben, dass es nicht normal ist, den ganzen Tag im Haus zu sein.“

29 Angehörige sind dabei

Sogleich schiebt er hinterher: „In den vergangenen Wochen verbringen wir aber ohnehin vermehrt Zeit draußen.“ Die Politik habe aufgrund sinkender Inzidenzwerte „ja ganz viel gelockert“, zeigte er sich erleichert. Und so hatten sich 29 Angehörige für das Fest angemeldet. „Wenn aber noch einer spontan vorbeischaut, finden wir Mittel und Wege, dass auch er sich noch dazu setzen kann“, bekräftigte Sikora.

„Die Angehörigen begrüßen die Feier extrem“, hatte er aus Gesprächen mitgenommen. Und so stand für alle das Motto „Western“ auf dem Programm. Die Mitarbeiter der Einrichtung hatten Strohhüte auf, die Frauen trugen Cowgirl-Kleider, die Männer Lederwesten, Jeans und Halstücher. An einigen Ständen wurden Spiele wie Stiefel- und Hufeisenweitwurf angeboten. Als Höhepunkt führten ein paar Mitarbeiterinnen einen Line Dance auf. Wer weiß, vielleicht waren es dieselben, die vor einigen Tagen den Bewohnern bereits einige Volkslieder-Ständchen gebracht hatten.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare