Rückkehr zur Normalität?

Corona-Impfungen abgeschlossen: So geht es in den Seniorenheimen jetzt weiter

Veranstaltungen mit Besuchern wie hier der Adventsbasar im November 2019 im Wichernhaus sind derzeit für die Senioreneinrichtungen auch in Werdohl noch undenkbar.
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Veranstaltungen mit Besuchern wie hier der Adventsbasar im November 2019 im Wichernhaus sind derzeit für die Senioreneinrichtungen auch in Werdohl noch undenkbar.

Die Impfung sollte der Schlüssel für die Rückkehr zur Normalität sein. Das war die Hoffnung, die viele mit dem Impfstart am Ende des vergangenen Jahres verbunden haben.

Rund sieben Wochen später sind zumindest in Werdohl fast ausnahmslos alle Bewohner von Seniorenheimen geimpft, und auch die Mehrzahl der Beschäftigten hat sich den Impfstoff spritzen lassen. Von Rückkehr zur Normalität kann aber trotzdem noch keine Rede sein.

In den Werdohler Altenhilfeeinrichtungen ist die Impfkampagne gegen das Sars-Cov-2-Virus abgeschlossen, nachdem am Dienstag auch im Seniorenzentrum Haus Versetal die allermeisten Bewohner und viele Beschäftigte die zweite Dosis der Corona-Schutzimpfung erhalten haben. Das Ziel, die besonders gefährdeten betagten und hochbetagten Bewohner sowie ihr Pflege- und Betreuungspersonal bestmöglich vor einer Ansteckung mit der gefährlichen Krankheit zu schützen, ist erreicht. Doch auch wenn damit viele vor Covid-19 geschützt sind, werden Vorsichtsmaßnahmen und Einschränkungen wohl noch eine Weile das Leben in den Einrichtungen bestimmen.

Vorerst keine Lockerungen

„Nein, es wird vorerst noch keine Lockerungen geben können“, sagt Sonia Tabiadon, Leiterin des Seniorenzentrums an der Werdohler Stadtklinik und machte damit viele Hoffnungen von Bewohnern und deren Angehörigen auf eine allmähliche Rückkehr in ein normales Leben mit Begegnungen ohne Masken und Sicherheitsabstand zunichte. Dazu fehlten schlicht die gesetzlichen Grundlagen, erklärt Tabiadon.

Im Seniorenzentrum an der Schulstraße sind nach Angaben der Leiterin bis auf eine Bewohnerin alle Senioren und etwa drei Viertel der Beschäftigten nach Erhalt der zweiten Impfdosis und einer neuntägigen Wartezeit vollimmunisiert. „Aber alle Experten raten trotzdem weiter zur Vorsicht“, betont Tabiadon. Noch sei beispielsweise nicht sicher, ob Geimpfte das Virus nicht an Ungeimpfte weitergeben können. Auch komme gerade die Gefahr durch Virusmutationen hinzu. Um eine Ausbreitung zu bremsen, müsse darum weiter an Sicherheitsmaßnahmen festgehalten werden. Tabiadon: „Wir führen deshalb weiterhin alle Hygienemaßnahmen durch, tragen FFP2-Masken und testen Besucher.“

Auch viele Mitarbeiter haben sich impfen lassen

Ähnlich sieht es im Wichernhaus aus. Dort sind bis auf eine Bewohnerin, die zum Impfzeitpunkt im Krankenhaus war, und bis auf diejenigen, die im Dezember positiv auf das Virus getestet worden waren, alle Senioren geimpft. Auch viele der Mitarbeiter haben das Vakzin erhalten. Doch auch am Rader Weg heißt es von Einrichtungsleiterin Kerstin Medenbach: „Ob und wann Lockerungen kommen, wissen wir noch nicht so genau.“

Die Mitarbeiter in der Pflege und im Sozialen Dienst hätten zwar in den Monaten der Pandemie mit großem Erfindungsreichtum versucht, Abwechslung in den Alltag der Bewohner zu bringen, hätten beispielsweise mit Abstand und in kleinen Gruppen Angebote gemacht, versichert Medenbach. Doch auch ihr ist bewusst, dass das Leben der Bewohner noch weit von der Normalität entfernt ist. „Wir alle sehnen deshalb die Lockerungen herbei“, sagt sie.

Bald neue Richtlinien?

Wann die Seniorenheime denn endlich zur ersehnten Normalität zurückkehren können? Sonia Tabiadon geht davon aus, dass dafür auch die Impfung in der Bevölkerung außerhalb der Alteneinrichtungen deutlich vorangeschritten sein muss. „Vielleicht im April oder Mai“, spekuliert sie. Wünschen würde sich die Leiterin des Seniorenzentrums das vor allem für die Bewohner. „Aber eigentlich wünschen sich das ja alle“, schiebt sie hinterher.

Kerstin Medenbach könnte sich vorstellen, dass es in absehbarer Zeit zumindest für diejenigen Seniorenheime neue Richtlinien gibt, in denen alle oder die allermeisten Bewohner geimpft sind. Das Wichernhaus sieht sie für diesen Fall gut vorbereitet. „Wir sind froh, dass wir zu den ersten Einrichtungen gehören, die durchgeimpft sind“, bekennt sie, dass ihr dieser Umstand Hoffnung macht.

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