Cemex investiert vier Million Euro

28 Meter hoch ist die Vorbrecheranlage, in die das Rohmaterial geschüttet wird. Das Bauwerk soll noch mit einem Dach versehen werden, um die Staubbildung beim Umschütten zu minimieren.

WERDOHL - „Das ist selbst für einen Konzern wie Cemex keine Kleinigkeit mehr“, sagt Andreas Richter – und nennt die Summe, die die Cemex Kies und Splitt GmbH zurzeit im Steinbruch Kleinhammer investiert: „Insgesamt werden es wohl rund vier Millionen Euro werden.“

Die Zahlen, die der Projektleiter Genehmigungen der Cemex GmbH parat hat, lassen ahnen, wie eindrucksvoll der Teil der Produktionsstraße ist, der gerade In der Solmbecke neu gebaut wird: Rund 13 000 Kubikmeter Beton – das entspricht etwa 13 Einfamilienhäusern – seien in den Fundamenten und Wänden der Anlage verbaut. Viele Male hat Werksleiter Marcin Porzucek Sprengladungen gezündet, um einen optimalen Anlagestandort im Grauwackesteinbruch zu schaffen: Circa 70 000 Tonnen Felsgestein wurden bewegt.

Errichtet wird eine neue Vorbrecheranlage mit zusätzlicher Wasserbausteinaufbereitung, ein rund 10 000 Kubikmeter fassendes Silo, in dem Material zwischengelagert werden kann, eine Entstaubungsanlage sowie neue Transportbänder. „Der alte Anlagenteil ist 60 Jahre alt“, berichtet Wolfgang Wagner, zuständiger Produktionsleiter für die Region West. Sie sei inzwischen sehr wartungsintensiv. „Dazu kommt, dass die Motoren der neuen Anlagen den besten Energieeffizienzklassen entsprechen“, erklärt er. Weitere Energieersparnis könne beispielsweise durch die Wahl der Beleuchtung erzielt werden. Wagner: „Wir haben uns für LED-Beleuchtung entschieden.“

Planung in 3-D

Schon während des Planungsprozesses sei es gelungen, das Bauvorhaben zu optimieren. „Wir konnten den Sitz jeder einzelnen Schraube kontrollieren und haben vorab einige Änderungen vorgenommen“, sagt Wagner. Eine neuartige 3-D-Planungssoftware macht das möglich – und nicht nur das: Auch die Planungs- und Fertigungszeit habe man so verkürzen können. „Im April 2012 haben wir mit den Planungen begonnen“, stellt Andreas Richter fest. Nach dem vier monatigen Genehmigungsprozess wurde mit den Arbeiten begonnen, schon im August dieses Jahres soll die neue Anlage in Betrieb genommen werden. Dann solle der alte Vorbrecherbereich stillgelegt und abgerissen werden.

Die Cemex GmbH erhofft sich durch den Neubau nicht nur eine Kostenersparnis. Durch die in Deutschland verfahrenstechnisch einmalige Wasserbausteinaufbereitung könne das Unternehmen zukünftig auch in diesem Bereich punkten und Kunden gewinnen. Wasserbausteine werden zum Beispiel im Kanalbau und zur Uferbefestigung eingesetzt.

Doch nicht nur die Cemex GmbH profitiert durch den Neubau, wie Andreas Richter betont: „Es gibt wesentliche Verbesserungen für die Anwohner. Die Staub- und Lärmimmission wird minimiert.“ Schon der Standort des neuen Anlageteils – er rückt rund 200 Meter von der Straße weg in den Bereich des Steinbruchs – trage dazu bei. Die neuen Bandanlagen sind komplett eingekapselt. „Da kann während des Transportes nichts mehr stauben“, stellt Wagner fest. Zusätzlich seien die Bänder aus Lärmschutzgründen gedämmt. „Beim nächsten Nachbarn am Sirriner Weg kommen vom neuen Anlagenteil nur noch 40 Dezibel an“, sagt Wagner und verdeutlicht: „So laut sind die meisten Kühlschränke.“

Allerdings geht vom Rest der Produktionsstraße unverändert noch eine höhere Lärmimmission aus. Doch auch das soll sich im Laufe der nächsten Jahre ändern. „Cemex plant, Stück für Stück den gesamten Produktionsprozess zu modernisieren“, berichtet Wolfgang Wagner. Angesichts des enormen Investitionsvolumens könne man sich zeitlich aber nicht festlegen. „Es kann sein, dass wir von zehn Jahren sprechen,“ sagt Wagner.

Weitere Investitionen

Dass der erste neue Anlagenteil schon im August fertig gestellt sein soll, verdanke die Cemex GmbH auch den im Steinbruch tätigen Unternehmen – beispielsweise der Firma F. W. Meier GmbH aus Plettenberg. „Wir haben bei der Vergabe der Gewerke besonders regionale Lieferanten und Unternehmen berücksichtigt“, stellt Andreas Richter fest. Maschinentechnik und Stahlbau kommen ebenfalls aus Deutschland – sie werden von der Haver Niagara GmbH aus Münster geliefert.

Von Carla Witt

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare