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Chirurg: So können Stürze vermieden werden

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Von: Michael Koll

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Dr. Klaus Terfloth ist zwar pensioniert, arbeitet aber in Vertretung weiter an der Stadtklinik.
Dr. Klaus Terfloth ist zwar pensioniert, arbeitet aber in Vertretung weiter an der Stadtklinik. © Koll, Michael

Großes Interesse: Gut besucht war der Vortrag von Chirurg Dr. Klaus Terfloth. Er erklärte, wie Stürze vermieden werden können.

Werdohl – „Ich habe meine Rente nur zwei Monate genießen können“, erklärt Dr. Klaus Terfloth. Der Chirurg aus Iserlohn arbeitete 35 Jahre an der Werdohler Stadtklinik, zuletzt war er dort Oberarzt.

Anfang November 2021 ging er in den Ruhestand. Doch schon zum Jahresbeginn kehrte er zurück ins heimische Krankenhaus, um dort als Krankheitsvertretung einmal wöchentlich und zusätzlich ein Wochenende im Monat wieder in seinem alten Beruf zu wirken.

Dabei betont der 67-Jährige: „Langeweile kenne ich nicht. Man hat nun andere Sachen zu tun. Beispielsweise bringe ich mich nun mehr in meiner Gemeinde ein.“ Terfloth gehört der Freien evangelischen Gemeinde in Hemer an.

Chirurg Dr. Klaus Terfloth aus Iserlohn fand im evangelischen Gemeindehaus Stadtmitte etwa 40 Zuhörerinnen und Zuhörer, darunter auch Pfarrer Martin Buschhaus (Mitte), der den früheren Oberarzt der Werdohler Stadtklinik eingeladen hatte.
Chirurg Dr. Klaus Terfloth aus Iserlohn fand im evangelischen Gemeindehaus Stadtmitte etwa 40 Zuhörerinnen und Zuhörer, darunter auch Pfarrer Martin Buschhaus (Mitte), der den früheren Oberarzt der Werdohler Stadtklinik eingeladen hatte. © Koll, Michael

„Durch meine Arbeit in der Stadtklinik kenne ich bereits seit Jahrzehnten Pfarrer Martin Buschhaus hier aus Werdohl“, erläutert er. Und so folgte er dessen Einladung, im Gemeindehaus an der Christuskirche einen Vortrag zu halten. „Meine Frau hat dann das Thema ausgewählt“, fügt Terfloth hinzu. Das hatte seine Gattin offenbar sehr gut gemacht, denn als der Mediziner das Mikrofon ergriff, um über die „Sturzprophylaxe im Alter“ zu sprechen, saßen mehr als 40 Interessierte vor ihm. Die kamen aus Werdohl, Neuenrade, Herscheid, Ennepetal, Krefeld und Wuppertal, wie eine kleine Vorstellungsrunde zu Beginn des einstündigen Nachmittags zu erfahren war.

Terfloth, der es am Donnerstag noch offen ließ, ob er künftig weitere Vorträge halten wird, stieg ins Thema ein mit der Feststellung: „Ab dem Alter von 30 Jahren leiden alle Menschen an Knochenschwund. Die normale Alltagsbelastung halten die Knochen dann noch aus – nicht aber einen Sturz.“

Und auch wenn der Strom immer teurer wird, machen Sie bei nächtlichen Toilettengängen bitte das Licht an.

Dr. Klaus Terfloth, pensionierter Chirurg

Der Chirurg weiß aus seiner beruflichen Erfahrung: „Ein solcher Sturz kann sehr schnell schlimme Folgen haben.“ Er schiebt hinterher: „Die beste Operation ist nicht so gut, wie der vermiedene Sturz.“

So rät er zur Vorsicht. Wer älter sei, solle sich für alles mehr Zeit nehmen. „Und auch wenn der Strom immer teurer wird, machen Sie bei nächtlichen Toilettengängen bitte das Licht an“, mahnte Terfloth. „Und lassen Sie auch nie die notwendige Brille weg.“

Eitelkeit sei in medizinischen Fragen grundsätzlich fehl am Platz. Ein Mann unter den Zuschauern räumte allerdings ganz ehrlich ein: „Der Prozess dahin, sich helfen zu lassen, ist ganz schön schwierig. Anderen zu helfen hingegen, ist gar kein Problem.“

Die Gäste im Gemeindehaus hörten sehr aufmerksam zu, das Thema fand ihr Interesse.
Die Gäste im Gemeindehaus hörten sehr aufmerksam zu, das Thema fand ihr Interesse. © Koll, Michael

Weiterhin rät der frühere Oberarzt dazu, nicht nur Sturzfolgen behandeln zu lassen, sondern generell auch alle Krankheiten, die auf den ersten Blick nichts mit dem Thema Sturzprophylaxe zu tun hätten. So bewirke beispielsweise die Demenz unter Umständen eine Nervenschwäche, die eine Taubheit in Beinen und Füßen auslösen könne. „Und dadurch werden natürlich Stürze nur wahrscheinlicher“, erläuterte Terfloth.

Wechselwirkungen zwischen Krankheiten und Beschwerden seien häufig und vielfältig, führte er aus. Und so riet er zur Vorbeugung – beispielsweise, indem regelmäßig Spaziergänge in den Alltag integriert würden.

„Suchen Sie im Internet darüber hinaus nach Muskeltraining oder Gleichgewichtstraining für Senioren. Sie werden sehen, dass sie ganz viel dazu finden“, animierte Terfloth seine Zuhörer, aktiv zu bleiben oder zu werden.

Eine der Anwesenden ergänzte, es könne hilfreich sein, die eigene Wohnung selbstkritisch nach Stolperfallen abzusuchen – und etwa Teppiche zu entfernen. Auf Nachfrage ging der Referent noch darauf ein, ob es geschlechtsbedingte Unterschiede beim Thema Stürze gebe: „Ja, es stürzen mehr Frauen. Aber das liegt ganz einfach daran“, sagte Terfloth, „dass es in dem Alter schlicht mehr Frauen gibt.“

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