Einrichtungsleitrein berichtet

Corona im Altenheim: „Für die Bewohner ist alles fast normal“

Seit dem ersten Sommerfest im Wichernhaus im Juli nach den harten Beschränkungen durch die Corona-Pandemie hat sich das Leben für die Bewohnerinnen und Bewohner weitgehend normalisiert. Für Mitarbeiterinnen und Besucher hingegen gelten weiterhin strenge Regeln.
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Seit dem ersten Sommerfest im Wichernhaus im Juli nach den harten Beschränkungen durch die Corona-Pandemie hat sich das Leben für die Bewohnerinnen und Bewohner weitgehend normalisiert. Für Mitarbeiterinnen und Besucher hingegen gelten weiterhin strenge Regeln.

Nach der überraschenden Kündigung der früheren Einrichtungsleiterin Kerstin Medenbach ist Birgit Frerkes vom Mendener Klepper-Haus beim Werdohler Wichernhaus eingesprungen.

Frerkes arbeitet seit gut zwanzig Jahren in der Pflege und in Leitungspositionen bei der Perthes-Stiftung. Seit mehr als eineinhalb Jahren ist die Corona-Pandemie das alles bestimmende Thema in der Altenpflege – auch für sie. Frerkes: „Für die Bewohner ist alles wieder normal, aber für die Beschäftigten ist Corona weiterhin eine sehr belastende Situation.“

Kerstin Medenbach war überraschend Anfang des Jahres bei Perthes ausgeschieden. Die Gründe ihrer Kündigung sind nicht bekannt. Auch die Pflegedienstleiterin Anna Miozga hatte Monate später das Wichernhaus verlassen, sie schied Mitte des Jahres aus. Eine erste Ausschreibung auf die vakante Leitungsstelle war nicht erfolgreich. Es gab zwar Interesse, aber Perthes mochte die Stelle nicht mit einer dieser Bewerbungen besetzen. Um das Haus fachlich leiten zu können, wurde Birgit Frerkes gefragt. Sie sagte zu und ist seit dem 13. Juli die Leiterin des Werdohler Hauses – solange, bis eine neue Leitung für das Wichernhaus gefunden ist.

Werdohler Haus deutlich kleiner als Mendener Einrichtung

Das Jochen-Klepper-Haus in Menden mit seinen 117 Plätzen wird solange von Pflegedienstleiter Frank Schulte geführt. Das Werdohler Haus ist mit seinen 75 Plätzen erheblich kleiner als die Mendener Einrichtung. Seit Juli teilt sich Frerkes die Pflegedienstleitung in Werdohl mit Anke Wippermann.

Birgit Frerkes (rechts) und Anke Wippermann leiten momentan das Werdohler Wichernhaus.

Das Wichernhaus wurde bekanntlich Anfang 2021 von einer tödlichen Corona-Infektionswelle heimgesucht. Trotz alles Schutzmaßnahmen war das Virus von außen ins Haus gekommen. Ob durch Pflegekräfte, Besucher, Ärzte oder andere Gäste ist nicht herauszufinden. Im Zusammenhang mit dem Coronavirus waren fünf Bewohner des Altenhilfezentrums Wichernhaus verstorben. Zu schlimmsten Zeiten waren 31 der 67 Bewohner und 16 der rund 80 Mitarbeitenden mit Corona infiziert.

Leben hat sich nach Impfungen weitgehend normalisiert

„Seitdem sind wir verschont geblieben“, berichtet Birgit Frerkes. Für die Bewohnerinnen und Bewohner habe sich das Leben im Haus vor allem durch die Impfungen weitgehend normalisiert. Das erste Sommerfest konnte gemeinsam gefeiert werden, weitere saisonale Feste sind schon geplant, das Restaurant hat geöffnet. Bald steht die dritte Impfung an.

Doch für die Mitarbeitenden, die unmittelbar mit den Menschen arbeiten und für sie Verantwortung tragen, sei die Situation nach wie vor belastend. Zwar gebe es eine hohe Impfbereitschaft bei Bewohnern und beim Personal, es seien aber eben nicht alle geimpft. Alle Beschäftigten und Besucher müssen überall im Haus Maske tragen, alle nicht geimpften Personen müssen sich testen lassen, manchmal sogar mehrfach am Tag. Den Bewohnern wird zwei Mal am Tag ein Testangebot gemacht. Die Eingangskontrolle wird nach wie vor sehr ernst genommen, auch wenn die Haustüren offen stehen.

Besucher müssen sich anmelden

„Die Bewohner sollen freien Zugang zu ihrem Haus haben“, erklärt Birgit Frerkes. Besucher müssen für die Registrierung mit Angabe der Personalien klingeln. Alles sei aber mittlerweile gut eingespielt, mit den Schutzmaßnahmen wurde bereits im März 2020 begonnen. Immer noch gebe es Krisenstäbe, die allerdings nicht mehr so häufig wie früher tagen.

Corona hat übrigens nicht dafür gesorgt, dass Pflegeplätze leichter zu bekommen sind. Nach wie vor sei das Haus sehr gut belegt.

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