Caritas qualifiziert Pflegelotsen

+
Mona Baschlau(Mitte) informiert. ▪

WERDOHL ▪ Selbst viele Deutsche haben Probleme mit Gesetzestexten, Formularen und den verschiedensten Ansprechpartnern im Bereich der Pflege ihrer Angehörigen. Für Migranten, die Sprachprobleme haben, und bei denen noch kultursensible Besonderheiten zu beachten sind, existieren dort noch weitere Schwellenängste.

Der Caritasverband möchte diese Ängste abbauen. Deshalb baut die Pädagogin Mona Baschlau, zuständig für den Integrationsdienst der Caritas, derzeit in den vier Städten Iserlohn, Menden, Altena und Werdohl Pflege-Info-Center auf. Vor Ort wird ihr Büro an der Breslauer Straße 35 zu finden sein.

Ab dem 1. Juni ist sie dort jeweils dienstags in der Zeit von 9 bis 12 Uhr ansprechbar. Dort gibt sie erste Hilfestellungen. Insbesondere berät sie aber bis zum Beginn der Sommerferien Menschen, die – mit oder ohne eigenen Migrationshintergrund – sogenannte Pflegelotsen werden möchten.

Interessenten sollten über gute Deutschkenntnisse verfügen. Eine Fremdsprache müssen sie nicht beherrschen können, es wäre aber wünschenswert, wenn sie auch als Dolmetscher tätig sein könnten.

Ab September werden sie dann an zehn Terminen – jeweils drei Stunden lang – über das deutsche Pflegesystem aufgeklärt, um ihr Wissen an Migranten weiter zu geben. Die Uhrzeiten, zu denen die Unterrichtseinheiten stattfinden werden, sind noch nicht festgelegt. Das erfolgt in Absprache mit den Teilnehmern.

Baschlau sucht für ihr Projekt mindestens zehn, höchstens aber 20 Teilnehmer. Diese sollen nach Abschluss der Maßnahme den ausländischen Mitbürgern die bestehenden Angebote im Pflegebereich bekannt machen. Angesprochen sind Interessierte aus dem gesamten Stadtgebiet sowie aus den Nachbargemeinden Plettenberg sowie Neuenrade. Der Kursus wird für die Teilnehmer kostenfrei sein. Das Pflege-Info-Center an der Breslauer Straße wird vorerst bis Ende des Jahres geöffnet sein.

Zu den Inhalten der Qualifizierung gehören die Pflegestufen sowie die Möglichkeiten einer Pflege oder Betreuung zuhause. Die Teilnehmer lernen die Ansprechpartner von Pflegediensten, Gemeinde und Krankenkassen kennen. Sie erhalten Informationsmaterialien von allen relevanten Institutionen und besuchen beispielsweise auch ein Sanitätshaus, um Hilfsmittel für den Alltag kennenzulernen. Nach Abschluss der Maßnahme sollen die Teilnehmer in der Lage sein für andere das Fachchinesisch aufzulösen. „Gibt es etwa im Türkischen überhaupt ein Wort für ‚Pflegestufe‘?“, fragt Caritas-Mitarbeiterin Baschlau.

Die Ausbildung zum Pflegelotsen bildet, so hofft Baschlau, auch eine Möglichkeit, einen ersten Schritt in die Selbstständigkeit zu nehmen. So könnten Migranten, die erfolgreich an der Maßnahme teilgenommen haben, sich später weiter ausbilden lassen, um etwa Pflegeberater zu werden. ▪ kol

Interessierte können sich informieren unter der Rufnummer 01 76 / 38 55 27 20 sowie per E-Mail an m.baschlau@caritas-iserlohn.de

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare