Chor der Christuskirche begeistert bei Jubiläumskonzert

Anlässlich seines 125-jährigen Bestehens hatte der Christuskirchen-Chor am Sonntagabend in die Kirche eingeladen. Unter der Leitung von Marion Jeßegus überzeugten die Sängerinnen und Sänger ihre Zuhörer. -  Fotos: Kanbach

WERDOHL - „Laudate Dominum“ – unter diesem Motto hatte der Chor anlässlich seines 125-jährigen Bestehens am frühen Sonntagabend zu einem Festkonzert in die Christuskirche eingeladen. Unter der Leitung von Marion Jeßegus, die im Chor schon seit 32 Jahren den Takt vorgibt, erlebten die zahlreichen Zuhörer ein Programm, das auf Abwechslung ausgerichtet war, eine wohltuende Spannung verursachte und sich durch ein gewohnt hohes Niveau auszeichnete.

Von Rainer Kanbach

Neben dem Jubiläumschor, dessen herausragende Leistung das Ergebnis der Arbeit einer Frau ist, die den Perfektionismus im wahrsten Sinne lebt, war es erneut das Vokalquartett mit Waltraud Sander (Sopran), Marion Jeßegus (Alt), Sebastian Hoffmann (Tenor) und Werner Nitsch (Bass), das die Zuhörer mit sorgsam ausgewählten Motetten in seinen Bann zog. Die Sänger interpretierten Kompositionen von Hans Leo Hassler, Guiseppe Ottavio Pitoni, Alessandro Scarlatti oder John Rutter; Werke aus dem 17. bis 20. Jahrhundert. Herausragend präsentierte sich die Sopranistin Waltraud Sander mit ihrer brillanten, kraftvollen Stimme.

Prominenter Gast des Abends war Organist Professor Johannes Geffert. Gemeinsam mit Marion Jeßegus war es ihm vorbehalten, den Konzertabend zu eröffnen. Und dies auf eine Weise, wie es die Zuhörer wohl bisher noch nicht oder nur selten erlebt hatten: Mit der für zwei Orgeln geschriebenen Josef Blanco-Komposition „Concierto G-Dur“. Mit Professor Geffert auf der Empore und Marion Jeßegus an einer Orgel im Altarraum entwickelte sich praktisch ein Zwiegespräch zwischen den Königinnen der Instrumente.

Eine gute, belebende Idee, die sich durch eine trefflich gelungene Abstimmung auszeichnete und mit Lucchinettis „Concerto B-Dur“ noch eine Fortsetzung fand. Spannend, weil nicht alltäglich, waren auch die Beiträge für Orgel zu vier Händen. Hier galt, wie auch bei den Kompositionen für zwei Orgeln: Die Augen schließen, die Tonfolge aufnehmen und genießen. Daraus entwickelt sich die Erkenntnis: Wenn man die Königin der Instrumente streichelt, gibt sie feinste, zarte, ja beinahe zärtliche Töne preis – im Gegensatz zu der teils mächtig wirkenden Begleitmusik während der üblichen Gottesdienste.

Nicht zu vergessen die Jubilare, die als Ensemble ihre Sonderstellung im weiten Umkreis unterstreichen konnten. Begleitet durch Professor Johannes Geffert interpretierten sie Kompositionen zum Beispiel von Händel, Tambling oder Rutter. Chorleiterin Marion Jeßegus hatte bei ihrer Programmgestaltung wieder besondere Herausforderungen gesucht, und ihrem Chor gelang es, sie zur Freude der vielen Zuhörer gekonnt umzusetzen.

Viel Lob also für die Ausführenden – doch auch Kritik am Rande des Konzerts: Dass ausgerechnet vor dem Hauptportal der Christuskirche eine Bratwurstbude aufgebaut wurde, ärgerte einige. Viele Konzertbesucher konnten die Kirche deshalb nur über die Seiteneingänge betreten. Dies spricht nicht gerade für besonders viel Feingefühl bei den Verantwortlichen der Marketing GmbH.

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