Mit Cornflakes fing alles an: So betreibt ein Zwölfjähriger Naturschutz

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Dass die „Hotelzimmerchen“ belegt sind, erkennt Hubertus daran, dass die Bienen die Löcher im Holz verschließen. Zur Zeit ist aber noch nicht „ausgebucht“. Wichtig ist: Es sollte unbedingt Hartholz verwendet werden.

Werdohl - „Ich hab’ das mal auf einer Cornflakes-Packung gesehen“, sagt der zwölfjährige Hubertus Heitmann. „Da habe ich es einfach nachgebaut.“

Die Rede ist von einem Bienenhotel, das der Junge zuhause, auf einem weitläufigen Bauernhof in Harlingsen, errichtet hat. Die „Außenanlage“ des Bienenhotels hat er liebevoll und farbenprächtig bepflanzt. Sie ist bestückt mit ganz verschiedenen Blumenarten, die jeweils auch einen bestimmten Zweck haben. 

„Die habe ich im April gesät“, sagt Hubertus und weiß noch genau, was dabei zu beachten ist. „Am besten ist es, wenn man für so eine Blumenwiese heimische Arten verwendet“, erklärt der Naturliebhaber. „Wenn man Blumensamen sät, die nicht aus der Region kommen, kann es passieren, dass die Bienen die Blumen nicht erkennen und sie deshalb nicht bestäuben.“ 

Boden muss ausreichend feucht sein

Beim Säen sollte darauf geachtet werden, dass der Boden ausreichend feucht ist, weiß Hubertus als Pflanzen- und Insektenexperte. „Feuchtigkeit ist wichtig, damit die Samen vernünftig keimen können. Und sie dürfen nicht zu tief in der Erde liegen“, erklärt er. 

Bevor es mit dem Säen aber überhaupt losgehen konnte, musste Hubertus die Wiese auch harken, um die Erde aufzulockern. Das Pflanzen sei zwar die größte Arbeit gewesen, habe ihm aber viel Spaß gemacht. „Sobald alles gewachsen ist, muss man nicht mehr viel machen. Die Blumen sind nicht empfindlich: Heiße Temperaturen machen ihnen nichts aus.“ Auch gießen müsse der Hobbygärtner nicht – „Die Blumen sind da unempfindlich“. Beim Bienenhotel gebe es da schon etwas mehr zu beachten, macht Hubertus aufmerksam: „Damit die Bienen möglichst viel Sonne bekommen, muss das Hotel in Richtung Süden ausgerichtet werden. Im Schatten werden sie nicht aktiv.“ 

"Zimmer" werden in das Holz gebohrt

Die „Hotelzimmerchen“ werden in das Holz gebohrt. „Man muss dabei ein paar Dinge beachten. Die Bohrungen dürfen zum Beispiel nicht zu groß sein: Zwei bis sieben Millimeter sind optimal. Auch bei der Tiefe muss man aufpassen: Maximal fünf Zentimeter sollte das Loch tief sein.“ 

Die „Außenanlage“ des Bienenhotels hat Hubertus bunt bepflanzt. Links im Bild zu sehen ist der Steinhaufen, den der junge Naturschützer für Insekten aufgeschichtet hat.

Sein Fachwissen hat sich Hubertus im Internet angeeignet. Er hat viel zu diesem Thema recherchiert und gelesen. Aber letztlich hat er es einfach ausprobiert. „Am Anfang habe ich auch den ein oder anderen Fehler gemacht: Ich habe auf der Kopfseite in das Holz hineingebort. Besser ist es aber, wenn man die Löcher von der Seite macht.“ 

Noch einige „Hotelzimmer“ frei

Wichtig sei auch, Hartholz zu verwenden: „Weiches Holz franst an den Bohrlöchern aus – dann können sich die Insekten verletzen.“ Sobald die Bienen in ein Loch eingezogen sind, verschließen sie es wie eine Wabe. 

Dass in diesem Jahr noch nicht alle Löcher verschlossen sind, stört Hubertus nicht. Er sieht es realistisch: „Ich habe mein Bienenhotel ja auch erst im Frühjahr gebaut und aufgestellt. Nach und nach werden sich bestimmt noch mehr Insekten hier einnisten.“ Genug Platz wäre dafür in dem manneshohen Bauwerk allemal. Hubertus freut sich daher schon auf die nächste „Saison“. 

Andere „Hotels“ auf dem Grundstück

Neben seinem Bienenhotel und der Blumenwiese hat er auch noch andere „Hotels“ auf dem Grundstück errichtet. Etwas abseits der Blumenpracht hat der Zwölfjährige einige große Steine aufgeschichtet. „In dem Steinhaufen leben zum Beispiel Eidechsen, Spinnen und andere Krabbeltiere.“ Ebenso wie in einer Trockensteinmauer, die die Blumenwiese umgibt. 

Und Hubertus’ Opa, Paul Heitmann, hat einen großen Nistkasten gebaut, der in einem hohen Baum auf dem Grundstück hängt.

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