Colsman-Platz: Freies W-Lan begünstigt Verunreinigungen

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Am Colsman-Platz halten sich nach Darstellung der Stadt Werdohl häufig in den späten Nachmittags- und frühen Abendstunden Gruppen von Personen auf, die das freie W-Lan der Stadtbücherei nutzen. Die Polizei hat hier Hinweise auf Belästigungen von Frauen gemeldet bekommen, allerdings keine einzige Strafanzeige. Jetzt wird überlegt, das W-Lan abends abzuschalten.

Werdohl - Polizei und Verwaltung haben festgestellt, dass sich auf dem Alfred-Colsman-Platz und in dem Bereich vor der Bäckerei Grote im Bahnhof häufiger Personengruppen aufhalten würden, die für dort auftretende Verunreinigungen verantwortlich seien.

Von der WBG im Rat nachgefragte Videoüberwachungen seien aber an beiden Plätzen rechtlich nicht zu rechtfertigen. 

Die Fraktion der Werdohler Bürger-Gemeinschaft hatte im Herbst vergangenen Jahres beantragt, Örtlichkeiten mit erhöhter Verschmutzung und Vandalismus zu benennen und etwaige Schäden zu beziffern. Die WBG fragte nach, ob der Sache mit erhöhter Präsenz von Ordnungskräften oder auch Videoüberwachung beizukommen sei. 

Für die Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Stadtentwicklung am kommenden Montag, 8. Oktober, kommt die Verwaltung zu einem klaren Ergebnis. Die Präsenz von Polizei und Ordnungsamtsmitarbeitern würde verstärkt, Schäden könnten nicht beziffert werden und eine Videoüberwachung sei rechtlich nicht zu rechtfertigen. 

Belästigungen von Frauen gemeldet 

Bei ihren Untersuchungen stießen Polizei und Ordnungsamt auf einen möglichen Zusammenhang. Auf dem Colsman-Platz seien häufig in den späten Nachmittags- und frühen Abendstunden manchmal ganze Personengruppen auszumachen, die über einen längeren Zeitraum das kostenfreie W-Lan der Stadtbücherei nutzten. Gerade zu diesen Zeiten seien der Polizei aus diesem Bereich Belästigungen von weiblichen Passanten gemeldet worden. Konkrete Strafanzeigen lägen aber nicht vor. 

Die Verwaltung schlägt deshalb vor, darüber nachzudenken, das freie W-Lan nur zu den Öffnungszeiten der Stadtbücherei zu betreiben. Damit würde den dort beobachteten Gruppen der Anreiz genommen, sich auf dem Colsman-Platz aufzuhalten. 

Schäden können nicht beziffert werden

Besondere finanzielle Belastungen in Form von Schäden seien weder durch die Gruppen vor der Bäckerei Grote noch auf dem Colsman-Platz zu beziffern, schreibt die Stadtverwaltung. Grote zahlt eine Sondernutzung an die Stadt und pflegt die Freifläche vor dem Café selbst. Der Colsman-Platz werde durch den Baubetriebshof sauber gehalten, das geschehe im Rahmen der üblichen Stadtreinigung. Sonderreinigungen, die zu erhöhten Kosten führen würden, seien nicht nötig gewesen. 

Flüchtlinge helfen bei der Reinigung 

Ergänzend berichtet die Stadt, dass im Rahmen der Ordnungspartnerschaft regelmäßige Besprechungen zwischen Ordnungsamt, Jugendamt und Polizei stattfinden. Sich andeutende Fehlentwicklungen könne man so in relativ kurzer Zeit erkennen und entgegenwirken. 

Im Kampf gegen die allgemeine Verschmutzung im Stadtgebiet lege die „Arbeitsgruppe Flüchtlinge“ seit dem Frühjahr zusätzliche Reinigungsschichten ein. In stark frequentierten Bereichen werde sogar an den Wochenenden die übliche Stadtreinigung des Bauhofes durch die Flüchtlings-Gruppe unterstützt. 

Bodo Schmidt, Fachbereichsleiter in der Werdohler Verwaltung, ist zufrieden mit dem Ergebnis: „Hier konnten deutliche Verbesserungen im Innenstadtbereich und den rege genutzten Freizeitflächen erzielt werden.“

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