A cappella in Vollendung versüßt die Café-Premiere

Feine Soli rundeten den hochwertigen Eindruck des Chores ab.

WERDOHL - Stimmungen, Emotionen, den Inhalt einer Story so in Schall zu transformieren, dass der Zuhörer spürt, um was es geht und wie man sich dabei fühlt, ist zweifelsohne eine Kunst. Und dieser Kunst hat sich das Mendener A cappella-Ensemble VokalArt verschrieben.

Art, der englische Ausdruck für Kunst, steht also nicht zufällig im Namen der zwölfköpfigen Gruppe.

Wo wäre die perfekte Location für ein qualitativ hochwertiges Vokal-Ensemble im Stile von VokalArt? Diese Frage stellte sich für die Organisatoren des Kulturcafés der Werdohler Kulturvereins seit der Fertigstellung des Bahnhofs nicht mehr. Das wiederbelebte Gebäude scheint sich in Werdohl als Heim und Bühne für Kulturschaffende und deren Anhänger zu etablieren. Befürchtungen, die Premierenveranstaltung des Cafés im Café Brotreise am Sonntagabend könnte floppen, erwiesen sich schon lange vor der Begrüßungsansprache durch Carla Marlinghaus als völlig unbegründet. Denn: die Bestuhlung reichte nicht aus, um allen Gästen einen Sitzplatz anbieten zu können. Ausverkauft im wahrsten Sinne des Wortes.

Entsprechend zufrieden wirkte Carla Marlinghaus, die sich freute, zur Premiere im neuen Kultur-Café einen musikalischen Knüller präsentieren zu dürfen: den Meisterchor VokalArt aus Menden, diesmal unter der Leitung von Marcel Buckert.

„Ihr von Morgen“, den musikalischen Aperitif, stimmte das mehrfach ausgezeichnete Männer-Ensemble bereits auf der Treppe ein, im Rücken des Publikums. Sie zelebrierten den ersten Eindruck und genossen das freudige Geräusch im Anschluss an den feierlichen Einmarsch, das man auch als Applaus bezeichnet. VokalArt versucht den Spagat zwischen komödiantischen Elementen und erstklassigem Gesang – zweifelsohne die Stärke des Meisterchores.

Im Anschluss an die offizielle Begrüßung formulierte Buckert einen thematischen Zusammenhang zwischen den ersten Liedern des abwechslungsreichen Programms. Mit Volksliedern stiegen die Premieren-Gäste in den Abend ein, ließen „Kein Schöner Land“, „Zum Tanze da geht ein Mädel“ und „Die Königskinder“ erschallen.

Es folgte das absolute Kontrastprogramm, das aber bestens geeignet schien, die Qualität des Chores auf den Prüfstand zu stellen. „Loch Lomond“, den schottischen Titel, beherrschten VokalArt ebenso bravourös wie die deutschsprachigen zuvor.

Selbst ohne das Instrumental-Solo, das den Welthit „California Dreaming“ von der Band „The Mamas and the Papas“ prägt, war die Interpretation der Mendener A cappella-Künstler hörenswert, nein, vielmehr ein Genuss. Im Laufe des Abends stand dann noch eine Mischung aus Werken der unterschiedlichsten Genres auf dem Programm, die VokalArt einem begeisterungsfähigen Publikum gerne servierte.

Von Markus Jentzsch

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