Heftige chemische Reaktion

Chemieunfall in Dresel: Unerklärliche Biozid-Reaktion

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Die Einsatzkräfte rückten am Dienstagabend nach Dresel aus.

Werdohl - Der Chemieunfall beim Alufelgenhersteller Superior Industries in Dresel hat die Werdohler Feuerwehr am Dienstag ganz schön gefordert.

Gegen 20.20 Uhr wurde der Löschzug Stadtmitte alarmiert, wegen der Einsatzlage wurde auch die ABC-Einheit Eveking hinzugerufen. Die Feuerwehrleute gingen zunächst in Vollschutzanzügen in die Halle, in der es empfindlich nach einer chemischen Reaktion roch, Flüssigkeiten waren auf den Boden gelaufen. Sechs Mitarbeiter wurden leicht verletzt, weil sie Dämpfe eingeatmet hatten, sie wurden vom Rettungsdienst behandelt und in Krankenhäuser gebracht. 

Eine heftige chemische Reaktion habe in einem Kanister stattgefunden, berichtete Wehrleiter Kai Tebrün. Die Flüssigkeit in dem Kanister sei dabei sehr warm geworden und über Leitungen auf den Boden ausgetreten. In dem Kanister befand sich ein Biozid, das durch eine automatische Dosiervorrichtung in den geschlossenen Kreislauf von Kühlwasser für eine hydraulische Anlage eingespeist wird. Das Biozid sorgt dafür, dass das Wasser in der Anlage dauerhaft verwendbar bleibt. Es reagiert allerdings nicht mit Wasser. Von daher sei es bislang unerklärlich, wie es zu der heftigen Reaktion kommen konnte. 

Chemiker aus Neuenrade angefordert

Die Feuerwehr hatte auch den Neuenrader Chemiker Dr. Olaf Scheffler angefordert, dessen Fachkenntnis sehr hilfreich gewesen sei. Die Feuerwehrleute hätten die ausgetretene Flüssigkeit abgestreut und konnten anhand einer Datenbank und mithilfe von Dr. Scheffler das Biozid identifizieren. 

Am Mittwoch kamen Experten des Biozid-Herstellers aus Nürnberg nach Werdohl, um der Sache auf den Grund zu gehen. Gefahr für die Bevölkerung bestand zu keiner Zeit, sagte Tebrün.

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