Corona-Fazit der städtischen Kitas: Gruppensettings bleiben

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Rachenabstrich in der Kindertagesstätte: Das Fachpersonal des Medizinischen Labors Wahl besucht die Kita Gernegroß jetzt alle 14 Tage, um die Erzieherinnen der städtischen Einrichtungen zu testen. Auf unserem Foto unterzieht sich Erzieherin Pina Knips dem Test.

Werdohl – „Wir definieren uns seit März neu“, stellt Birgit Nörthemann fest. Die Leiterin der Kita Gernegroß hat sich – ebenso wie ihre Kolleginnen und alle Erzieherinnen und Erzieher – auf die coronabedingten Einschränkungen eingestellt. Gemeinsam mit Bürgermeisterin Silvia Voßloh berichtet sie, stellvertretend für die Leiterinnen aller städtischen Kitas, von ihren Erfahrungen.

Offiziell sind die Einrichtungen am 17. August zum Regelbetrieb zurückgekehrt. In Werdohl gelten allerdings auch weiterhin gewissen Einschränkungen: „Normalerweise arbeiten wir mit einem offenen Konzept. Das heißt, die Kinder hatten die freie Wahl, in welche Gruppe sie gerade gehen wollten. Würden wir das beibehalten, müssten wir aber die komplette Einrichtung schließen, falls ein Corona-Fall auftreten sollte“, sagt Birgit Nörthemann. Das wäre für viele Eltern ein großes Problem, weiß die Kita-Leiterin. „Und schließlich geht es ja auch darum, die Kinder und uns so gut wie möglich zu schützen.“

Deshalb habe man sich in allen städtischen Kitas dazu entschlossen, weiterhin die sogenannten Gruppensettings beizubehalten. Für die Kita Gernegroß bedeutet das: Die Kinder werden in fünf festen Stammgruppen mit jeweils 10 bis 25 Kindern betreut. Die Mädchen und Jungen hätten sich mittlerweile an diese Situation gewöhnt. „Wir gehen viel an die frische Luft, wenn es das Wetter zulässt“, erzählt Birgit Nörthemann. Sie unterstreicht: „Auch, wenn es coronabedingt Einschränkungen gibt –unserem Bildungsauftrag werden wir auf jeden Fall gerecht.“ Nörthemann bedankt sich ausdrücklich bei den Eltern, die „alle viel Verständnis zeigen und mitziehen“. Dass Regeln weiterhin eingehalten werden, ist auch aus Sicht von Bürgermeisterin Silvia Voßloh unerlässlich: „Ich sehe bei der momtentanen Entwicklung das Ende der Einschränkungen noch nicht. Wir sind eben noch nicht so weit wie vor Corona.“

Da die Betreuung in Stammgruppen allerdings mehr Personal erfordert, habe die Stadt in ihrer Trägerfunktion kurzfristig Mitarbeiter-Stundenkontingente aufgestockt. „Und im Gegenzug waren auch alle Erzieherinnen bereit, für eine gewisse Zeit mehr zu arbeiten“, lobt Voßloh, dass man gemeinsam an einem Strang ziehe.

Das zeigt sich auch in anderer Hinsicht: Um die Verbreitung des Virus möglichst zu stoppen, haben sich die Mitglieder aller Kita-Teams bereit erklärte, alle 14 Tage an einem Corona-Test teilzunehmen. Doch nicht alle Hausärzte sind jeweils in Werdohl ansässig, außerdem müssten Wartezeiten bei den Ärzten einkalkuliert werden. „Dadurch könnten aber Betreuungslücken in den Kitas entstehen“, befürchtet Birgit Nörthemann.

Um das Problem zu lösen nahm sie Kontakt zum Medinischen Labor Wahl in Lüdenscheid auf, das sich kooperativ zeigte. Die Lösung: Der Abstrich für alle städtischen Kita-Erzieherinnen und Erzieher wird jetzt alle zwei Wochen jeweils freitags zu festgelegten Zeiten entnommen.

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