Heftige Kritik am Märkischen Kreis

Corona in Seniorenheim im MK: Sechs Todesfälle in zehn Tagen

Das Haus Versetal am Pungelscheider Weg.
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Das Haus Versetal am Pungelscheider Weg.

Wie erst am Montag bekannt wurde, sind im privaten Altenzentrum Haus Versetal in den vergangenen zehn Tagen sechs Menschen im Zusammenhang mit Covid-19-Infektionen gestorben.

Bereits am 29. Januar war in der Alteneinrichtung eine 73-jährige Bewohnerin verstorben. Am 30. Januar erlagen eine 92-jährige Bewohnerin und ein 83-jähriger Bewohner der Erkrankung. Am 4. Februar verstarb eine 97 Jahre alte Frau in der Werdohler Einrichtung ebenso wie ein 84-Jähriger. In der Nacht von Samstag auf Sonntag, 8. Februar, starb eine 85-jährige Bewohnerin der Einrichtung im Klinikum Lüdenscheid.

Bezüglich der Information der Öffentlichkeit schiebt Einrichtungsleiterin Susanne Thöne der Pressestelle des Märkischen Kreis die Schuld zu. Persönlich beleidigt sie eine Mitarbeiterin der Pressestelle: „Es ist unverschämt, was diese Frau sich da anmaßt.“ Thöne findet viele weitere böse Worte der Verdächtigung für die Kreis-Mitarbeiterin. Auf Nachfrage beim Märkischen Kreis, warum die Nachricht über die bereits vor zehn Tagen verstorbenen Personen in der Einrichtung erst jetzt verbreitet werden, sagte Kreis-Pressesprecherin Ursula Erkens: „Wir geben die Meldungen der Einrichtungen sofort weiter und dokumentieren jeden Todesfall mit Datum.“ Zu den konkreten Fällen im Haus Versetal sagte Erkens: „Das Haus hat uns das erst jetzt gemeldet.“

Verantwortliche der Einrichtung widersprechen

Dem widersprechen Einrichtungsleiterin Susanne Thöne und Pflegedienstleiter André Sikora: „Wir melden von Montag bis Freitag täglich aktuell sämtliche Fälle von Infektionen, Quarantänen und Toten. An Montagen melden wir die Zahlen vom Wochenende nach.“ Das Haus stehe im engsten Kontakt mit dem Robert-Koch-Institut und dem Gesundheitsamt des Kreises.

Diese Zeitung berichtet seit zwei Wochen über die Infektionslage in der Alteneinrichtung am Pungelscheider Weg. Bis zum jüngsten Gespräch vergangenen Freitag, 5. Februar, war seitens des Hauses keine Rede von Todesfällen. Warum die bis dahin fünf Verstorbenen nicht gegenüber der Redaktion erwähnt wurden? Thöne: „Wir sind nicht danach gefragt worden.“ Stattdessen hatte sich das Haus über vermeintlich von der MK-Pressestelle falsch berichtete Zahlen beschwert.

Nach Angaben von Pflegedienstleiter Sikora sind Stand Montag, 8. Februar, ein Zehntel der vormals 55 Bewohner im Zusammenhang mit Corona gestorben. Von den jetzt 49 Bewohnern im Hause sind 17 infiziert. Neun der 60 Mitarbeitenden sind infiziert und eine weitere Mitarbeitende ist in Quarantäne. Die Zweitimpfung soll wie geplant am 9. Februar vorgenommen werden, die Infizierten werden am 10. Februar erneut abgestrichen.

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