Schüler und Lehrer ziehen Bilanz

Corona-Abitur: Die schriftlichen Prüfungen sind geschafft

Unter Corona-Bedingungen laufen derzeit auch an der Gesamtschule die Abitur-Prüfungen.
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Unter Corona-Bedingungen laufen derzeit auch an der Gesamtschule die Abitur-Prüfungen.

Seit zwei Wochen laufen an der Albert-Einstein-Gesamtschule (AEG) am Riesei die Abiturprüfungen. Für Schüler Gian-Luca Modesto (19), der am Mittwoch seine letzte schriftliche Prüfung in Spanisch geschrieben hat, geht es jetzt in die Schlussphase.

Nur die mündliche Prüfung muss er auf dem Weg zum Abitur noch ablegen – und zwar in Mathematik.

Bislang sei das Abitur unter Corona-Bedingungen unter dem Strich gut verlaufen, berichtet Modesto, der einer der Schülersprecher der AEG ist. Die Themenauswahl im Erdkunde-Leistungskurs sei gut, das Klausurmaterial gut zu verstehen und zu bearbeiten gewesen. Zu den Klausuren im Deutsch-Leistungskurs meint der Schüler hingegen: „Das war eine reine Katastrophe.“ Er ist etwas enttäuscht, hatte der Prüfung im Vorfeld mit großem Optimismus entgegengeblickt. „Deutsch liegt mir eigentlich auch“, meint der Schüler. Nicht umsonst belegt er das Fach als Leistungskurs; die Arbeit mit Sprache, mit Texten und Literatur mache ihm Spaß. Modesto meint, dass nicht nur er Probleme mit den Klausuren in Deutsch hatte. „Ich würde schätzen, 90 Prozent des Jahrgangs haben hinterher gesagt, dass sie nicht gut mit der Klausur klargekommen sind.“

Corona: Mehr Auswahlmöglichkeiten

Zur Auswahl standen die Themen Lyrik, vergleichende Analyse von dramatischen Texten sowie eine Sachtextanalyse. „Ich habe mich für die Lyrik entschieden“, berichtet Modesto und schildert, dass sein Hauptproblem war, die Gedichte zu verstehen. Sprachlich seien sie kaum zu verstehen und deshalb auch schwer zu interpretieren gewesen. Am Ende waren es 16 Seiten, die der Abiturient mit seinen Antworten auf die Prüfungsfragen füllte. Auch wenn er im Corona-Jahr vier statt der üblichen drei Klausuren zur Auswahl hatte, meint Modesto: „In Deutsch hatte ich nicht das Gefühl, dass viel Rücksicht auf die Situation genommen wurde.“

Von dem kleinen Dämpfer lasse er sich aber nicht beirren: „Ich bin immer noch optimistisch, davon lasse ich mich nicht unterkriegen.“ Maskenpflicht und Schnelltests übrigens seien an der AEG keine große Sache gewesen. „Das war ganz locker. Keiner hat groß drüber nachgedacht, die Tests liefen eher so nebenbei“, meint Modesto. Die Gedanken hätten eher auf der Prüfung gelegen.

Keine positiven Tests an der AEG

Von allen für das Abitur durchgeführten Schnelltests in der Gesamtschule war übrigens kein einziger positiv, berichtet Schulleiter Sven Stocks. „Es gibt hier in der Schule ganz viel Positives – tatsächlich aber nicht auf der Schnelltestebene.“ Etwas verwundert habe Stocks festgestellt, dass sich „die absolute Mehrheit“ der Abiturienten in der AEG testen ließ. Auch die Vorlage eines aktuellen, negativen Bürgertests wäre möglich gewesen. Der Schulleiter vermutet, dass die jungen Erwachsenen „aus Bequemlichkeit heraus die Möglichkeiten vor Ort genutzt“ haben. „Aber warum auch nicht? Wir haben dabei inzwischen alle eine Routine entwickelt“, unterstreicht Stocks. Einziger Vorteil des Bürgertests wäre gewesen, dass man im Falle eines Positivtests früher über das Ergebnis Bescheid gewusst hätte und nicht erst am Morgen der Prüfung in der Schule ausgeschlossen worden wäre.

Nachdem seit Mittwoch alle regulären Klausuren geschrieben sind, folgen die mündlichen Prüfungen. Auch dabei müssen Masken getragen werden. „Ideal ist das nicht“, sagt Stocks, meint aber gleichzeitig: „Das kriegen wir auch noch irgendwie hin.“ Aus Lehrersicht sei es durch die Masken unter Umständen schwieriger, den Abiturienten zu verstehen.

Vorfreude auf die Ausbildung

Aus Schülersicht hingegen, könne man beim Sprechen unter Aufregung schneller aus der Puste kommen. Gian-Luca Modesto ist deswegen aber nicht besorgt. Seine Gedanken wandern sogar schon langsam über die Schule und das Abitur hinaus. Für die Zeit nach den Prüfungen fiebert er schon seiner Ausbildung zum Industriekaufmann bei der Firma Stauff im Ehrenfeld entgegen. „Darauf freue ich mich richtig.“

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