CDU/WBG-Antrag ist „durchaus förderschädlich“

Montag Mittag startete diese noch recht kleine Gruppe Schüler von der Pestalozzischule aus zu einer Demonstration durch die Stadt, um im Rathaus eine Unterschriftenliste zum Erhalt ihrer Schule abzugeben. Am Abend war die Gruppe viel größer, als auch Eltern mit zur Schulausschussitzung nach Kleinhammer gekommen waren.

WERDOHL ▪ Zwei wesentliche Erkenntnisse brachte die Sitzung des Schulaussschusses Montagabend in Kleinhammer. CDU und WBG lassen ihren umstrittenen Antrag zur Rückverlegung der evangelischen Grundschule bis Ende Mai pausieren. Und: Der Standort der Förderbeschulung in Werdohl scheint noch nicht völlig an Plettenberg verloren zu gehen.

Bürgermeister Griebsch berichtete, dass die Stadt wegen des CDU/WBG-Antrags zur Errichtung eines Familien- und Bildungszentrums in Ütterlingsen in Düsseldorf vorstellig geworden war. Da sich möglicherweise die Schulpläne von Christdemokraten und Bürgerlichen mit der Förderung durch Mittel aus dem Stadtumbau West stören, habe die Stadt die Innovationsagentur NRW um ein Gutachten gebeten. Griebsch: „Der Fall der Verlegung der Grundschule wird als durchaus förderschädlich angesehen.“ Der Agenturleiter werde die genauen Ergebnisse seiner Betrachtung am 18. Mai im Ausschuss für Umwelt und Stadtentwicklung vorstellen. Manfred Buchta (CDU) hörte das offensichtlich nicht zum ersten Mal und zog den Antrag vorläufig zurück. Es sehe so aus, dass der Antrag von CDU und WBG nicht mit den Förderrichtlinien „konform“ laufe. Auch Thorsten Hämel von der WBG sagte: „Wir wollen keine Gelder gefährden.“ Der Antrag wurde deshalb einstimmig abgesetzt und soll erst wieder am 18. Mai beraten werden. Die Rücknahme des Antrages gilt auch für den am 10. Mai tagenden Integrationsausschuss.

Schule könnte noch lange bestehen bleiben

Viel mehr diskutiert wurde beim letzten Punkt auf der Tagesordnung. Einstimmig beauftragte der Schulausschuss die Stadtverwaltung, Verhandlungen wegen einer Kooperation der Werdohler Pestalozzischule mit der Plettenberger Vier-Täler-Schule zu beginnen. CDU-Ratsherr Buchta wehrte sich gegen den Eindruck, die CDU wolle die Förderschule schließen. Vielmehr sei es so, dass die Umstände keine andere Wahl ließen. Festgestellt wurde gestern noch einmal, dass die Förderschule auf jeden Fall ihre Eigenständigkeit verlieren werde. Damit sei aber noch lange nicht entschieden, dass auch der Schulstandort aufgegeben werden müsse. Es wurde deutlich, dass das Kreisschulamt ebenso wie Bürgermeister Griebsch sich für eine wohnortnahe Beschulung der Werdohler Kinder einsetzen wollen. Maaß: „Die Schule könnte noch über Jahre bestehen bleiben.“

Von Volker Heyn

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