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Die beiden Vorsitzenden im Amt bestätigt

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Von: Michael Koll

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Der neue Vorstand der CDU Werdohl und geehrte, langjährige Parteimitglieder.
Der neue Vorstand und geehrte, langjährige Parteimitglieder. © Michael Koll

Bei der Versammlung der CDU in der Gaststätte Klute-Olbrich wurden der Vorsitzende Detlef Seidel und sein Stellvertreter Daniel Bartke wiedergewählt. Insgesamt 22 Mitglieder waren zu Versammlung gekommen.

Werdohl – Seidel freute sich dabei, die Mitglieder vor allem „live“ begrüßen zu dürfen. Dabei strahlte er. Im Laufe der folgenden mehr als zweistündigen Versammlung verging ihm aber doch an der ein oder anderen Stelle das Lächeln, galt es doch, schmerzliche Niederlagen seiner Partei bei der jüngsten Kommunalwahl und der Bundestagswahl zu erörtern.

In seinem Jahresbericht, der sich coronabedingt auf den Zeitraum seit November 2019 erstreckte, ging Seidel auch breit auf diese Kommunalwahl ein. Es sei der früheren Bürgermeisterin Silvia Voßloh „die nicht von ihr zu vertretende WK-Schließung angelastet worden“, benannte er den für ihn zentralen Grund für diese Teilniederlage bei der Wahl. Stärkste Fraktion sei die CDU aber immerhin geblieben. Doch seine Partei habe sich im Wahlkampf zu wenig präsent in den sozialen Medien gezeigt. Der neue Werdohler Bürgermeister Andreas Späinghaus (SPD) kümmere sich Seidels Ansicht nach „zu wenig um die Kultur“, er vernachlässige diese sogar.

„Ärgerlich, dass das in die Buxe gegangen ist“

Auf die Ratsarbeit ging dann Fraktionssprecher Stefan Ohrmann ein. Seine Meinung zum Ausgang der Kommunalwahl fasste er in einem Satz zusammen: „Es ist total ärgerlich, dass das in die Buxe gegangen ist.“ Zur aktuellen Diskussion über neue Feuerwehrgerätehäuser führte er dann aus, dass die Verwaltung in Werdohl „seit Jahren nicht professionell arbeitet“. So sei es der CDU auch vor der Kommunalwahl bewusst gewesen, „dass die Feuerwehr-Ehrenamtler weit unter Standard untergebracht“ seien. Abschließend betonte Ohrmann, seine Fraktion werde sich auch weiterhin dafür einsetzen, dass die Kita-Beiträge sich nur moderat erhöhten.

CDU-Kreisvorsitzender und Landtagsabgeordneter Thorsten Schick berichtete in einem ausführlichen Grußwort aus Düsseldorf und Berlin. Tagesaktuell ging er dabei zunächst aus dem Aus für den Eisenbahn-Dienstleister Abelio in der Region ein. Gemeinsam mit dem Generalsekretär der Christdemokraten Paul Ziemiak habe er sich am Freitg bereits an die Deutsche Bahn gewandt und diese gebeten, sich um die Abelio-Nachfolge als wichtiger Nahverkehrs-Versorger vor Ort zu bewerben.

MdL Schick: „Karren ist vor die Wand gefahren“

Dann aber gestand Schick „einen historischen Tiefstand und eine ganz große Enttäuschung bei der Bundestagswahl“ ein. „Der Karren ist vor die Wand gefahren.“ Er sehe „eine Reihe von Gründen“ für diese Wahlschlappe. Einen davon sprach er ganz konkret an: „Wenn zwei Parteien den Namensteil Union tragen, dürfen sie sich nicht so aufführen, wie es nun einmal gelaufen ist.“ CSU-Parteichef Markus Söder bezeichnete er als „grollenden bajuwarischen Löwen“. Nun gelte es einen neuen CDU-Bundesvorsitzenden zu wählen. Eine Wahlempfehlung wollte er nicht geben. „Das liegt jetzt in den Händen der Parteimitglieder“, sagte er. Einen Effekt zeige dieses basisdemokratische Votum jedoch seiner Ansicht nach bereits: „Täglich verbuchen wir kreisweit sechs, sieben Neuaufnahmen“, sagte Schick. Austritte gebe es nicht – während des Wahlkampfes habe das noch anders ausgesehen. Seiner Einschätzung nach werde es künftig in der CDU „häufiger Mitgliederbefragungen geben, aber das wird auch kein Automatismus werden“. Auch in Nordrhein-Westfalen gebe es eine Veränderunge – mit Hendrik Wüst einen neuen Ministerpräsidenten. „Er hatte einen sehr guten und souveränen Start“, attestierte ihm der CDU-Kreisvorsitzende. Abschließend warb Schick noch für Corona-Booster-Impfungen.

Es folgte der Kassenbericht der Werdohler CDU, den Manfred Buchta vortrug. Duch die Wahlkampfausgaben habe es im Berichtszeitraum Mindereinnahmen gegeben, diese seien jedoch durch Rücklagen gedeckt gewesen. Aktuell habe die CDU 83 Mitglieder. Seit drei Jahren gebe es nun einen Rückgang. Frauen seien in der Partei „derzeit unterrepräsentiert“.

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