Moschee zu Gebetszeiten aber geöffnet

Corona: Auch islamische Gemeinde im Lockdown

Moschee-Vereinsvorsitzender Fahrettin Alptekin betet in der Eyüp-Sultan-Moschee an der Freiheitstraße. Den Gebetsteppich müssen die Muslime selber mitbringen, der Imam steht hinter einer Plastikverkleidung.
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Moschee-Vereinsvorsitzender Fahrettin Alptekin betet in der Eyüp-Sultan-Moschee an der Freiheitstraße. Den Gebetsteppich müssen die Muslime selber mitbringen, der Imam steht hinter einer Plastikverkleidung.

Das Leben in der Ditib-Moschee an der Freiheitstraße ist weitgehend zum Erliegen gekommen, die Gemeinde unter der Leitung des Vereinsvorsitzenden Fahrettin Alptekin und des Imams Engin Teke ist seit Monaten im Lockdown.

Sämtliche Veranstaltungen sind abgesagt, nur zu den Gebetszeiten öffnet Imam Teke die Tür für die Gläubigen.

Die Moschee ist seit der kompletten Schließung im Frühjahr ausschließlich für die täglichen Gebetszeiten und das große Freitagsgebet geöffnet. Anders als die christlichen Gemeinden in Werdohl verzichtet die Ditib-Gemeinde nicht auf diese Gottesdienste. Der Imam schließt die Moschee etwa 15 Minuten vor den fünf täglich wechselnden Gebetszeiten auf. Wer beten will, muss seinen eigenen Gebetsteppich mitbringen und die rituelle Vorwaschung bereits zuhause erledigt haben. Die Muslime müssen natürlich Maske tragen, sich die Hände desinfizieren und sich mit Adresse in eine Liste eintragen.

Während der Gottesdienste darf nicht gesprochen werden

Während der Gottesdienste darf – analog zum Gesangsverbot bei den christlichen Gemeinden – nicht gesprochen werden. Der Imam steht hinter einem durchsichtigen Plastikschutz, der Muezzin auch. Auf weitere, sonst übliche Elemente des Gebets wird verzichtet. Auf dem Boden sind Abstandsmarkierungen angebracht. Alptekin: „Zu den Gebetszeiten kommt nur etwa ein Drittel der Muslime.“ Zu manchen Tagesgebeten fänden sich laut Alptekin oft nur noch zwei oder drei Gläubige. Viele ältere Muslime mieden die Gottesdienste aus Angst vor Ansteckung. Die Freitagsgebete seien mit rund 100 Personen besucht. Früher kamen allerdings mehr als 300 Muslime zum Freitagsgebet.

Überwachung des Veranstaltungsverbotes

Das Werdohler Ordnungsamt kontrolliert weder in christlichen noch in muslimischen Gottesdiensten die Einhaltung der Richtlinien der Corona-Schutzverordnung. Die Kirchen, Gemeinden und Religionsgemeinschaften seien gehalten, entsprechend der Schutzverordnung die Hygiene- und Abstandsvorschriften in den Kirchen, Moscheen und Sälen umzusetzen und einzuhalten.

Das Ordnungsamt kontrolliere hingegen das Veranstaltungsverbot. Nach Hinweisen besuchten Mitarbeiter des Ordnungsamtes am vergangenen Freitag die Ditib-Moschee. Man habe Hinweise auf eine verbotene Veranstaltung oder Versammlung erhalten. Diese Hinweise hätten sich nicht bestätigt, so Ordnungsamtsleiterin Andrea Mentzel, es seien lediglich die Gläubigen zum erlaubten Freitagsgebet gekommen.

Alle Gruppentreffen sind abgesagt, weder Frauen noch Jugendliche träfen sich. Der Koranunterricht wird per Zoom online erteilt, die Beteiligung sei schlecht. Der Imam verbreitet geistliche Worte per Facebook. Dem Hausmeister musste der Minijob gekündigt werden, der Gemeinde fehlen Einnahmen aus Veranstaltungen. Pläne zum schon länger geplanten Anbau auf dem Parkplatz ruhen. Alptekin: „Das macht gerade keinen Spaß.“

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