Stadt Werdohl reagiert

Corona-Konzept: So verändert sich die Jugendarbeit in Pandemie-Zeiten

In den Stadtteilen wird in Werdohl nun verstärkt auf die aufsuchende Jugendarbeit gesetzt. Am Donnerstagnachmittag waren Christina Sabanci-Henkes und Pia Ziese erstmals in Ütterlingsen unterwegs, um Tüten mit Bastel- und Beschäftigungsmaterial zu verteilen.
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In den Stadtteilen wird in Werdohl nun verstärkt auf die aufsuchende Jugendarbeit gesetzt. Am Donnerstagnachmittag waren Christina Sabanci-Henkes und Pia Ziese erstmals in Ütterlingsen unterwegs, um Tüten mit Bastel- und Beschäftigungsmaterial zu verteilen.

„In dieser Zeit sind soziale Kontakte ganz besonders wichtig. Es liegt uns am Herzen, dass die Jugendlichen Ansprechpartner haben. Vor allem, wenn sie vielleicht nicht wissen, wohin sie sonst gehen sollen“, sagt Anna-Katharina Reith.

Die Leiterin des Jugend- und Bürgerzentrums (JBZ) berichtet von einer neuen Form der Jugendarbeit in Werdohl, die nicht mehr am Freitagabend endet und dann erst am Montag wieder beginnt.

Gemeinsam mit Jugendpfleger Tobias Chylka und dem gesamten Team hat Reith das neue Konzept auf die Beine gestellt. „Das war aufgrund der aktuellen Coronaschutzverordnung einfach notwendig.“ Denn zwei städtische Jugendräume dürfen bedingt durch die verschärften Pandemie-Auflagen nicht mehr öffnen: Der Schrottkeller in Ütterlingsen und der Freizeittreff in Pungelscheid. „Dort können wir nicht so lüften, wie es notwendig wäre. Dagegen ist das im Jugend- und Bürgerzentrum kein Problem“, stellt Reith fest.

Ab sofort an sieben Tagen in der Woche geöffnet

Um die Öffnungszeiten der geschlossenen Einrichtungen so weit wie möglich aufzufangen, habe man beschlossen, das JBZ ab sofort an sieben Tagen in der Woche zu öffnen: montags bis freitags jeweils von 16 bis 20 Uhr, samstags von 16 bis 21 Uhr und sonntags wieder von 16 bis 20 Uhr.

Wie bisher müssen natürlich in der Einrichtung an der Schulstraße die Corona-Regeln eingehalten werden. „Maskenpflicht, Mindestabstand und Kontaktbeschränkungen. Maximal zehn Jugendliche dürfen gleichzeitig rein.“ Nach wie vor bekommt jedes Kind und jeder Jugendliche beim JBZ-Besuch eine frisch gereinigte Maske von den Mitarbeitern.

Stündlich wird gewechselt

„Inzwischen haben wir unsere Erfahrungen sammeln können. Meistens tauschen wir die Besucher nach jeder Stunde aus, damit möglichst viele Kinder und Jugendliche zu uns kommen können“, erzählt Anna-Katharina Reith.

Angesichts der Tatsache, dass die Jugendeinrichtungen coronabedingt in einigen Städten momentan komplett geschlossen seien, sei man in Werdohl mit der Sieben-Tage-Öffnung sehr gut aufgestellt. „Damit haben wir schon eine ganze Menge erreicht“, ist die JBZ-Leiterin überzeugt. Überstunden müssten die Mitarbeiter deshalb aber nicht in Kauf nehmen. „Da der Freizeittreff und der Schrottkeller geschlossen sind, können wir die Mitarbeiter von dort im JBZ einsetzen. Wir wechseln uns ab“, erklärt Reith, dass alle für die Werdohler Jugendlichen an einem Strang ziehen würden.

In den Stadtteilen verstärkt aufsuchende Jugendarbeit

Doch auch die Kontakte zu den Kindern, die mitunter keine Möglichkeit haben, in die Stadtmitte zu kommen, sollen nicht abreißen. „Wir wollen die Stadtteile nicht brachliegen lassen“, unterstreicht Anna-Katharina Reith. Deshalb hat dort die aufsuchende Jugendarbeit begonnen: Am Donnerstagnachmittag waren Christina Sabanci-Henkes und Pia Ziese erstmals in Ütterlingsen unterwegs, um Tüten mit Bastel- und Beschäftigungsmaterial zu verteilen – und den Kindern bei Bedarf auch als „Kummerkasten“ zur Verfügung zu stehen.

In Pungelscheid haben Gina und Pia Ziese diese Aufgabe am Freitag übernommen. Statt Tüten hatten sie eine digitale Schnitzeljagd vorbereitet, an der die Kinder in Zweier-Teams teilnehmen konnten: „Mit Abstand und an der frischen Luft. Wichtig ist, dass wir die Beziehungsarbeit aufrecht erhalten.“ Das gelte im Übrigen für das gesamte Stadtgebiet. „Wir sind jetzt auch dort verstärkt unterwegs.“ Reith weist auf den Schaukasten vor dem Drogeriemarkt in der Innenstadt hin. „Dort sind unsere Öffnungszeiten hinterlegt, und die jeweils neuesten Corona-Bestimmung leicht verständlich erklärt.“

Kinder und Jugendliche, die Kontakt zu einem Mitarbeiter der Jugendpflege aufnehmen möchten, haben mehrere Möglichkeiten. Sie können im JBZ unter Tel. 02392/3114 anrufen oder auch die Handynummer 0170/2254124 wählen. Auch per Instagram und Facebook kann Kontakt zu den Mitarbeitern aufgenommen werden.

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